Das Leben ist hart und voller Herausforderungen, nicht nur für Bären!
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Am Freitag letzter Woche hatte Wawidu einen "Megaphon"-Chart von Boeing mit warnenden Hinweis bezüglich KGV (22) gepostet. Ich stellte die Frage, ob diese Megaphon-Formation als Shorteinstieg geeignet sei, da sich ja auch schon ein "Abprall" an der 410-Dollar-Kanalobergrenze abzeichnete.
Noch bevor Wawidu antwortete, hatte ich als Test einen aggressiven Put auf Boeing in mein Ariva-Musterdepot (Trader 2/2019) gelegt.
NikeJoe hatte das spontan aufgrund des intakten Uptrends für nicht ratsam gehalten.
Auch Wawidu schrieb dann etwa eine Stunde später, man solle zunächst besser den Bruch von zwei violetten Trendgeraden abwarten, die er in einem Folge-Chart postete.
Das Wawidu morgen in Urlaub fährt, präsentiere ich das Ergebnis meines obigen Tests bereits heute (nicht wie angekündigt am morgigen Freitag).
Das Ergebnis (unten) ist ähnlich erschütternd wie die verzweifelten Versuche des kleinen Bären, dem Tod durch Abrutschen am steinigen Abhang zu entrinnen ( # 874). Wobei die Bären-Story wenigsten noch ein Happy-End hatte (Video in # 877).
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ERGEBNIS des Tests:
Der bis Juni laufende OS-Put auf Boeing (mit Hebel 50 beim Kauf, jetzt 60) brachte innerhalb von nur vier Handelstagen einen Verlust von 30 Prozent. Damit war ja auch zu rechnen (siehe Kommentare oben).
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BEWERTUNG des Tests:
Noch interessanter ist die Frage, was uns solche Megaphon-Charts eigentlich an bärischem Erkenntnisgewinn bringen. Sie sehen ja mit den vielen Trendlinien wirklich hübsch aus, und die "Chartkonstukteure" haben in der Tat "wieder mal Präzisionsarbeit" geleistet, wie Wawidu gern und oft schreibt. Aber was bringt es?
Diese Bärenstory hat allerdings auch für mich ein Happy End (wie beim kleinen Bären, der am Ende doch noch zu seiner Mama zurückfand). Denn es war ein bloßer Paper-Trade im Musterdepot, so dass es in der Realität "Ersparnisse aus Unterlassung" gab.
Denn auch dazu sind Musterdepots gut: Man kann mit ihnen kühne Bärenträume schadlos an die Wand fahren ;-) Und das auch noch jeden Monat neu, weil die Musterdepots von Ariva regelmäßig wieder auf 100.000 Euro aufgefüllt werden. Großen Dank also auch an Kiel ;-)
Als notorischer Rechthaber werde ich bei diesen OS-Put jetzt natürlich nicht Verluste begrenzen, sondern ihn eisern bis zum Monatsende halten, egal wie tief er noch fällt. Weil ja noch zig tolle Sachen passieren könnten (Trump-Attentat, irgendwo stürzt eine neue Boeing ab, Big Bad Events aller Art). Da die Verluste schmerzfrei sind (Papertrade), könnte am Ende doch noch der Triumph winken: "Seht her, Boeing ist abgestürzt, genau wie ich es geahnt hatte. Außerdem seht ihr hier mustergültig, wie gut Charttechnik funktioniert." ;-)
Ja, am Papier (oder im Musterportfolio) kann man vieles tun ;-)
Man kann auch all den Schrott einfach wieder rauslöschen.
Nur mit echtem Geld kann man feststellen wie man mit den Verlusten umgeht oder auch mit den Gewinnen und wie viel am Schluss wirklich rauskommt. Die meisten können mit dem Traden nicht genügend Geld erwirtschaften! Man muss nach Spesen und Steuer doch deutlich über dem möglichen passiven Einkommen liegen (Anteil von Index ETFs im Portfolio annehmen), damit sich die Arbeit "rentiert"!
Charttechnik kann "funktionieren". Sie gibt eine Auskuft über die vermutete Wahrscheinlichkeit (weil selbst das ist nicht berechenbar). Bekanntlich hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit immer eine Möglichkeit anders auszugehen als man ausgerichtet ist. Wenn man aber 1000 Mal im Durchschnitt die Wahrscheinlichkeit zu seinen Gunsten einschätzen kann, macht man langfristig einen Gewinn (vor Spesen und Steuern!). Weil langfristig funktioniert die Statistik, nur kurzfristig gibt es massive Varianz.
AIch habe mir eine Benchmark zusammengestellt, die ich persönlich zumindest erreichen möchte! Je mehr Arbeit ich reinstecke, desto weiter sollte/muss ich darüber liegen!
Dieses Benchmark-Portfolio habe ich seit 2004 simuliert, also beginnend nach dem Platzen der Dot.Com Blase und nach diesem Bärenmarkt. Ich habe auch angenommen, dass es Fremd-verwaltet wird und 2% p.a. an Kosten mitberücksichtigt. Die Performance mit jährlichem Re-Balancing sieht so wie unten aus. Sie liegt bei 4% p.a (inflationsbereinigt 1,9% p.a.).. Macht man es selbst bei ca. 6% p.a., ...bei (überschaubarer) Arbeit für das jährliche Balancing der Anteile! Langfristig In JEDEM Fall deutlich besser (werterhaltend und in Eigenregie auch ein wenig vermögensaufbauend) als Cash am Sparkonto zu halten, wie es die meisten Deutschen tun.
Die Draw-Downs halten sich auch passabel in Grenzen. In diesem Beispiel -18,6% zur Subprime-Finanzkrise. "Nur" 2 Jahre und 10 Monate war dieses Portfolio in der Finanzkrise "under-water".
www.portfoliovisualizer.com
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