(selbe Quelle).
Kriminelle Machenschaften?
In den Wirtschaftswissenschaften wird mittlerweile auch der kriminelle Aspekt der Subprime-Krise untersucht und unter der Bezeichnung „Control Fraud“ („Kontrollbetrug“) (papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1590447) analysiert. So unterstellen Wissenschafter inzwischen kriminelle Tatbestände, die vom aktuellen Rechtssystem aber nicht wirksam erfasst bzw. verfolgt werden. Demnach werden diese kriminellen Akte bewusst von den Führungskräften der darin verwickelten Unternehmen ausgeführt um ihren persönlichen Gewinn zu optimieren, wodurch die von der neoklassischen Ökonomie unterstellten Selbstregulierungskräfte ausgehebelt werden können.
Als „Tatwaffe“ dient in erster Linie die Buchführung, die dazu verwendet wird, Scheingewinne zu produzieren. [A.L.: Von Ponzi-Systemen sprach ich bereits 2007...] So konnten viele Subprime-Kreditgeber sofort bei Vertragsabschluss bilanziell einen Gewinn verbuchen, woraus sich auch sofort die entsprechenden Bonuszahlungen an das Management ergaben. Auch der Vertriebsapparat kassierte sofort nach Vertragsabschluss seine Prämien, was zu höchst zweifelhaften Vertriebsmethoden führte. Denn weil es für den gewinnbringenden Weiterverkauf der Hypotheken unerlässlich war, dass diese formal bestimmte Kriterien erfüllten, wusste der Kreditvertrieb besser als die Kreditnehmer, welche Angaben diese zu machen hatten. Das war aber nur möglich, weil von Oben die Vorgabe kam, den Umsatz ohne Rücksicht auf Verluste zu maximieren, was sich auf allen Ebenen wiederholte....
