"Paule204: Die Regierung macht einen guten Job, allen voran Jens Spahn."
"Wissen sie, was sie tun? Die Regierung macht die Grenze zu Frankreich dicht, aber aus dem Iran konnte man weiter ungehindert einreisen. Lauter hustende Ägypten-Urlauber im Heimatflieger, doch bei der Ankunft verzichtet man auf jede Gesundheitskontrolle.
Ich kann genau sagen, wann mein Vertrauen in die Regierung einen schweren Dämpfer erhalten hat. Es war am Montagmorgen, kurz vor zehn Uhr, als Iran Air 721 Kurs auf Frankfurt nahm. Eine Bekannte, die ARD-Journalistin Natalie Amiri, hatte einen Screenshot des Fluges gepostet, man konnte über FlightStats die Route in Echtzeit verfolgen. IR 721 war um 7.40 Uhr auf dem Imam Khomeini Airport in Teheran gestartet. Um 10.06 Uhr landete der Airbus in Deutschland, 14 Minuten früher als vorgesehen.
Iran ist ein Hotspot der Corona-Krise. Niemand weiß genau, wie viele Menschen dort infiziert sind, weil die Regierung den Ausbruch lange heruntergespielt hat. Den offiziellen Zahlen zufolge, die Natalie Amiri am Montag nannte, zeigten von 7,5 Millionen Iranern, die binnen drei Tagen getestet wurden, 175.000 Symptome, 2200 wurden zum Arzt geschickt, 1077 gleich ins Krankenhaus.
Weder Temperaturmessung noch Quarantäne
Das war also der Stand Anfang der Woche: Die Bundesregierung verfügt Grenzkontrollen zu allen Nachbarländern. An den Grenzen zu Frankreich, Österreich, der Schweiz beziehen Bundespolizisten Posten, um jeden Wagen anzuhalten und gegebenenfalls zurückzuweisen. Der europäische Grenzverkehr kommt praktisch zum Erliegen. Aber aus einem der am höchsten durchseuchten Länder der Welt können Menschen ohne jeden Gesundheits-Check einreisen.
Es gab weder eine Temperaturmessung bei der Passvorlage, noch nahm man die Reisenden in Quarantäne, wie es medizinisch geboten gewesen wäre. Erst am Dienstag, nach heftigem Protest, fiel dann die Entscheidung, die EU-Außengrenze zu schließen."
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