aber erstens ist sicher, dass Trump am Mittwoch im Impeachmentverfahren freigesprochen wird. Das dürfte eine kleine Erleichterungsrally (dead cat bounce?) auslösen, in die ich als Bär ungern rein geräte. Zweitens läuft das inoffizielle QE-Programm der Fed (Repo) noch bis April weiter. Und drittens wird Trump alles Menschenmögliche tun, um die US-Aktienindizes vor den Wahlen nahe ATHs zu halten, und er könnte z. B. Powell, der ihm "hörig" zu sein scheint, dazu bringen, nochmals die Leitzinsen zu senken.
Wie wir wissen, hat Fed-"Liquidität" (wie QE- oder Repo-Druckgeld) bislang immer auf mysteriöse Weise ihren Weg in den Aktienmarkt gefunden. Und dies nicht erst seit 2009. Bereits die Rally der ersten drei Monate des Jahres 2000 resultierte aus Fed-Liquidität, die damals vorsorglich bereitgestellt worden war, um gegen die Folgen eines möglichen Jahr-2000-Computer-Crashes vorzubeugen. Einen y2k-Crash gab es aber nicht. Dafür gab es dann ab März 2000 den vielleicht noch horrenderen Dot.com-Crash.
Weiterhin hat die Mehrzahl der MK-Riesen im US-Aktienmarkt (Apple, Amazon, Microsoft) in den letzten Tagen gute Zahlen geliefert. Sogar Tesla hat positiv überrascht. Die Stimmung am Markt ist daher eher positiv. Obwohl die "guten Zahlen" natürlich auch durch massive Aktienrückkäufe herbeifrisiert worden sind. Das interessiert die Bullen aber nicht.
So bleibt als einziges stark bärisches Element die Coronavirus-Epidemie. Nach heutigem Stand sind es 12.000 Infizierte und offiziell rund 260 Tote. Dazu kommen noch weitere "inoffizielle" Tote, die China unter den Teppich gekehrt hat, um die Statistik zu schönen:
China verbrennt einige Coranavirus-Tote heimlich, um die Todesstatistik zu schönen, schreibt der neuseeländische "Herald":
www.nzherald.co.nz/world/news/...c_id=2&objectid=12304547
Gestern waren es noch 9800 Infizierte. Was auffällt ist, dass sich die Infizierten-Raten nicht mehr von Tag zu Tag verdoppeln wie in den ersten Tagen. Sollten die Zuwachsrate weiter abflachen, fehlt den Bären das verunsichernde Drama des sprunghaften Zuwachses, so dass "Gelddrucken + gute Zahlen + gute Stimmung" wieder die Oberhand gewinnen könnten - jedenfalls bis Ende von Repo-QE im April.
Ungeachtet dessen ist der US-Aktienmarkt fundamental extrem überbewertet. Eine größere Korrektur steht also schon rein fundamental mit hoher Wahrscheinlichkeit in Haus. Fragt sich eben bloß, ob "jetzt schon" durch die Viren-Epidemie (hängt von deren weiterem Verlauf ab) oder erst im April nach Repo-QE-Ende. Keine leichte Entscheidung...
Mich würde nicht wundern, wenn das Börsenjahr 2020 ähnlich abläuft wie das Börsenjahr 2000. Damals war das Top erst im März erreicht.