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Zum Vergleich: Der SP-500 fiel zwischen Herbst 2008 und März 2009 um -56 %.
Marketwatch schreibt zur Kupferpreis-Entwicklung (Link oben):
In the boom times of 2011, copper traded above $10,000 a ton, since when it has lost 55% of its worth.
Die im Folgenden genannte "Begründung" ist freilich bullshit:
Among the reasons for its most recent troubles has been a stronger dollar... Copper is priced in dollars, and it grows more expensive for other currency-holders to buy as the greenback strengthens.
Der Chart im letzten Posting zeigt den Kupferpreis in Dollar - d.h. der Dollarkurs ist in diesem Chart bereits enthalten. Dieser Preis gilt im Prinzip auch für China, denn der Yuan bewegt sich zum US-Dollar per Dekret nur in einem engen Korrirdor. O.k., in Euro ist der Kupferpreis nicht so stark gefallen, weil die Euroschwäche entgegenwirkte, aber das beweist oder begründet mMn gar nichts.
MMn ist nicht der starke Dollar der Auslöser für den Kupferpreisverfall. Ursache ist vielmehr die konjunkturell (vor allem in China) ausgelöste weltweite Nachfrageschwäche. Bezüglich China hat obige Dollar-Argumentation wegen der Dollar/Yuan-(Quasi)-Bindung eh kein Gewicht.
Hier wird offenbar versucht, "spiegelbildlich" zu 2008 zu argumentieren. 2008 war der Dollar mit EUR/USD bis 1,60 extrem schwach, und Öl sowie Rohstoff haussierten. Damals trommelten Goldman und Co. unentwegt, dass zwischen Rohstoffstärke und Dollarschwäche ein Kausalzusammenhang bestünde. Ich hatte das stets bestritten und für eine "Spinstory" gehalten, die verbreitet wurde, um den damals angesagten Dollar-Carry-Trade zu schieben.
Die damaligen Behauptungen werden nun - unter Beibehaltung der damaligen "Logik" - negiert: Wenn damals der schwache Dollar für die Rohstoff-Hausse "verantwortlich" war, dann muss ja wohl jetzt die Rohstoff-Baisse eine "Folge" der Dollarstärke sein.
Am wichtigsten für die US-Wirtschaftsmedien scheint zu sein, dass stets irgendetwas Amerikanisches die Preise treibt, sei es der US-Dollar, die US-Stellenzahlen oder Yellens Zinserhöhungsgeschwafel.
FAZIT: Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.
Hildebrand ist CEO von Blackrock, dem weltgrößten Vermögensverwalter, und war zuvor bis 2012 Direktor der Schweizer Nationalbank.
Aus dem heutigem SPON-Interview:
Hildebrand: Diese tragischen Ereignisse [von Paris] bringen natürlich einen weiteren Unsicherheitsfaktor in die Wirtschaftslage. Das könnte negative Effekte vor allem für den Konsum mit sich bringen. Bis zu einem gewissen Grad könnten auch Probleme beim Handel dazukommen, etwa wenn es an den Grenzen strengere Kontrollen für Güter gibt. Auf der anderen Seite rechne ich aber infolge der Anschläge auch mit gesteigerten Staatsausgaben, die wachstumsunterstützend wirken werden.
SPIEGEL ONLINE: Das müssen Sie erklären.
Hildebrand: Ich denke, dass die Ereignisse von Paris die Fiskalpolitik der EU verändern werden. Es ist jetzt allen klar geworden, dass ganz Europa im Visier der Terroristen ist. Die staatlichen Ausgaben für Sicherheit werden deshalb deutlich steigen. Das verstärkt einen Trend, den es bereits seit einigen Monaten gibt: Die Phase der Austeritätspolitik ist nun endgültig vorbei.
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