(übersetzt: Der Tag ist im Arsch)
Nun ist die große Schlacht vom Freitag geschlagen, so mancher Bär leckt sich die Wunden. Unsere Big Boys haben dank massiver Luftunterstützung (durch Helikopter Ben) einen beachtlichen Erfolg davon getragen. Ist damit schon Alles gelaufen ?
Machen wir das Sandkastenspiel, denn nach der Schlacht ist vor der Schlacht. An der Börse dürfen wir davon ausgehen, dass jede halbwegs rational nachvollziehbare Strategie von irgendwem auch umgesetzt wird. Versuchen wir also nachzuvollziehen, was geschehen ist und wie Gewinn-orientierte Reaktionen darauf hätten aussehen können:
Ausgangspunkt war die Legende, dass man im Land der unbegrenzten Kredite mit Scheisse Geld machen könne. Also gab es zahlreiche Investoren, die sich im billigen Japan verschuldeten, um möglichste viel von ebendieser zu erwerben. Als sich nun herausstellte, dass schon die Idee sch... war, entstand massiver Handlungsbedarf. Was tun ?
1.)§Glattstellen, aber woher die Kohle nehmen ?
- Verkaufen von Papieren die bereits Gewinne eingefahren haben. (Das haben wir gesehen.)
- Shorten auf den asiatischen Märkten, denn dort würde das Glattstellen der CTs ja auch die massivsten Auswirkungen haben und es wäre erst mal Zeit gewonnen, bei einem kleinen zusätzlichen Nebenverdienst. In der Zwischenzeit versucht man aus den verschiedensten Quellen, Scheibchen für Scheibchen, unauffällig an Kohle zu kommen.
2.)§Hedgen: In Japan auf den steigenden Yen setzen und gegen den US$ spekulieren.
Natürlich gibt es auch die Trittbrettfahrer, namentlich solche mit Insider-Info: Der Short-Squeeze würde garantiert von USA ausgehen und dann erst auf die übrigen Märkte durchschlagen. Also, so kurios das klingen mag: short Asien, und mit Verzögerung long USA. – Wenn das stattgefunden hat, dann wurde dort an der richtigen Stelle, nämlich an den richtigen technischen Marken zum richtigen Zeitpunkt unterstützt (schaut mal nach) und später nach dem Senkrechtstart in den Short squeeze hinein verkauft. Was folgern wir: Nun ist erstmal Glattstellen in Japan angesagt.
Ich gehe also davon aus, dass wir nun kurzfristig in Japan eine Erholung sehen werden. Der weitere Anstieg des Yen und die auf die Zinssenkung der USA folgende Abwertung des US$ dürften sich nun verlangsamen, in dem Maße, in dem Gewinne aus den Währungsspekulationen nach und nach realisiert werden, um die noch offenen und erstmal nur aufgeschobenen Probleme zu lösen. Das heißt aber auch, dass diejenigen, die eben nur ihr Problem wie oben skizziert aufgeschoben haben, jetzt daran gehen werden, es sukzessive zu lösen – das setzt weiteren Höhenflügen in USA und Europa enge Grenzen, so dass die Nervosität mit noch nicht vorhersehbarem Ausgang bleiben wird. Die Leitzinssenkung des Helikopter Ben im September betrachte ich als vorprogrammiert und bereits eingepreist, namentlich da auch er den stützenden Effekt der oben skizzierten Währungsspekulationen mit in seine Überlegungen einbeziehen darf. Das größte kurzfristige Erholungspotenzial sehe ich also derzeit eindeutig in Asien, insbesondere in Japan - aber eben nur KURZFRISTIG, denn bei dem Spiel haben ja Alle mitgespielt.