Eine griechische Verbraucherschutzorganisation hat dazu aufgerufen, keine deutschen und niederländischen Waren zu kaufen. Mehr…
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| Steigender DAX-Kurs | 5,00 | 10,00 | 14,99 | |
| Fallender DAX-Kurs | 5,00 | 10,01 | 15,00 | |
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Der griechische Abwirtschaftsminister Evangibteinaus blickt entspannt auf sein Schuldenmeer (Bild unten).
Er kann zufrieden sein. Seine Mäster haben sich für das entschieden, was seit Wochen erwartet wurde: Die Euro-Finanzminister haben einem neuen Hilfskredit für Griechenland zugestimmt - und eine Staatspleite in Europa im letzten Moment abgewendet. Private Gläubiger müssen auf mehr Geld verzichten als zunächst geplant.
Details:
Griechenland muss im Gegenzug für das neue Rettungspaket weitgehende Zugeständnisse machen:
Was jetzt noch fehlt:
Zweifel an Rettungspaket
Die Einigung in der späten Nacht sorgte für unterschiedliche Reaktionen. Während die meisten Politiker sich zufrieden zeigten, reagierten Analysten und Börsianer verhalten.
Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, das Ergebnis sei "zu verantworten". Athen können nun "auf den nachhaltigen Pfad der Gesundung" kommen.
Griechenlands Premierminister Lukas Papademos bejubelte einen "historischen Tag für die griechische Wirtschaft". Athens Finanzchef Evangelos Venizelos nannte das Ergebnis "besser, als geplant".
Der belgische Finanzminister Steven Vanackere begrüßte den Durchbruch bei den Verhandlungen. "Ich bin froh, dass wir eine Einigung haben", sagte er am Dienstagmorgen in Brüssel.
Der Vorsitzende des Internationalen Bankenverbandes (IIF) sprach von einem "bedeutenden Schritt zur Umsetzung des Schuldenumtausches". Als IIF-Chef vertritt Charles Dallara die Privatgläubiger bei den Verhandlungen über das zweite Rettungspaket.
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, beurteilt die Wirkung der neuen Milliardenhilfen dagegen skeptisch. "Ich bezweifle, ob das ausreicht", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Selbst der ursprünglich angestrebte Schuldenstand von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020 wäre noch doppelt so hoch, wie der Maastrichtvertrag maximal erlaubt." Allein im vergangenen Jahr habe Griechenland neue Schulden in Höhe von fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts gemacht.
Auch die Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB ist skeptisch. In ihrer Schuldenanalyse, die die Zeitung "Financial Times" in Auszügen im Internet veröffentlichte, wird vor einer Vertiefung der Rezession in Griechenland gewarnt. Würden sich notwendige Reformen und Privatisierungen weiter verzögern, drohe die Gesamtverschuldung Athens auch in acht Jahren noch bei 160 Prozent zu verharren, heißt es darin.
Der Euro Chart zeigen legte nach den ersten Meldungen schlagartig zu und stieg zeitweise auf mehr als 1,32 Dollar. Die Börsen in Asien drehten trotz der Einigung zunächst ins Minus. Der japanische Nikkei Chart zeigen und der Hongkonger Hang Seng Chart zeigen verloren jeweils leicht an Wert.
(frei nach:) nck/ssu/dpa/Reuters/dapd - www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816486,00.html
Börsen und EUR/USD stiegen nach der Verkündung im Asienhandel nur noch leicht, Japan schloss sogar negativ. Panik-Bären hatten bereits im Vorfeld glattgestellt, einen "Big Bang" wie bei der ersten Griechenrettung 2010 befürchtend. Da die Indizes jedoch vor dem Deal 2.0 extrem hochgelaufen waren (während sie 2010 vor Verkündung von Deail 1.0 nahe Mehrmonats-Tiefs notierten), ist diesmal wohl eher mit einer Sell-the-News-Reaktion zu rechnen.
A.L.
Auch wenn das Tauziehen um die Griechenland-Rettung erfolgreich zu Ende gegangen sei, sei dies erst der Anfang, schreibt das Wall Street Journal. Der Forderungsverzicht werde nur erfolgreich sein, falls Europas Politiker verstünden, dass dies nur der erste Schritt in einem langen Prozess zur Bekämpfung der Mängel der Währungsunion sein könne. Die Märkte würden einen solchen Deal als Beweis werten, dass nach wie vor ein politischer Wille bestehe, Griechenland zu retten. Wenn die Politiker den Verzicht jedoch als Beweis des besagten Willens betrachten würden und meinten, ihr Job sei getan und weitere Reformen unnötig, dann würden die Märkte mit voller Wucht zurückschlagen. Die EU müsse dringend den gemeinsamen Markt noch weiter vertiefen und die Europäische Investmentbank weiter aufbauen, die einen echten Marshall-Plan für Griechenland und andere Peripherie-Staaten auflegen müsse.
Die Wirtschaftsagentur Bloomberg beobachtet mit Sorge, dass sich viele europäische Offizielle die Frage stellten, ob der Euro nun nicht stark genug wäre, die Bailout-Agonie Griechenlands zu beenden und das Land ziehen zu lassen. „Die kurze Antwort lautet: Nein!“, schreibt das Blatt. Tatsächlich sei Europa heute anfälliger denn je für eine griechische Katastrophe. Die Lage in Europa scheine sich zwar zu verbessern. So sei der Geschäftsklimaindex in Deutschland gestiegen und die EZB habe die Märkte mit Krediten für Europas Banken in Höhe von 500 Milliarden Euro beruhigt. Beim genaueren Hinsehen, entpuppten sich diese Verbesserungen als Kosmetik. Das EZB-Geld habe es etwa Spanien und Italien erlaubt, mehr Schulden zu machen, da die Zinsen gesunken seien. Die Finanzinstitute seien dadurch noch stärker durch Staatspleiten bedroht. Europas Anführer müssten einige bittere Wahrheiten akzeptieren: Portugal und Griechenland brauchten einen noch größeren Forderungsverzicht, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Banken müssten Hunderte Milliarden Euro an neuem Kapital heben, um Vertrauen wiederherzustellen, und nur ein massiver Garantie-Fonds in Höhe von etwa 3000 Milliarden Euro könne Staaten vor spekulativen Angriffen schützen.
Die britische Financial Times zitiert aus einem Dokument, das eigentlich für die Finanzminister der Euro-Länder bestimmt worden sei. Das Schreiben zeige, dass die Sparbemühungen Griechenlands im Sande verliefen und dass das Land ein weiteres Rettungspaket brauchen werde, nachdem nun der Schuldenschnitt in Brüssel verhandelt worden sei. Dass die Sparmaßnahmen Griechenland aufgezwungen worden seien, könnte zu einer noch tieferen Rezession im Land führen. Ein Szenario zeige, dass der Schuldenabbau Griechenlands deutlich langsamer vonstatten gehen könne. Statt 120 Prozent Schuldenquote im Vergleich zum BIP werde das Land es lediglich auf 160 Prozent schaffen.
Die Kür des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck habe die Kanzlerin beschädigt und gezeigt, dass sie ihren Laden nicht mehr im Griff habe, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Merkel könne zwar mit Gauck als Bundespräsidenten gut leben, aber sie hätte ihre Gründe gehabt, warum sie gegen ihn gewesen sei. Merkels wirkliches Problem sei aber das Präludium zu Gaucks Nominierung. Die große Gemeinsamkeit der Demokraten minus die Linke sei erst zustande gekommen, nachdem es in der Koalition gekracht hatte. Union und FDP seien über viele Sitzungen und Stunden nicht in einer Personalfrage klargekommen. „Wo, bitte, kommt da der Anspruch her, das Land noch zu regieren?“, ätzt das Blatt.
Der britische Economist sieht die Situation deutlich entspannter. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe nun einen Präsidenten, mit dem fast alle Parteien aus dem Bundestag leben könnten. Wenn es bei der Wahl des Bundespräsidenten zum Teil um Signale für mögliche künftige Koalitionen gehe, so zeige dies, dass Merkel mit fast jeder beliebigen Partei regieren könne. Es sei nicht das erste Mal, dass ein scheinbarer Rückschlag Angela Merkel stärken würde. Doch am wichtigsten sei, dass das deutsche Volk auch gewonnen habe. Anders als sein Vorgänger sei Gauck eine charismatische und inspirierende Persönlichkeit.
Die Financial Times Deutschland vergleicht die etwa 200 streikenden Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens mit einem Hausmeister, der die Produktion einer ganzen Fabrik stoppt, weil er meint, zu wenig Geld zu verdienen. Die Rollfeldmitarbeiter seien die Herren eines winzigen, aber entscheidenden Bereiches. Am Missbrauch der Macht durch die Gewerkschaft der Flugsicherheit seien Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen schuld. Die Flughafenbetreiber hätten zu lange die Unruhe an der Basis der Mitarbeiter ignoriert und zahlten jetzt die Quittung. Gewerkschaften hätten ihrerseits die Interessen spezieller Berufsgruppen ebenfalls nicht erkannt. Die exorbitanten Forderungen der GdF von bis zu 70 Prozent mehr Lohn dürften bei der Bevölkerung zu wachsendem Ärger führen. Deren Rückhalt brauche eine Gewerkschaft aber, wenn sie langfristig erfolgreich sein wolle.
Die Zeitung Vedomosti wertet den Einzug des Bloggers und eines der einflussreichsten Aktivisten der Opposition Alexej Navalny in den Verwaltungsrat der Fluggesellschaft Aeroflot als einen politischen Fehler. Nominiert habe ihn der Chef der Bank NRB Alexander Lebedew, Aktionär von Aeroflot. Lebedew lasse sich nur schwer auf der Achse „gut-böse“ einordnen. Er sei eine Art Jack Sparrow der russischen Politik, der nur seine eigenen politischen Interessen vertrete. Nach dem Kauf der Novaja Gazeta habe er die Zeitung in ein Kampfblatt verwandelt. In Moskau und der südrussischen Stadt Sotschi habe der ehemalige Geheimdienstler erfolglos an den Bürgermeisterwahlen teilgenommen. In seiner politische Karriere sei er bereits Mitglied der Putin-Partei Einiges Russland gewesen und zuletzt Duma-Abgeordneter für die pseudooppositionelle Partei Gerechtes Russland. Sich mit Lebedew zu assoziieren, sei zwar nicht unbedingt ein Schandfleck in der Biografie, allerdings bringe er Navalny auch kaum einen Vorteil.
Die Börsen-Zeitung zieht eine Parallele zwischen der Berufung von Joachim Gauck als Bundespräsident und Otto Rehhagel als neuen Trainer des Bundesligisten Hertha BSC Berlin. Beide Herren jenseits der 70 lösten ihre deutlich jüngeren, aber erfolglosen Vorgänger ab. Der 52-jährige Wulff sei der jüngste Bundespräsident gewesen und Michael Skibbe mit 46 einer der jüngsten Trainer in der Bundesligageschichte. Zwar müsse man ja die geistige und körperliche Fitness der Oldies Gauck und Rehhagel nicht bestreiten. „Aber haben wir in Deutschland als Nachfolger im einen wie im anderen Fall keine geeigneten Jüngeren als Mitglieder der Generation Ü70?“, schreibt das Blatt? Warum nicht dem Nachwuchs eine Chance geben? Es müssen ja nicht immer die Wulffs und Skibbes sein.
aufgrund der geringen Volumen vollkommen unbedeutend. Für die Banken ist es sicher ein schönes Nebengeschäft wenn sie über Optionsscheine und Derivate ein wenig Geld mitnehmen können.
Marktbestimmend sind diese Geschäfte für die Börsentendenz nicht.
Permanent
Die ganzen Rettungspakete orientieren sich mMn zu sehr an den quantitativen Größen. Es wird ausser Acht gelassen, dass in Griechenland ja der Großteil der Bevölkerung eigentlich im Streik bzw. beim Demonstrieren ist. Dies wirkt sich auch negativ auf die Wirtschaftsleistung aus und verstärkt sogar die Abwärtsdynamik. Die griechische Wirtschaft ist nun mal bestehend aus ca. 70% Konsum und dieser wird nun entscheidend von den Rettern geschwächt. Die heute morgen gemeldten Auftragseingänge mit -9,4% sind nur eine Bestätigung dafür, dass in diesem Land "nichts geht". Es ist quasi auf Generationen hinaus verbrannt. Die Buchungstricks der Politiker werden sich als im Nachinein als folgenschwerer Fehler erweisen - leider hat man den Zeitpunkt zum Ausstieg nun verpasst und steckt mMn in noch größeren Schwierigkeiten als dies noch vor dieser Entscheidung gewesen war.
Im Übrigen, wie auch die letzten Entscheidungen fiel auch diese Entscheidung spät Nachts, gegen 4 Uhr morgens wurde das Ergebnis dann kommuniziert. Das ist schon fahrlässig was die Politiker da machen - aber man kann es ja machen, da man nie zur Rechenschaft gezogen wird. Und gute Rente gibt es noch obendrein.
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