Amazon und Co. zeigen seit 2000 steil ansteigende Umsätze. Selbst 2008/9 gab es nur einen kaum wahrnehmbaren Rücksetzer (Chart unten).
Für klassische Läden - Department Stores, Shopping-Center (Malls), rot im Chart - wird es hingegen immer enger. Klassische US-Retailer sind überschuldet und leiden zudem unter Umsatzschwund. Nun rächt sich, dass die Fremdkapitalquote (Leverage) durch Emission von zu viel Junkbonds in die Höhe getrieben wurde. Das damit vereinnahmte Geld wurde überwiegend für Rückkäufe eigener Aktien ausgegeben. Diese Rückkäufe dienen im Wesentlichen dazu, dass die CEOs bei der Ausübung ihrer Mitarbeiteroptionen, die einen Großteil ihres Gehalts ausmachen, auf die Schnelle Millionen absahnen.
Etliche US-Retailer stehen bereits mit einem Bein in der Pleite. Man könnte von einer schöpferischen Marktbereinigung ("kreative Zerstörung" gemäß Schumpeter) sprechen. Tatsächlich sind die Umsätze im US-Einzelhandel nicht gesunken, sie werden nur anders aufgeteilt: Online-Händler erhalten einen immer größeren Anteil des Kuchens, während der Umsatz im klassischen Einzelhandel (im Chart unten rot) seit 17 Jahren kontinuierlich sinkt.
Das Problem ist nicht nur, dass klassisches Einkaufen in "kleinen Läden" vielen Kunden einfach Spaß und Freude macht. Hier geht ein regelrechter Kult vor die Hunde. Im klassischen Einzelhandel kann man die Waren vor dem Kauf anfassen, anprobieren, mit Verkäufern über Vor- und Nachteile reden usw. All das geht durch den Online-Handel sukzessive verloren.
Stattdessen schlägt man sich mit Paketdienstzustellern herum, die oft nur wenig Deutsch können und für die z. B. schon "ich möchte die Annahme verweigern" eine sprachliche Überforderung darstellt. Bei Reklamationen wartet man endlos in (teils kostenpflichtigen) Warteschleifen der Call-Center, bis man endlich mit einem Mitarbeiter verbunden wird, der das Problem wegen fachlicher Überforderung nicht lösen kann. Selbst Email-Kontakt ist schwierig. Ehe man an die Email-Adresse kommt, wird man unter "Kontakt" durch zig Menues mit "oft gestellten Fragen" geschickt, um dann nach einigen Runden doch wieder nur am Ausgangsmenue anzukommen. Emails beantworten ist schließlich personalintensiv und kostet Geld, selbst wenn angelernte Billig-"Fachkräfte" die Fragen ziemlich häufig einfach nur mit wohlformulierten Textbausteinen "beantworten", die mit der Frage wenig bis gar nichts zu tun haben und oft nicht einmal miteinander kausal verbunden sind. Und bei der schlussendlichen Rückgabe von Waren, die anders sind, als sie online gezeigt wurden, steht man teils lange bei der Post Schlange...
Noch weitaus gravierender aber ist das Problem, dass z. B. Amazon durch ausbeuterische Arbeitsbedingungen auffällt. Schon zig mal kam es bei Amazon Deutschland zu Streiks. Wir sehen eine deutliche Verschärfung des Arbeitskampfes infolge struktureller Veränderungen und einer Marktkonzentration, gegen die Kartellbehörden offenbar nicht mit der gebotenen Schärfe vorgehen (wollen sie es überhaupt?).
wolfstreet.com/2017/04/24/...-mortar-retail-bankruptcies-2017/
Mall traffic is sagging. Department store sales have been in decline since 2001. Most retailers are loaded up with debt. Many have been losing money. Now they’re running out of options. Store closings numbered in the thousands last year. This year they promise to get much worse. “Zombie malls” have become reality, their vast parking lots rented to car dealers to store their excess vehicle inventory.
But ecommerce sales are booming, including online sales by some brick-and-mortar retailers, such as Walmart and Macy’s (Chart unten).
Over-indebted retailers are notoriously difficult to restructure and many end up being liquidated. Unsecured creditors, such as suppliers and junior bond holders, are often left out in the cold. Even secured creditors can end up holding the bag...
