Mein Text zum Zerohedge-Kommentar unten findet sich am Ende des Postings. Für Leute, die nicht gut Englisch können, reicht es auch, nur meinen Text zu lesen.
www.zerohedge.com/news/2013-07-29/...er-and-avoiding-giddiness-weimar
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1) .... By stopping out the over-levered trader's who were trying to monetize the "Bernanke put", the Fed is trying to mitigate a 1994 or 1998 or 2007 scenario... Mr. Bernanke does not want a Greenspan redux where a financial calamity occurs soon after his departure and he takes the blame. He also does not want to entirely break the market - his only transmission channel.
2) Political positioning. Mr. Bernanke is the only person who can start the taper process and keep his hands clean. If the job falls to the next Fed Chairperson, it will be met with a cacophony of second guessers (think Krugman). By doing the dirty job himself, he provides a clean slate (saubere Hinterlassenschaft) to his successor.
3) QE's Monetization Demon and destabilization. No matter the unemployment or inflation rate, QE will soon become destabilizing, even for the most Dovish. As much as bond vigilantes have cried about inflation, QE1 + QE2 + QE3 + QE4EVA had yet to fully monetize the budget deficit.
"Netto-Monetarisierung" findet gemäß der Tabelle unten zufolge statt, wenn QE höher wird als das Haushaltsdefizit - was erst ab 2013 ff. ansteht (roter Ziffern).
Doch auch schon in den Vorjahren gab es Monetarisierung, da war QE halt nur geringer als die Neuverschuldung.
2009 wurde fast die gesamte Neuverschuldung durch die Fed aufgekauft, 2010 und 2011 waren es ca. 40 %, 2012 waren es 20 %. Ab 2013 kauft die Fed - wenn das aktuelle Tempo beibehalten wird - erstmals deutlich mehr Staatsanleihen auf, als für die (rückläufige) US-Neuverschuldung emittiert werden müssen. Das erfüllt die klassische Bedingung für "Weimar'sches Gelddrucken". Wenn der Markt das "peilt", bekommt Bernanke ein Problem; dann könnte ihm der Bondmarkt noch weiter nach unten entgleiten.
Bernanke ist auch der einzige, der glaubhaft Tapering durchziehen kann. Würde er bis zu seinem Abgang (heute las ich: schon in wenigen Monaten...) weiter pumpen, dann würde die Drecksarbeit des Tapering seinem Nachfolger zufallen, was dann von "Marktbeobachtern" (Krugman und Co.) kritisch gewertet werden könnte (z. B. "der Neue ist viel hawkisher..."). Also muss Bernanke bereits vorleisten - und langsam läuft ihm die Zeit weg.
FAZIT: Tapering hängt weniger von ökonomischen Rahmendaten (BIP-Wachstum, AL-Quote usw.) ab, als viele glauben. Es ist ein Muss. Dass Tapering den Aktienmarkt runter schickt, wird Beranke in Kauf nehmen müssen. Natürlich will er das sorgsam über Jahre Gepumpte nicht leichtfertig in sich zusammenfallen lassen (-40 % Crash o.ä.). Aber ohne Rückschläge am Aktienmarkt (sagen wir mindestens -10 bis -20 %) wird er nicht über die Runden kommen. Und selbst dann bleibt offen, ob der Markt - einmal in (Ab)Schwung gekommen - nicht momentumgetrieben noch weiter nach unten übertreibt. 