https://www.wiwo.de/...ichtsratschef-der-deutschen-bank/21262432.html
Der Stimmrechtsberater ISS stützt Achleitner, weil sonst - so kurz nach dem Einsatz eines neuen CEO - ein "Führungsvakuum" entstehen würde. Okay, und das bedeutet was? Ein neu installierter CEO, der schon sein Leben lang bei der DeuBa arbeitet, könnte sich nicht an strategische Vorgaben eines neuen AR halten, weil ... ???
Ich finde es auch gut, wenn (verdiente) Leute in Führungsfunktionen aufsteigen, die den Laden schon länger kennen, aber es ist auch wichtig, einen neuen (frischen) Wind durch vermuffte Vorstandsetagen eines eingefahrenen Unternehmens wehen zu lassen. Die Wahl des neuen COO, der nun auch für die IT und somit für die wichtige Digitalisierungsstrategie der Bank (mit) verantwortlich ist, gehört ebenso wie der AR-Vorsitzende und der CEO zum "alten Eisen". Da wurde Chance um Chance vertan, wie damals bei Adidas eine wichtige Führungskraft (bei Adidas war es der neue CEO) "von außen" zu installieren, der neue Impulse setzt und leidenschaftslos dem Staub der Vergangenheit an den Kragen geht.
Somit müsste es bei der Deutschen Bank nach den jüngst vollzogenen "Neu-"Besetzungen doch wenigstens den AR treffen, um (für die Außenwelt) ein deutliches Signal der Erneuerung zu setzen: Es gibt sicherlich Hunderte ehemaliger Top-Banker im DACH-Raum, die noch kein zu enges Verhältnis zur Deutschen Bank hatten und sich auf ihre alten Tage ein nettes Zubrot für wenig Arbeit wünschen, um ihren Erfahrungsschatz und die erfolgreichen Strategiekonzepte aus Ihrer Vergangenheit an die operativen Führungseinheiten weiterzugeben. Was ist das, was Herrn Dr. Achleitner so sehr auszeichnet? Wenn man sich nicht nach einem neuen AR-Vorsitzenden umschauen darf, dann wird man sicherlich auch niemanden finden. Wenn der gute Mann plötzlich nicht mehr da wäre, würde die Deutsche Bank dann unweigerlich untergehen? Für mich sieht es fast so aus, als ob ISS durch ihren Vorschlag die Bank (noch) weiter schwächen möchte ...