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Der USA Bären-Thread


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ein ruhiger Montag

6
06.09.10 10:00

US-Feiertag

von Henrik Voigt

 

da die US-Börsen heute aufgrund des Labor Day geschlossen bleiben, dürfte es ein ruhiger Handelstag an der deutschen Börse werden. Die US-Futures werden natürlich auch am Feiertag weltweit weiterhin gehandelt und bieten so dennoch eine gewisse Orientierung. Allerdings dürften auch diese heute mit dünnen Umsätzen und wenig Aussagekraft zu kämpfen haben. Wichtige Wirtschaftsdaten stehen heute nicht an.

Zeit für mich, zu einem Thema Stellung zu beziehen, welches mir aktuell sehr sauer aufstößt. Man mag von den Thesen von Bundesbankvorstand Thilo Sarazin halten was man will (laut Umfragen stehen immerhin ca. 80 Prozent der Deutschen zumindest teilweise hinter seinen Thesen). Aber eine Demokratie lebt vom Austausch und der inhaltlichen Diskussion unterschiedlicher Meinungen. Genau das bringt eine Gesellschaft voran.

In dieser Situation empfinde ich es als absolutes Armutszeugnis für die amtierende Politikerkaste, den Mann mit einem Parteiausschluss und einem quasi Berufsverbot belegen zu wollen, nur weil seine Meinung nicht in die offizielle Linie passt. Zu DDR-Zeiten wurden teilweise ähnliche Methoden angewandt, was nur die Hilflosigkeit des damaligen Regimes offenbarte. Auch wenn der Vergleich mit damals hinkt, so schießt mir doch unwillkürlich folgende Frage durch den Kopf: „Ihr habt wohl keine Argumente mehr?“

Ich hoffe, dass wir hier lediglich einen Ausrutscher und keine generelle Entwicklung sehen. Allerdings scheinen sich derartige Ausrutscher in letzter Zeit zu häufen (z.B. Spekulantenfeindbild zur Rechtfertigung des EU-Rettungspaketes, Vorstöße zur Einschränkung der Pressefreiheit, Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, Aushölung des Bankgeheimnisses, staatlicher Ankauf kriminell erlangter Daten zur Verfolgung von Steuerhinterziehung etc.). Mich macht das jedenfalls sehr betroffen. Damit genug. Ab morgen geht es wieder ausschließlich um die Wirtschaft.

DAX quo vadis?

von Henrik Voigt

 

Der DAX holte bis zum vergangenen Freitag zwei Drittel der gesamten Augustverluste in nur vier Handelstagen wieder auf. Auch das ist aber nur eine Momentaufnahme. Aufgrund der heftigen Kursbewegung steigt damit die kurzfristige Rückschlagsgefahr, zumal sich der Index nun an einem wichtigen unsichtbaren Widerstand (einem „61,8%-Retracement") befindet.

Wenn ich mir eine ausgewogene Sichtweise auf das Kursgeschehen bewahre, dann muss ich jetzt zwei Möglichkeiten für den weiteren Kursverlauf in Betracht ziehen. Im bullischen Fall steigt der DAX nach einem kurzen Rücksetzer weiter bis in die Widerstandszone um 6400 Punkte an und entscheidet sich dann für oder gegen einen noch größeren Anstieg. Die Kaufsignale der Indikatoren sprechen zunächst für diese Variante. Ein weiterer Anstieg im Monatsverlauf dürfte allerdings aufgrund der negativen Saisonalität nicht einfach werden.

Im bärischen Fall haben wir mit dem heftigen Kurssprung der vergangenen Woche lediglich einen Rücksetzer an die gebrochene Juli-Aufwärtstrendlinie gesehen. Dann dürfte der Index in Kürze wieder fallen. Spätestens unter 5800 Punkten sähe es dann sehr düster aus. 5800 und 6400 Punkte sind demnach die mittelfristig wichtigen Marken. Alles dazwischen ist lediglich richtungsloses Seitwärtsgeplänkel für kurzfristig agierende Spieler. Wobei Sie den Ausdruck „Spieler" durchaus wörtlich nehmen dürfen. Solange der DAX keine dieser Marken überzeugend knackt, halte ich mich mit längerfristigen Prognosen für diesen Index zurück. Es existiert nämlich spätestens seit April kein Trend mehr.

DAX im Tageschart

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Nächste Widerstände: 6600, 6350, 6250, Punkte

Nächste Unterstützungen: 6080, 5800, 5430, 5320, 5170 Punkte

 

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

 

Ihr Henrik Voigt.

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Anti Lemming:

US-Wahlen und der Börsen-"Vorwahlkampf"

12
06.09.10 10:09
Obama und die Demokraten (Dems) würden die Indizes gern bis November deutlich steigen sehen, weil "die Wähler" dies dann als Erfolg ihrer Politik (fehl-)interpretieren können.

Die Republikaner (Reps) hingegen wollen, dass die Dems im November haushoch verlieren und ein politischer "Gridlock" entsteht, der die Politik de facto handlungsunfähig macht. Der Gridlock hätte zur Folge, dass Wall Street und "das Kapital im Allgemeinen" weniger von gesetzlichen Auflagen behindert wird. Der "freie Markt" könnte seine Kräfte (soweit vorhanden) ungehindert entfalten.

Für die Reps wäre es daher "hilfreich", wenn die Börsen bis November deutlich fallen. Sie hätten dann eine schöne Bestätigung für ihr Standard-Argument, dass die Dems nur sinnlos Geld zum Fenster raus schmeißen und die ganzen Stimulusaktionen nichts gebracht haben. (In Deutschland lautet der entsprechende CDU/CSU-Leitspruch, dass "die Sozis nicht mit Geld umgehen können".)

Welches der beiden Lager wird in diesem "Börsen-Vorwahlkampf" die Oberhand behalten? Ich tippe stark auf die Reps, weil sie und ihre Klientel viel mehr Geld in petto haben, um die Märkte in ihrem Sinne (d. h. bis Nov. nach unten) zu manipulieren. Würden die Reps dann bei den Zwischenwahlen gewinnen, ergäben die vorherigen Tiefstände eine wunderschöne Ausgangsbasis für eine Weihnachtsrallye, die dann zugleich bestätigt, dass Amerika mit "den Dems in politischen Handschellen" wieder "mehr Vertrauen in die Zukunft hat".

Effektiver kann man - aus Rep-Sicht - den Wahlkampf nicht bestreiten. Wenn ich Rep wäre, würde ich meine Agenda jedenfalls so ausrichten.

Ich bin aber kein Rep - und trotzdem short. Den Vorwurf des Opportunismus nehme ich billigend zur Kenntnis. ;-)
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permanent:

Zeitbombe in den Sozialkassen

11
06.09.10 10:43

Die Zeitbombe in den Sozialkassen

Doch sind mit der Schuldenbremse wirklich die Probleme der Staatsfinanzen gelöst? Ökonomen weisen regelmäßig darauf hin, dass die explizite, in der öffentlichen Finanzstatistik ausgewiesene Staatsverschuldung nur die Spitze des Eisbergs sei. Schließlich seien die impliziten Schulden in Form von Zahlungsverpflichtungen künftiger Generationen als Folge von Pensionsansprüchen und Ansprüchen an die umlagefinanzierten Sozialversicherungen um ein Vielfaches höher als die aus den expliziten Schulden erwachsenden Verpflichtungen.

So ergaben zum Beispiel Berechnungen des Freiburger Finanzwissenschaftsprofessors Bernd Raffelhüschen, dass sich diese unsichtbaren Staatsschulden auf fast 185 Prozent in Relation zum BIP belaufen. Unter Berücksichtigung der expliziten Staatsschulden würde deshalb die gesamte Nachhaltigkeitslücke das 2,5-Fache des BIP betragen.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/...nerationen;2649526

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daiphong:

#68267 AL, Dreiklang war der Adressat

3
06.09.10 10:50
Sarrazin thematisiert verschiedene Zwischenresultate der Gastarbeiter-Zuwanderung und der Asylbewerber-Zuwanderung (nach 90 durch die offenen Grenzen), der Aussiedler-Zuwanderung und Zuwanderung durch Familien-Nachzug und binationale Familien punktuell richtig, im Zusammenhang aber leider falsch.
Ein Teil dieser Zuwanderung wurde politisch organisiert (Gastarbeiter, Aussiedler, Kontigente, Hochqualifizierte), ein Teil geschah durch illegale Zuwanderungsmöglichkeiten bei offenen Grenzen in einer historischen Ausnahmesituation: Zusammenbruch des Sozialismus, DDR, Bürgerkrieg in Jugoslawien etc.
Dass dadurch Deutschland faktisch ein Einwanderungsland wurde, sich darauf mühselig einstellen musste und sich zwar sehr verspätet, aber z.T. auch bereits erfolgreich eingestellt hat, kotzt eben viele an.  
naja.
die beliebten "Schuldfragen" sind natürlich ein weites Thema und keineswegs simpel.
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Anti Lemming:

Daiphong - sorry für die Verwechslung

 
06.09.10 10:52
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Anti Lemming:

Anglo Irish Bank muss abgewickelt werden

8
06.09.10 11:37

- was die Frage aufwirft, ob und wann auch Irland "abgewickelt" werden muss. Bei einer schnellen Sofortabwicklung der Bank müsste Irland fast das Doppelte der gesamten irischen Steuereinnahmen aus 2010 für die Rettung bereitstellen....

 



Rekordverluste

Anglo Irish Bank wird wohl nicht fortgeführt


Die verstaatlichte Bank erscheint wie ein Fass ohne Boden. Pläne, nur mit den guten Teilen des Instituts weiterzumachen, gelten als chancenlos. In Sorge um die Kosten setzt sich die irische Regierung für eine langsame Abwicklung ein.

Von Bettina Schulz, London
06. September 2010


Mit Sorge blicken die Iren Anfang dieser Woche auf die Verhandlungen zwischen dem irischen Finanzminister Brian Lenihan und dem Brüsseler EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Es geht um die Zukunft der strauchelnden irischen Anglo Irish Bank. Der große Verlust der Bank in Höhe von 8,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr dieses Jahres und der immer wieder hohe Kapitalbedarf haben in Brüssel und in Dublin Zweifel aufkommen lassen, ob die Weiterführung der Bank tragbar ist.

Irische Medien berichteten am Wochenende, in Brüssel sei im Prinzip die Entscheidung gefallen, dass die Bank abgewickelt werden müsse. Die Anglo Irish Bank war nach skandalösem Missmanagement am schwersten von der Finanzkrise getroffen worden, wurde im Januar 2009 verstaatlicht und bisher mit 23 Milliarden Euro irischen Steuergeldern aufgefangen. Die während der Finanzkrise eingerichtete staatliche Auffanggesellschaft Nama (National Asset Management Agency) übernahm 38 Milliarden Euro notleidende Kreditportfolios von Anglo Irish Bank, um das Institut zu entlasten.

Ziel des neuen Managements unter dem Verwaltungsratsvorsitzenden Alan Dukes war es daher bis vor kurzem, mit der EU-Wettbewerbskommission ein dauerhaftes Rettungskonzept auszuhandeln, im Rahmen dessen der Nama weitere Risikopositionen übertragen worden wären. Im Rumpfgeschäft der verbliebenen „guten Bank“ wären Kreditportfolios und Vermögensbestandteile verblieben, die etwa 20 Prozent der derzeitigen Bank ausgemacht hätten. Dies hätte den Grundstock für ein neues Geschäftsmodell bilden sollen. Die Bank hätte sich künftig auf das - derzeit allerdings schrumpfende - Einlagengeschäft und das Kleinkundenkreditgeschäft konzentrieren sollen.

Das verheerende Halbjahresergebnis der Bank, das Ende August vorgelegt wurde, zeigte jedoch, dass die Bank nicht auf einen grünen Zweig kommt. Das Management der Bank schätzte Ende August, dass der Kapitalbedarf der Bank vom Staat zur weiteren Refinanzierung nochmals 25 Milliarden Euro betragen werde. Dies macht zwei Drittel der diesjährigen Steuereinnahmen des Landes aus.

Die Ratingagentur Standard & Poor's errechnete gar einen Kapitalbedarf von 35 Milliarden Euro und nahm diese gewaltige Haushaltsbelastung für Irland zum Anlass, die Bonität der Republik an den Kapitalmärkten auf „AA“- herabzusetzen. Dies wiederum bürdet Irland im zehnjährigen Laufzeitenbereich mit 3,65 Prozentpunkten die höchste Risikoprämie gegenüber deutschen Bundesanleihen an den Kapitalmärkten auf, die das Land seit der Bankenkrise tragen musste.

Nach Angaben des „Sunday Independent“ in Irland sollen den Verhandlungen nahe stehende Vertreter Ende vergangener Woche signalisiert haben, dass die Bereitschaft Brüssels, einer langfristigen Weiterführung von Anglo Irish Bank zuzustimmen, „praktisch bei null“ liege.

Am Wochenende verlagerte sich daher die Diskussion auf die Frage, wie schnell und mit welchen Verlusten für den Steuerzahler die Bank abgewickelt werden soll. Würde das Institut hastig aufgelöst, würde dies Kosten in Höhe von 70 Milliarden Euro bedeuten, hieß es von der irischen Regierung am Wochenende. [70 Mrd. wären fast das DOPPELTE der gesamten irischen Steuereinnahmen in 2010 - A.L.]

Der Zeitdruck bei der Abwicklung würde die Konditionen beim überstürzten Verkauf von Vermögenspositionen dramatisch verschlechtern. „Die Vorstellung, dass wir Abwicklungskosten von 70 Milliarden Euro tragen würden, wäre nicht im Interesse des irischen Steuerzahlers“, warnte Premierminister Brian Cowen. „Wir müssen die Kosten für den irischen Steuerzahler niedrig halten. Wir hoffen, dies so schnell wir möglich mit der Europäischen Union klären zu können.“ Am vergangenen Mittwoch war auf einer irischen Kabinettssitzung offenbar besprochen worden, dass die Regierung eine langsame Abwicklung der Bank befürworte. Dies könnte bedeuten, dass sich nach irischen Vorstellung die Abwicklung über sieben bis fünfzehn Jahre hinziehen könnte.

www.faz.net/s/...6683B951AB91FBD7D6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Anti Lemming:

USA soll mehr Schulden aufnehmen, sagt Duncan

14
06.09.10 11:48
www.marketwatch.com/story/...up-more-debt-economist-2010-09-05

Der Ökonom Duncan, sagt, USA solle noch mehr Schulden aufnehmen und auf diese Weise die billigen Zinsen nutzen. Das Geld kann dann in neue Staatsanleihen investiert werden, deren Zinsen dann weiter sinken. Geld wird dann noch billiger.

Dann kann USA sogar noch mehr Schulden aufnehmen weil die Zinsen dann noch niedriger sind. Wird das Geld in den Kauf neuer Staatsanleihen investiert werden, sinken deren Zinsen noch weiter. Geld wird dann noch billiger.

Dann kann USA sogar noch mehr Schulden aufnehmen weil die Zinsen dann noch niedriger sind. Wird das Geld in den Kauf neuer Staatsanleihen investiert werden, sinken deren Zinsen noch weiter. Geld wird dann noch billiger.

Dann kann USA sogar noch mehr Schulden aufnehmen weil die Zinsen dann noch niedriger sind. Wird das Geld in den Kauf neuer Staatsanleihen investiert werden, sinken deren Zinsen noch weiter. Geld wird dann noch billiger.

usw. usf.
Antworten
schlauerfuchs:

Japan - Drei Monate bis zum Staatsbankrott?

9
06.09.10 14:07
permanent hatte es schon in #68262 gepostet, aber auch n-tv hat das Thema aufgenommen: ein möglicher Rendite-Sprung in den japanischen Staatsanleihen mit der Schlussfogerung:

"Ein Anstieg der 10jährigen japanischen Staatsanleihen in den Bereich von 2 bis 2,5 Prozent würde drastische Konsequenzen haben: Japans Zinsdienst würde deutlich teurer werden (Refinanzierungen müssten zu höheren Zinssätzen erfolgen). Ein weiterer Rating-Abstufungsprozess würde einsetzen. Schliesslich würde bei den ausländischen und japanischen Gläubigern eine Panik entstehen mit der Folge, dass dem japanischen Staat das Vertrauen schlagartig entzogen werden würde: Japan wäre innerhalb kurzer Zeit bankrott."
http://www.n-tv.de/wirtschaft/empfehlungen/...ott-article1425081.html

Ich hatte im Future der 10jährigen japanische Staatsanleihen vor kurzem mal einen Abenstern zu sehen geglaubt. Ganz regelkonform hat sich Muster nicht aufgelöst, aber trotzdem ist der JGB zurückgekommen. Wie weit und wie schnell er noch fällt, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.
http://www.ariva.de/...A_Baeren_Thread_t283343?page=2705#jumppos67636
Der USA Bären-Thread 343196
glaube, lybe, hoffnung
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musicus1:

frage und was machen die chinesen mit den

4
06.09.10 14:10
japan. staatsanleihen????????
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schlauerfuchs:

Klopapier?

4
06.09.10 14:17
Die Chinesen waren ja auch so schlau sich in amerikanischen Staatsanleihen bezahlen zu lassen. Jetzt setzten sie auf Japan und dann ist es evtl. wieder ein Griff ins Klo...
glaube, lybe, hoffnung
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permanent:

Fabrik ohne Arbeiter

7
06.09.10 15:48

Fabrik ohne Arbeiter

Foxconn geht neue Wege

Der durch eine Reihe von Selbstmorden in der Belegschaft in die Schlagzeilen geratene Elektronik-Konzern Foxconn plant den Bau von vollautomatischen Fabriken in den USA. Damit könne man so günstig produzieren, dass sich die Lieferung von den USA nach China lohne. ...»

Antworten
daiphong:

alles noch fest in chinesischer Hand

6
06.09.10 17:41
einen Griff ins Klo haben die Chinesen bisher mMn nicht gemacht, ihre Staatsfinanzierung der Eurozone und der USA, ihre Ressourcensicherungspolitik lohnt sich doch politisch und industriepolitisch. Japan wird auch bald am chinesischen Anleihen-Tropf hängen.
Man konvertiert staatlich Devisenüberschüsse zugleich in Yuan-Inlandsnachfrage und in Auslandskredite. Den Hochwährungsgebieten wächst mangels ausreichender Wertschöpfung und externer Nachfrage die Verschuldung über den Kopf. Je mehr Geld sie ersatzweise schöpfen, desto schlimmer. Der Markt reguliert da gar nichts, solange China seine Währung dem Markt nicht aussetzt bzw. selbst daran scheitert
Antworten
Dreiklang:

Daiphong China

4
06.09.10 19:05
"Man konvertiert staatlich Devisenüberschüsse zugleich in Yuan-Inlandsnachfrage und in Auslandskredite. "

Ja. China bzw. BOC druckt Yuan und lässt die Dollar  als UST im Depot liegen. Bond-Risiko gibt es nicht, im Gegenteil durch den Renditeverfall muss es , in Dollar gerechnet, eine Wertsteigerung gegeben haben. Bernanke hat am 10.8 ja verlauten lassen: "We have to protect the bondholders". Also, China hat bisher keine Fehler gemacht.

Dass allerdings China nun Interesse an jap. Anleihen hat , ist mir nicht einsichtig, da der Yen keiner Unterstützung bedarf. Im Gegenteil, China hätte eher ein Interesse daran, japanische Industriegüter möglichst preiswert zu beziehen.

"Der Markt reguliert da gar nichts, solange China seine Währung dem Markt nicht aussetzt bzw. selbst daran scheitert"

"China"  durch "Japan" ersetzt und die Aussage trifft auch für Japan zu.
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Dreiklang:

Das "Japan ist pleite Syndrom"

7
06.09.10 19:40
haben all diejenigen, die japanische Verhältnisse "befürchten" und die Verhältnisse im Euro-Raum oder in den USA mit denen Japans gleichsetzen. Japan hat ein Problem bei seiner inneren Bilanz: Der Staat ist gegenüber seinen Bürgern überverschuldet. GR, P und SP haben ein Problem mit Verschuldung gegenüber dem Ausland, welches Folge der negativen Leistungsbilanz ist. Die USA haben ein ähnliches Problem, wobei die USA historisch  wiederholt das Kunststück schafften, eine negative Handelsbilanz mit der Leistungsbilanz wieder auszugleichen (dank "Finanzindustrie").

Die BoJ könnte jederzeit eine Besicherung jap. Bonds   mit garantierter Rücknahme zum Nennwert abgeben. Würde aber beim derzeitigen Zinstief niemand wahrnehmen. Sollte aber tatsächlich die BoJ in großem Umfang Bonds entgegennehmen (müssen), würde dies Yen in großem Umfang freisetzen. Zinsanstiege wären üblicherweise mit Inflationserwartungen verknüpft. Wo fließen  die freigewordenen Yen dann  hin? Ins Ausland? Wunderbar, so könnte der Yen abwerten.  Der Export würde anziehen, Importe würden teurer, der Geldumlauf würde zunehmen - exakt das was man seit inzwischen über 10 Jahren erfolglos versucht. Die Quintessenz: Man kann ein Exportland bzw. dessen Währung oder dessen Anleihen nicht shorten. Es sei denn, man würde dem Land noch enorme Transferleistungen (Reparationen?) abverlangen - Stichwort Dtl. nach WK I oder aber die aktuelle Euro-Rettung. Man nehme da nur die Artikel von Soros in der FTD. Hat (ihm) aber nichts gebracht, wie der Anstieg  des Bundfutures NACH der Euro-Krise beweist.
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permanent:

Housing Woes Bring New Cry: Let Market Crash

6
06.09.10 21:03
Housing Woes Bring New Cry: Let Market Crash
REAL ESTATE, HOUSING, MARKET, MARKETS, ECONOMY, MORTGAGE, CRISIS, BANKS
The New York Times
| 06 Sep 2010 | 09:33 AM ET

The unexpectedly deep plunge in home sales this summer is likely to force the Obama administration to choose between future homeowners and current ones, a predicament officials had been eager to avoid.

 

Over the last 18 months, the administration has rolled out just about every program it could think of to prop up the ailing housing market, using tax credits, mortgage modification programs, low interest rates, government-backed loans and other assistance intended to keep values up and delinquent borrowers out of foreclosure. The goal was to stabilize the market until a resurgent economy created new households that demanded places to live.

As the economy again sputters and potential buyers flee — July housing sales sank 26 percent from July 2009 — there is a growing sense of exhaustion with government intervention. Some economists and analysts are now urging a dose of shock therapy that would greatly shift the benefits to future homeowners: Let the housing market crash.

When prices are lower, these experts argue, buyers will pour in, creating the elusive stability the government has spent billions upon billions trying to achieve.

“Housing needs to go back to reasonable levels,” said Anthony B. Sanders, a professor of real estate finance at George Mason University. “If we keep trying to stimulate the market, that’s the definition of insanity.”

The further the market descends, however, the more miserable one group — important both politically and economically — will be: the tens of millions of homeowners who have already seen their home values drop an average of 30 percent.

The poorer these owners feel, the less likely they will indulge in the sort of consumer spending the economy needs to recover. If they see an identical house down the street going for half what they owe, the temptation to default might be irresistible. That could make the market’s current malaise seem minor.

Caught in the middle is an administration that gambled on a recovery that is not happening.

“The administration made a bet that a rising economy would solve the housing problem and now they are out of chips,” said Howard Glaser, a former Clinton administration housing official with close ties to policy makers in the administration. “They are deeply worried and don’t really know what to do.”

That was clear last week, when the secretary of housing and urban development, Shaun Donovan, appeared to side with current homeowners, telling CNN the administration would “go everywhere we can” to make sure the slumping market recovers.

Mr. Donovan even opened the door to another housing tax credit like the one that expired last spring, which paid first-time buyers as much as $8,000 and buyers who were moving up $6,500. The cost to taxpayers was in the neighborhood of $30 billion, much of which went to people who would have bought anyway.

 

Administration press officers quickly backpedaled from Mr. Donovan’s comment, saying a revived credit was either highly unlikely or flat-out impossible. Mr. Donovan declined to be interviewed for this article. In a statement, a White House spokeswoman responded to questions about possible new stimulus measures by pointing to those already in the works.

“In the weeks ahead, we will focus on successfully getting off the ground programs we have recently announced,” the spokeswoman, Amy Brundage, said.

Among those initiatives are $3 billion to keep the unemployed from losing their homes and a refinancing program that will try to cut the mortgage balances of owners who owe more than their property is worth. A previous program with similar goals had limited success.

 

If last year’s tax credit was supposed to be a bridge over a rough patch, it ended with a glimpse of the abyss. The average home now takes more than a year to sell. Add in the homes that are foreclosed but not yet for sale and the total is greater still.

Builders are in even worse shape. Sales of new homes are lower than in the depths of the recession of the early 1980s, when mortgage rates were double what they are now, unemployment was pervasive and the gloom was at least as thick.

 

The deteriorating circumstances have given a new voice to the “do nothing” chorus, whose members think the era of trying to buy stability while hoping the market will catch fire — called “extend and pretend” or “delay and pray” — has run its course.

“We have had enough artificial support and need to let the free market do its thing,” said the housing analyst Ivy Zelman.

Michael L. Moskowitz, president of Equity Now, a direct mortgage lender that operates in New York and seven other states, also advocates letting the market fall. “Prices are still artificially high,” he said. “The government is discriminating against the renters who are able to buy at $200,000 but can’t at $250,000.”

A small decline in home prices might not make too much of a difference to a slack economy. But an unchecked drop of 10 percent or more might prove entirely discouraging to the millions of owners just hanging on, especially those who bought in the last few years under the impression that a turnaround had already begun.

The government is on the hook for many of these mortgages, another reason policy makers have been aggressively seeking stability. What helped support the market last year could now cause it to crumble.

Since 2006, the Federal Housing Administration has insured millions of low down payment loans. During the first two years, officials concede, the credit quality of the borrowers was too low.

With little at stake and a queasy economy, buyers bailed: nearly 12 percent were delinquent after a year. Last fall, F.H.A. cash reserves fell below the Congressionally mandated minimum, and the agency had to shore up its finances.

Government-backed loans in 2009 went to buyers with higher credit scores. Yet the percentage of first-year defaults was still 5 percent, according to data from the research firm CoreLogic.

“These are at-risk buyers,” said Sam Khater, a CoreLogic economist. “They have very little equity, and that’s the largest predictor of default.”

This is the risk policy makers face. “If home prices begin to fall again with any serious velocity, borrowers may stay away in such numbers that the market never recovers,” said Mr. Glaser, a consultant whose clients include the National Association of Realtors.

Those sorts of worries have a few people from the world of finance suggesting that the administration should do much more, not less.

 

William H. Gross, managing director at Pimco, a giant manager of bond funds, has proposed the government refinance at lower rates millions of mortgages it owns or insures. Such a bold action, Mr. Gross said in a recent speech, would “provide a crucial stimulus of $50 to $60 billion in consumption,” as well as increase housing prices.

The idea has gained little traction. Instead, there is a sense that, even with much more modest notions, government intervention is not the answer. The National Association of Realtors, the driving force behind the credit last year, is not calling for a new round of stimulus.

Some members of the National Association of Home Builders say a new credit of $25,000 would raise demand but their chances of getting this through Congress are nonexistent.

“Our members are saying that if we can’t get a very large tax credit — one that really brings people off the bench — why use our political capital at all?” said David Crowe, the chief economist for the home builders.

That might give the Obama administration permission to take the risk of doing nothing.

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Stöffen:

Bert Dohmen - Auftakt zum Crash

7
07.09.10 00:28
Nochmals bezogen auf mein Post # 68255 "Ist der Rentenmarkt völlig aus dem Ruder gelaufen?" möchte ich hier auf ein längeres und meiner Meinung nach recht interessantes Interview mit Bert Dohmen, dem Herausgeber des Wellington Newsletter hinweisen. Das Interview mit Bert Dohmen, welches Cliff Droke vornahm und bei den Goldseiten aktuell unter dem etwas reißerisch anmutenden Titel "Auftakt zum Crash" veröffentlicht wurde, birgt eine Menge an aufschlussreichen und interessanten Aspekten in sich und bekommt von mir das Prädikat lesenswert. Ein kurzer Auszug anbei, Verlinkung dazu weiter unten.

>>> Nein, die USA werden in den nächsten 3 bis 5 Jahren keinen Schuldausfall erklären. Was die Finanzmärkte betrifft, so bin ich immer schon der Meinung gewesen, dass das, was jeder weiß, nicht wissenswert ist. Auf die heutige Situation angewendet: Jeder weiß, dass sich die Staatsanleihen in einer Bubble befinden und dass am Aktienmarkt viel höhere Gewinne zu erzielen sind und dass man folglich keine Anleihen kaufen sollte. Ich werte das als ein Signal, dass die Anleihepreise bei noch viel höher steigen könnten, bei sinkender Verzinsung langfristiger Anleihen. Wenn eine 4%-Umlaufrendite auf 2% fällt, dann könnte sich der Preis verdoppeln.

Ein anderer Grund, warum US-Staatsanleihen aktuell von Investoren weltweit gekauft werden: US-Staatsanleihen sind ein Sicherer Hafen. Ich glaube, die Rally der Anleihepreise spiegelt eine globale Flucht in die Sicherheit wider. Gold ist das einzig echte Geld, denn es kann nicht nach Lust und Laune per Druckerpresse oder Computer hergestellt werden. Es ist somit ein Wertaufbewahrungsmittel. US-Staatsanleihen sind auch ein Sicherer Hafen für das Big Money. Erstens besteht kein Ausfallrisiko. Und da die Welt nun durch eine jahrzehntelange Deflationsperiode gehen wird, werden die Umlaufrenditen sinken und die Anleihepreise steigen.

Die entscheidende Frage ist meiner Meinung nach, ob eine Bubble am Rentenmarkt existiert oder ob der Rentenmarkt nur von allen als Bubble bezeichnet wird. Der Konsens, dass sich Anleihen sich in einer Bubble befinden, scheint die eigentliche Bubble zu sein.<<<

www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=14310
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Obama startet das nächste Milliardenprogramm

6
07.09.10 06:31

US-Präsident Obama stellt sich dem Kampf gegen die Rezession. Am Abend verkündete er einen milliardenschweres Konjunkturprogramm, dass Infrastruktur-Projekte fördern soll. Überraschned ist, dass dadurch angeblich das Haushaltsdefizit nicht weiter anschwillt. Obama hat damit am „Labour Day“ den Wahlkampf eingeläutet.

http://www.handelsblatt.com/politik/...ste-milliardenprogramm;2650131

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Roubini: In USA schwinden im Kampf gegen

8
07.09.10 07:52

www.derboersianer.com - Roubini: In USA schwinden im Kampf gegen Rezession Abwehrmaßnahmen07:51 07.09.2010


Der USA Bären-Thread 8589376
Der USA geht bei der Stützung der Wirtschaft allmählich die Munition verloren. Dies erklärte der renommierte New Yorker Wirtschaftsprofessor und richtige Prophezeier der Finanzkrise Nouriel Roubini. Über einen vermehrten Ankauf von Staatsanleihen durch die Federal Reserve komme es zu keinem Unterschied, zumal die Staatsanleiherendite bereits auf dem niedrigen Niveau von 2,5 Prozent notiert. Über den Einsatz Geldpolitik könne nur die Liquidität gesteigert werden. Eine Lösung der Probleme bleibe dadurch aber aus. In den USA dürfte trotz der größten Konjunktur stimulierenden Initiative in der Geschichte des Landes das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte unter 1 Prozent sinken. Dabei wurde der Leitzins von 5 Prozent auf nahe Null gesenkt. Gleichzeitig kletterte das Budgetdefizit der Regierung auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zudem habe das Finanzsystem 3 Billionen Dollar schwere Geldspritzen erhalten.

Dem derzeit schwachen Wirtschaftswachstum stehe ein Wirtschaftswachstum von 4-6 Prozent in vergleichbaren Stadien von bisherigen normalen Erholungen nach dem zweiten Weltkrieg gegenüber. Die Erholung sei nun zum Erliegen gekommen. Irgendeine Erschütterung könne die Wirtschaft in die Rezession zurück bringen. So etwa durch einen möglichen Anstieg der Interbankenzinsen wie zwischen 2008 und 2009. In den USA liege die Wahrscheinlichkeit für eine mit “double dip” bezeichnete Wiederkehr der Rezession bei 40 Prozent. Für Japan sei die entsprechende Wahrscheinlichkeit sogar noch größer.

Die amerikanischen Unternehmen hätten zwar reichlich Kapital, seien aber nur imstande ihre Gewinne über eine Senkung von Arbeitskosten zu erhöhen. “Wir haben während der Rezession 8,4 Millionen Jobs verloren. Mit Einbeziehung des Verlusts an Arbeitsstunden steigt die Vernichtung bei Stellen um 3 Millionen weiter an. Um diesen Verlust auszugleichen bedarf es über die kommenden drei Jahre jedes Monat der Schaffung von 450.000 Jobs”.

In den Industrieländern dürfte die durchschnittliche Staatsverschuldung bis 2015 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Wegen dieser Anschwellung gebe es keinen Spielraum für weitere stimulierende Konjunkturprogramme. Falls die Staaten dennoch ihr Heil in neuen Hilfspaketen suchen könne das Risiko für eine Staatsanleihekrise ähnlich wie in diesem Jahr in südeuropäischen Ländern beträchtlich steigen.

In den USA lasse die Stimulierung der Wirtschaft mittels Staatsausgaben nach. Zudem steuere der Lagerbestandszyklus auf ein Ende zu. Die Investitionen der Unternehmen hätten sich zwar gut gehalten, aber im Juli einen Einbruch verzeichnet. Der Hausmarkt befinde sich bereits in einer neuen Rezession. Als letzter stützender Faktor für die amerikanische Wirtschaft komme der Konsum in Betracht. Hier dürften aber die Ausgaben nur ein spärliches Wachstum von 1 Prozent erreichen, heißt es gemäß einem Bericht von Business Insider weiter von Roubini.
 
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Anti Lemming:

Permanent - weiter Stimu-Hilfen in # 290

10
07.09.10 08:17

Es ist mMn ein Fortschritt, dass die Akteure im US-Housingmarkt erkennen, dass mit weiterer Stimulation kein Land zu gewinnen ist:

"Instead, there is a sense that ... government intervention is not the answer. "

und

"“Housing needs to go back to reasonable levels,” said Anthony B. Sanders, a professor of real estate finance at George Mason University. “If we keep trying to stimulate the market, that’s the definition of insanity.

Die "unendliche Stimulation" seit Ende 2008 ist ein mehr oder minder blinder Aktionismus: Politiker versuchen in planwirtschaftlicher Manier, eine geplatzte Blase mit amtlichen Staatsgepäppel vor dem weiteren Entgasen zu bewahren. Das kann und wird nicht funktionieren. In Europa ist die Lage bezüglich der PIIGS ähnlich.

Mit den Aktionen wollen die Politiker vor allem den Eindruck erwecken, nicht "tatenlos dazustehen", denn das würde ihnen die Opposition bei den nächsten Wahlen genüsslich um die Ohren hauen. Das heißt im Umkehrschluss freilich nicht, dass die Interventionen nachhaltig was bewirken.

Obama bringt das offenkundige Scheitern seines Dauer-Gepäppels sogar doppelt unter Druck: Die Reps können nun darauf verweisen, dass sie mit ihrer Behauptung, die Stützaktionen bringen nichts außer wachsender Staatsverschuldung, richtig lagen. So können sie Obama als nutzlosen Agitator und Geldverbrenner brandmarken.

Obama weiß, dass er mangels Erfolg keine Riesen-Stimupakete mehr bewilligt bekommt. Sein neues Infrastrukturprojekt (# 292) fällt mit 50 Mrd. recht bescheiden aus - zumal es über 6 Jahre laufen soll. Dass sind weniger als 10 Mrd. pro Jahr - ein Tropfen auf den heißen Stein in einem Land, dessen BIP bei 14.000 Mrd. liegt. Das Projekt dient also wie üblich nur dazu, vor den Wahlen effektheischend zu suggerieren: "Wir tun etwas."

In # 290 klingt interessanterweise auch an, dass man eine Korrektur "zulassen sollte". Wenn sich unhaltbare Blasen gebildet haben, egal ob 2005 im US-Hausmarkt oder 1990 bei japanischen Immobilien [oder 2010/11 bei China-Immobilien], kann in der Tat kein noch so großer Staatsaufwand deren Platzen verhindern oder baldige Linderung bringen.

Der Unterschied zwischen einer normalen Rezession und einer schweren Strukturkrise wie jetzt in USA ist folgender: In einer normalen Rezession führen geldpolitische Maßnahmen (Zinssenkungen und billiges Geld) sowie Stimulationspakete üblicherweise zu einem neuen Aufschwung nebst sinkender Arbeitslosigkeit. In einer Strukturkrise hingegen führt Gepäppel nur dazu, dass die Wirtschaft dauerhaft "am Tropf des Staates" hängt - wie ein Intensivstation-Patient an der Flasche mit der Nährlösung. Das Fließen dieser Nährlösung aber hölt die Staatsfinanzen aus. Wird der Hahn abgedreht, fällt der Patient ins nächste Koma. Tyler Durden bemerkte zu Recht, die US-Wirtschaft sei zurzeit "on life support".

Das war in Japan nach 1990 nicht anders. Immer wenn die Japaner den erhofften selbsttragenden Aufschwung in Gestalt besserer Konjunkturdaten kommen wähnten und das Gepäppel einstellten, fiel die Wirtschaft in das nächste Loch.

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Anti Lemming:

Zu "USA geht die Munition verloren"

10
07.09.10 08:48
Die Crux ist, dass Hilfs- und Anschubpakete "irrsinnigen Ausmaßes" - sowohl in USA als auch in Europa (hier: Rettungs/Garantie-Pakete für die PIIGS bzw. die Nordbanken) - nur dann vertretbar sind, wenn die versprochenen Erfolge auch tatsächlich eintreten. Denn es handelt sich um fiskalpolitisch höchst fragwürdige und vom Ausmaß her kaum wiederholbare Brechstangen-Aktionen, mit denen Politiker - nicht ohne Selbsteitelkeit - "volle Entschlossenheit" demonstrieren wollen.

Die vollmundig versprochen Erfolge blieben jedoch aus:

-  Die US-Regierung prognostizierte Anfang 2009 für die zweite Jahreshälfte 2010 eine Arbeitlosenquote von 8 %, was die riesigen Stimulationspakete damals "legitimieren" sollte. Tatsächlich aber liegt selbst die stark beschönigte offizielle AL-Rate zurzeit bei 9,6 %, die U6-Rate gar bei 16,7 %. Derweil droht die versprochene V-Erholung in eine Doppelrezession abzugleiten.

- Sarkozy und Co. glaubten im Mai, mit ihrem Riesen-Garantiepaket der "ungerechtfertigten Spekulation" mit den PIIGS-Spreads und Credit Default Swaps dauerhaft einen Riegel vorschieben zu können. Ungeachtet dessen sind die Aufschläge der PIIGS-Renditen gegenüber Bunds schon wieder auf demselben Niveau wie vor Verabschiedung der "Brachialmaßnahmen". Und mit Irland treibt bereits die nächste Staatsleiche an die Wasseroberfläche.

All dies zeigt, dass die Mega-Pakete lediglich Ausdruck des Politiker-Wunschtraums sind, mit "entschlossenen" Brechstangen-Aktionen den Lauf der Wirtschaft in ihrem Sinne beeinflussen zu können.

Der Markt lässt sich jedoch nicht "bluffen". Weitere Pakete dürften nun immer schwieriger zu bewilligen sein - zumal das Volumen der bisherigen bereits unvertretbar groß war und nur unter der Prämisse eines tatsächlich eintretenden Erfolgs im Nachhinein zu billigen gewesen wäre.

Brechstangen-Methoden sind nur akzeptabel bei brachialen Wirkungen. Anderenfalls sind sie Ohnmachtsbeweise.
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pfeifenlümmel:

Kopfschmerztabletten bei

14
07.09.10 09:03
Lungenentzündung, so könnte man die Therapie Obamas bezeichnen. Die eigentliche Strukturkrise, die durch den hohen Import im Gegensatz zum niedrigen Export entsteht, wird nicht angegangen. So werden die Amis ihre Arbeitslosigkeit bei einem weiter geöffneten Markt für chinesische Billigprodukte nicht senken können. Die Chinesen sind nicht zu einem Nachgeben bereit; jeder Versuch der Importbeschränkung der Amis wird sofort mit rüden Gegemaßnahmen beantwortet. Die Amis sind inzwischen in der Zwickmühle; im Zeichen der Finanzkrise dürfen sie nicht einkalkulieren, dass die Chinesen die am. Staatsanleihen verkaufen.
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C&P

6
07.09.10 09:20

Konjunkturwende

von Henrik Voigt

 

vielen Dank für Ihr überwältigendes Feedback auf meinen gestrigen Kommentar zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland. Wie ich sehe, hat das Thema die meisten von Ihnen ähnlich stark berührt wie mich, was mich wiederum hoffen lässt, das damit noch nicht alles verloren ist. Gleichgültigkeit und Resignation wären dagegen ein schlimmes Zeichen gewesen. Dem ist glücklicherweise nicht so. Aber zurück zur Börse.

Wie vermutet, verlief der gestrige Handelstag an den europäischen Börsen sehr ruhig. Wenn ich einmal rekapituliere, was letzte Woche an den Märkten gespielt wurde, so stellt sich dies so dar: Die US-Arbeitsmarktdaten stagnieren auf hohem Niveau. Einige Konjunkturdaten aus diesem von einer Wachstumsabschwächung stark gebeutelten Land zeigten sogar eine leichte Verbesserung. Die Börsen spielen seit ein paar Tagen Trendwende. Nur ein Hoffnungsschimmer oder tatsächlich mehr?

Wenn ich mir die Daten im grafischen Verlauf ansehe, dann zeigen sich mehrheitlich intakte Abwärtstrends, also eine seit Monaten anhaltende Wachstumsabschwächung (wobei es in Europa zweifellos bislang deutlich besser aussieht). Vielleicht sind für Sie folgende Daten aus den USA bei der Beurteilung einer konjunkturellen Trendwende von Nutzen:

Seit Beginn der Wirtschaftskrise sind in USA 8 Mio. Arbeitsplätze verloren gegangen. Aktuell entfallen auf jede offene Stelle offiziell 5 als arbeitslos gemeldete Amerikaner. Inoffizielle Stellen gehen von einer „verdeckten“ Arbeitslosigkeit von über 20% aus, wobei die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen noch höher sein soll. Nach seriösen Recherchen sind 32 US Bundesstaaten nicht mehr in der Lage die Arbeitslosengeld Zahlungen zu leisten. Hier hilft die US Regierung aus (aktuell kann sie es noch).

Die gesamten Kreditschulden aller Amerikaner (Staat, öffentliche und private Haushalte) belaufen sich auf atemberaubende 51 Billionen US Dollar. Die weltweite jährliche Wirtschaftsleistung beläuft sich auf 58 Billionen US Dollar! Die USA werden in diesem Jahr so viele Staatsschulen machen (1,17 Billionen Dollar) wie alle andere Staaten zusammen weltweit!

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA besitzen die Banken einen größeren Anteil am Nettowert aller US Immobilien als private Eigentümer. Der Hauptgrund dürften Zwangsübereignungen aufgrund nicht bedienter Kredite von Hausbauern sein. 18% aller Büroflächen ist nicht vermietet. Die Preise für Gewerbeimmobilien sind seit 2007 um 40% gefallen.

Wenn Sie die aktuelle Situation als Schneeballsystem kurz vor dem Zusammenbruch bezeichnen wollten, würde ich Ihnen sicher nicht widersprechen. Dabei gäbe es durchaus Hoffnung, wenn man das Finanzsystem endlich einer echten Reform statt bloßer Bilanzkosmetik unterziehen würde. Diese Chance wurde allerdings vor eineinhalb Jahren vertan. Offenbar werden manche Politiker erst durch noch größeren Schaden zur Einsicht gezwungen.

DAX konsolidiert weiter

von Henrik Voigt

 

Zum DAX lässt sich nicht viel Neues sagen. Gestern gab es eine kleine Konsolidierung während die US-Börsen geschlossen blieben. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Woche ist ein stärkerer Rücksetzer jedoch sehr wahrscheinlich. Auch die US-Börsen notieren an markanten Widerständen. Grundsätzlich ist aber noch Luft nach oben. Wie weit lässt sich nicht genau sagen, aber 6250 oder 6350 Punkte wären gute Zielmarken. Die Tagesindikatoren zeigen Kaufsignale.

DAX im Tageschart

Der USA Bären-Thread 8589727enl.fid-newsletter.de/imgproxy/img/602642193/dax070910.png" style="max-width:560px" />

Nächste Widerstände: 6600, 6350, 6250 Punkte

Nächste Unterstützungen: 6080, 5800, 5430, 5320, 5170 Punkte

 

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

 

Ihr Henrik Voigt.

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Neuer Geldhahn für Bernanke

6
07.09.10 09:28
Neuer Geldhahn für Bernanke

Ex-Fed-Vize schafft Spielraum

Während US-Präsident Obama mit einem neuen Infrastrukturprogramm gegen die Arbeitslosigkeit und schlechte Umfragewerte kämpft, stimmt ein ehemaliger Notenbanker die Fachöffentlichkeit auf neue, "beträchtliche" Fed-Maßnahmen ein.

Die US-Notenbank Fed sollte sich nach Einschätzung ihres ehemaligen Vize-Chefs für ihre Konjunkturhilfen keine Grenzen setzen. Wenn die Federal Reserve wieder Staatsanleihen kaufe, brauche sie vorab keine Höchstgrenze anzukündigen, sagte Donald Kohn der "New York Times".

Die US-Wirtschaft arbeite sich nur ganz langsam aus einem sehr tiefen Loch heraus, erklärte Kohn. Falls die Erholung weiter schleppend verlaufe, solle die Fed weitere Maßnahmen ergreifen - darunter den Kauf weiterer Staatsanleihen. Um eine deutliche Wirkung zu erzielen, müssten die Öffentlichkeit und die Märkte von beträchtlichen Käufen ausgehen, zitierte die Zeitung Kohn.

Die Fed müsse signalisieren, dass sie wachsam sei und ihre Maßnahmen bei Bedarf ausbauen könne. Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve Bank hatte im August auf die Verlangsamung der Konjunkturerholung in den Vereinigten Staaten reagiert und beschlossen, den Umfang der bisherigen Unterstützung nicht wie geplant zurückzufahren.

Die Notenbanker wollten die durch die Fälligkeit bereits gekaufter Wertpapiere wieder zur Verfügung stehenden Mittel reinvestieren und damit neue Staatsanleihen kaufen. Kohn war am 1. September bei der Fed in Ruhestand gegangen.

Quelle: rts

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Tokio zweifelt an den USA

9
07.09.10 10:08
 
Notenbanker warnen vor Risiken

Tokio zweifelt an den USA

Die Sorgenfalten auf den Stirnen der Währungshüter in Tokio wollen nicht weichen: Abgesehen von den Problemen vor der eigenen Haustür beobachtet Japan die Entwicklungen in den USA mit wachsender Besorgnis.

Die japanische Zentralbank sieht die Wirtschaft des Landes weiter auf Erholungskurs, warnt jedoch vor Risiken. Angesichts der "zunehmenden Unsicherheit über die Zukunft, vor allem für die US-Wirtschaft" und der damit verbundenen Instabilität an den Devisen- und Aktienmärkten müsse auf die Risiken geachtet werden, erklärte die Bank von Japan (BoJ) zum Abschluss eines zweitägigen Treffens.

Falls nötig werde man weitere angemessene Schritte unternehmen. Die BoJ hatte erst vor rund einer Woche auf einer Krisensitzung die Liquidität für den Finanzmarkt erhöht, um sich gegen den Höhenflug des Yen zu stemmen - allerdings ohne große Wirkung.

Die Zentralbank hielt vorerst an ihrer Einschätzung fest, dass es weiter Anzeichen für eine moderate Erholung der Wirtschaft gebe. Ihren Leitzins aber beließ die Bank of Japan angesichts der hartnäckigen Deflation mit fallenden Preisen bei extrem niedrigen 0,1 Prozent.

Quelle: dpa

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Es gibt zu viele Pessimisten, aus diesem Grund

11
07.09.10 10:17

bin ich Optimist. So oder so ähnlich liest man es in Börsenbriefen und in Börsenforen. Wo sind denn dann die ganzen Pessimisten wenn jeder Optimist ist weil es von den Pessimisten an der Börse angeblich zu viele gibt?

Es scheint doch wohl eher zu viele Optimisten zu geben die sich auf Sentimentumfragen verlassen.

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