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| Steigender DAX-Kurs | 5,00 | 10,00 | 15,00 | |
| Fallender DAX-Kurs | 5,00 | 10,00 | 15,00 | |
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Doch, die Italiener haben mit Bauen begonnen - seit die Schweiz bezahlt 
Es ist tatsächilich so, dass die Schweiz, den Italienern den Bau der Anschlüsse bezahlt. Nicht zuletzt, weil sonst die Güterzüge mit den 4-Meter-Sattelauflegern gar nicht zur Schweiz hinauskommen. Das gäbe einen schönen Stau in Chiasso...
Und da gebe ich dir recht, aufgrund solcher freiwilligen Zusatzleistungen, von denen ganz Europa profitiert, wäre etwas mehr Selbstbewustsein gegenüber Brüssel angebracht.
"Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt", weiß der Volksmund. Palaimon hat den Sinnspruch in ihrer Ariva-Signatur auf die Märkte übertragen: "An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil."
Geldströme erfolgen aufgrund vermeintlich rationaler Überlegungen. Kein Investor will mit seinem Investment Geld verlieren. Dennoch passiert es recht häufig, dass Marktteilnehmer - von Privaten über Firmen und Banken bis hin zu ganzen Staaten und Zentralbanken - trotz reiflichster Überlegungen Geld verlieren. Und zwar deshalb, weil sich Überlegungen, die einst rational und logisch erschienen, im Nachhinein als Denkfehler erweisen.
Bei den Staaten fällt mir dazu die Konvergenz-Illusion bei der Einführung des Euro ein. Die Väter des Euro glaubten ernsthaft, dass allein schon die Tatsache, dass ein Land den Euro als Landeswährung einführt, zur Folge haben würde, dass das Land über kurz oder lang zu einem Industriestaat vom Schlage Deutschlands werde. Die PIIGS-Dauerkrise zeigt, dass dies ein hedonistischer Fehlschluss war.
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Sorry für diese längliche Einleitung. Worauf ich hinaus will ist. Bislang in noch keine Krise von den großen Marktakteuren, insbesondere den hedonistischen Zentralbanken, rechtzeitig im Vorfeld erkannt worden - und zwar nicht nur seit der Jahrtausendwende, sondern reihenweise auch im 20. Jhdt (z. B. 1928 ff.).
Man sollte daher sehr vorsichtig sein, wenn es "in Stein gemeißelte" Konsensmeinungen gibt, die nachhaltig Geldflüsse beeinflussen.
Dazu zählt etwa meines Erachtens auch die Meinung, dass "Aktien nie wieder fallen werden", weil die Zentralbanken stets frisches Geld drucken. Eine neue Ära habe begonnen.
Eine weitere Standard-Meinung ist, dass der Franken sicherer sei als der Euro, weil er bereits seit 1850 ohne Währungsreform fortbesteht. Diese Meinung - die ebenfalls ein hedonistisches Vorurteil sein könnte - trägt maßgeblich dazu bei, dass Euro-Anleger, um einem Niedergang/Kollaps des Euro unter Draghi zu entgehen, massenhaft in den Schweizer Franken fliehen. Das ist das Kreuz, mit dem Jordan von der Schweizer Notenbank (SNB) zu kämpfen hat. Ob diese Auffassung sich auf lange Sicht einmal als historisch korrekt erweisen wird, spielt für die Gegenwart keine Rolle. Der Franken erstarkt, weil die Marktakteure dieser Auffassung sind. Basta.
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Tatsache aber ist: Der Kampf der SNB gegen die EZB ist ein Kampf zwischen David und Goliath. Es geht dabei schlicht um Marktvolumina.
Die Eurozone umfasst rund 340 Millionen Einwohner, die Schweiz hingegen hat nur acht Millionen Einwohner. Auf einen Schweizer kommen 42,5 "Eurozoner".
Das BIP der Eurozone liegt bei 10,7 Billionen Euro (Stand 2016). Die Bilanzsumme der EZB hat Draghi im Zuge von Euro-QE 2016 auf 3,66 Billionen aufgeblasen.
Gemessen am BIP fährt Draghi daher einen Hebel von rund 34 Prozent.
Das BIP der Schweiz liegt bei nur 650 Millarden Franken. Das ist gemessen an der Bevölkerungszahl ein respektabler Wert. Das BIP pro Kopf ist in der Schweiz mehr als doppelt so hoch wie in der Eurozone. Man kann die Schweiz daher ruhigen Gewissens als "reich" bezeichnen. Doch beim Notenbank-Poker zählen nicht die relativen, sondern die absoluten Zahlen - sprich: die schiere Marktmacht.
Wie sehr sich die Schweizer Notenbank bereits aus dem Fenster gelehnt hat (mit "Rauskipp-Gefahr"), zeigen die folgenden Zahlen:
Das BIP der Schweiz liegt bei 650 Milliarden Franken. Die SNB hat im Zuge der Stützungsverkäufe (Franken gegen Euro verkauft, um den Frankenwert zu drücken) ihre Bilanzsumme bereits auf 640 Mrd. Franken aufgeblasen (Stand 2015).
Gemessen am BIP fährt Jordan (SNB) daher einen Hebel von fast 100 Prozent. Das ist knapp dreimal so hoch wie der Hebel von Draghi (EZB).
Hinzu kommt, dass die SNB über eine beträchtliche Aktienposition verfügt, die die Krisenanfälligkeit der Bilanz noch weiter erhöht.
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Ich halte daher für durchaus möglich, dass sich der "fromme Glaube" der Eurozoner, der Schweizer Franken sei eine sicherere Geldaufgewahrung als der Euro, als illusorisch entpuppen könnte.
Ein klassischer Outlier-Event wäre, wenn die Schweizer Notenbank im Zuge einer sich zuspitzenden Euro-Krise Schiffbruch erleidet - und zwar wegen ihres hohen Hebels sogar noch früher als die EZB. Die SNB würde somit gleichsam von Draghi "zermahlen". Der Franken könnte sich dann wider Erwarten deutlich abschwächen (Risikoaversion), auch zum Euro.
Wer weiß, ob die SNB ihre US-Aktien, die sie ja mit frisch gedrucken Cyber-Frankenschulden gekauft hat (also mit "Luftgeld"), nicht als eine Art Hedge hält, um bei einem solchen Outlier-Event nicht gänzlich mit leeren Händen (d. h. nicht ohne Sachwerte) dazustehen.
Eine spannende, aber auch eine technisch anspruchsvolle Diskussion - für mich zumindest.
Dreiklang, einen Satz im obigen Post verstehe ich nicht:
"Dennoch geht der Swap nur in eine Richtung - die EZB "swappt" immer dann, wenn Nachfrage nach USD besteht."
"Nur in eine Richtung" muss aber nicht zwingend so sein, oder? Das ist nicht systemimmanent, weil der $ die "Leitwährung" ist? War das in der Frühphase des Euros, als noch viel Optimismus damit verknüpft war und eine grosse Nachfrage bestand (z. B. 2008 EUR/USD 1.60), auch so? Oder anders gefragt, das könnte unter anderen ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen (theoretisch) auch wieder drehen?
der Zentralbankenpolitik werden ganz unterschiedlich beurteilt.
Die tschechische Zentralbank, die während 12 Jahren ein negatives Eigenkapital auswies, sah in Verlusten aus Devisengeschäften nie ein Risiko (aus der FAZ):
"Die Verluste, die zu einem über mehr als 10 Jahre währenden negativen Eigenkapital führten, stammten ganz überwiegend aus Bewertungsverlusten, die im Zuge einer Aufwertung der Krone auf die erheblichen Devisenreserven in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts anfielen. Diese Verluste übertrafen die Erträge aus diesen Anlagen. Mit anderen Worten: Die Zentralbank machte Verluste als Ergebnis einer Stärke und nicht einer Schwäche der eigenen Währung. In ihrem „Kerngeschäft“, der Finanzierung der in Tschechien tätigen Banken, erzielte die Zentralbank dagegen immer einen Gewinn.
Dies ist auch der Grund, warum die Zentralbank die Verluste aus der Bewertung der Devisenreserven stets als unproblematisch betrachtet hat: Sie verließ sich darauf, dass die Gewinne aus dem Kerngeschäft auf die Dauer wieder für ein positives Eigenkapital sorgen würden."
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