Spekulationen um Yuan-Aufwertung belasten Dollar
vom 29. April 2005 14:49
EURO/US DOLLAR (EUR/USD)
US DOLLAR/JAPANISCHER YEN (U...
(neu: Referenzkurse, weiteres Zitat)
Frankfurt, 29. Apr (Reuters) - Spekulationen über eine Aufwertung der chinesischen Währung Yuan haben am Freitag den Dollar zum Yen und zum Euro belastet.
"Wir sehen heute eine breite Dollar-Schwäche, die von neuen Spekulationen über eine Aufwertung des Yuan ausgelöst wurde", sagte Peter Wuyts, Marktanalyst bei KBC in Brüssel. Zeitweise kletterte die chinesische Währung, die an den Dollar gekoppelt ist, über die offiziell festgelegte Handelsspanne, was Händler allerdings mit einer Störung des chinesischen Handelssystems erklärten. Chinesische offizielle Stellen sagten Börsianern daraufhin, dass es keine Änderung der Währungspolitik gebe. "Der Yuan-Anstieg hat Spekulationen ausgelöst, dass sie den Markt für einen möglichen Schritt testen. Das zeigt, wie sensibel der Markt auf Spekulationen einer Aufwertung reagiert", sagte Kristjan Kasikov, Währungsstrateg bei Calyon.
Der Euro kostete am Freitagnachmittag 1,2957 Dollar nach einem Schlusskurs bei 1,2897 Dollar am Vorabend in New York. Der Dollar fiel auf 105,02 Yen von 106,10 Yen am Donnerstag zum Handelsschluss in New York. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2957 (Donnerstag 1,2905) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2956 (1,2921) Dollar festgelegt.
SPEKULATIONEN UM YUAN GEHEN WEITER
Im Mittelpunkt des Devisenhandels stünden am Freitag vor allem die Spekulationen um den Yuan, sagte ein Frankfurter Händler. "Der Markt interpretiert eine mögliche Flexibilisierung des Yuan-Wechselkurses als negativ für den Dollar. Der Yen profitiert davon und damit auch der Euro", ergänzte er.
Bereits in den vergangenen Tagen waren Spekulationen über eine Flexibilisierung des Yuan aufgekommen. Chinesische Regierungsvertreter hatten erklärt, dass China inzwischen besser auf eine Lockerung des Yuan zum Dollar vorbereitet sei. Allerdings nannten sie keinen Zeitplan für die vor allem von den Industrienationen geforderte Freigabe der Währung. Für den Fall, dass China den Yuan vom Dollar abkoppelt, wird an den Finanzmärkten mit einem Anstieg der chinesischen Währung gerechnet, dem andere asiatische Währungen folgen dürften.
US-BIP WIRKT KAUM MEHR NACH
Das am Donnerstag veröffentlichte, schlechter als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal wirke sich kaum mehr am Devisenmarkt aus, sagten Händler. Das vorläufige US-Bruttoinlandsprodukt war im ersten Quartal um 3,1 Prozent gewachsen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten ein Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal von 3,6 Prozent erwartet.
"Der Dollar hält sich für die schlechten Daten, die zuletzt kamen, eigentlich noch ganz gut", sagte ein Händler. "Der Punkt ist einfach, dass es in Europa auch nicht besser aussieht und die Anleger wohl eher wieder etwas positiver für den Dollar eingestellt sind."
füx