Wawidu wurde, als er im April Charts mit potenziellen Wenden postete, häufig verlacht, verhöhnt oder sogar latent "unter der Gürtellinie" angegriffen, weil er sich herausnahm, bärisch zu sein, wo doch "alles so schön stieg". Ich hab zu gleicher Zeit fundamentale Bedenken zu den damaligen Zwischen-Hochs gepostet und ebenfalls ein weiteres Downleg im Bärenmarkt für wahrscheinlich gehalten. Auch dafür wurde ich von einigen verspottet bzw. latent attackiert.
Zieht man eine Zwischenbilanz, so waren die Bären-Warnungen vom April das Einzige, mit dem seitdem Geld zu verdienen war. Wer auf die zahlreichen, auch in der Presse verbreiteten "Sommer-Rallye"-Prognosen reinfiel, die hier im Thread u. a. Malko und Platschquatsch vortrugen, hatte die A....karte.
Wenn sich in einigen Tagen das Black Cross im SP-500 manifestiert, kann man die Rallye buchstäblich zu Grabe tragen. Die Bullen glauben, dass es in der kommenden US-Berichts-Saison wieder einen Haufen positiver Überraschungen geben werde, die eine Wende nach oben bringen. Ich bezweifle dies aus mehreren Gründen:
- Der starke Dollar versaut den großen US-Multis die rechnerischen Exportgewinne.
- Die positiven Basiseffekte verpuffen, weil das 2. Q. 2009 - allein schon wegen künstlicher US-Bankengewinne - deutlich besser ausfiel als das 1. Q. 2009. Hinzu kommt, dass das 2. Q. 2010 wegen der sich eintrübenden US-Konjunktur (Stimuluseffekte verpuffen) schwächer ausfallen dürfte als das 1. Q. 2010. Der "Druck" kommt somit von zwei Fronten. Die Erwartungen der Analysten, gewonnen aus Strichverlängerung, berücksichtigen dies in keinster Weise.
- Konjunkturindikatoren wie ECRI haben bereits deutlich nach unten gedreht und deuten auf einen Doppel-Dip.
- Die Arbeitsmarkt-Zahlen in USA haben zuletzt - Volkszähler-bereinigt - massiv enttäuscht.
- Eine Wende im US-Housingmarkt ist nicht in Sicht. US-Hausverkäufe waren zuletzt auf historischem Tiefstand (seit Erfassung), und die Zwangsversteigerungen markieren Höchststände.
- Die Schuldenkrise in der Eurozone und in USA spitzt sich weiter zu. Zentralbanken tätigen "Panik-Käufe".
- Die US-Indizes sind charttechnisch stark angeschlagen (Black Cross droht).
- Trotz Window-Dressing, das einige High-Beta-Tech-Stocks wie Apple hochtrieb, konnten der laufende Downtrend bislang nicht gebrochen werden.
- Die vermeintliche Wachstums-Lok China kränkelt ebenfalls; der SSE schloss heute bei 2398 - dem Stand von März 2009.