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Der USA Bären-Thread


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fkuebler:

#42969, ökonomisches Murphy's Law

7
10.05.09 16:45

Es gibt ja jemanden, der die instabile Natur der Finanzsysteme und -Märkte schon vor Jahren beschrieben hat, aber zu Lebzeiten nicht gerade populär wurde: Hyman Minsky, der derzeit wieder ziemlich zu Ehren gekommen ist, damals sozusagen ein Antipode der Chicagoer Schule. Sinngemäss, aus meiner makroökonomischen Froschperspektive, sagt er, dass die Systeme von Kollaps zu Kollaps schleudern (hier von mir zugegeben etwas theatralisch ausgedrückt :-), ähnlich wie ein unstabil schwingender Regelkreis.

Auf der Praktikerseite steht diesbezüglich - ja, wer natürlich? - mein Überheld George Soros, dessen Konzept der "Reflexivität" im Grunde das gleiche sagt: die Märkte streben nicht automatisch ins Gleichgewicht, ja sie suchen es nicht einmal, sondern durch lemmingartige Herdeneffekte erzeugen die Märkte genau den Status, an den alle glauben wollen. So lange bis es kollabiert, und dann ggf. in die andere Richtung bis zum Kollaps. So wie es ja auch AL beschreibt.

Soros war immer sauer, dass kein Schwein im Wissenschaftsbetrieb sein Konzept auch nur mal ernsthaft diskutieren wollte, und vermutlich waren ihm seine Multimilliarden nur ein kleiner Trost.

Wer diesen - für mich persönlich - geradezu ehrfurchterweckenden Mann einmal hören möchte, gucke sich die beiden Videos an:

finance.yahoo.com/tech-ticker/article/226596/Soros-Dollar%2527s-Strength-a-Measure-of-System%2527s-%2522Sickness%2522-Euro-Will-Remain-Viable;_ylt=AmaoBB6xU3yMLjJ0_POLWppl7ot4

finance.yahoo.com/tech-ticker/article/226767/Soros-Says-Fed-in-a-Bind-Beware-Stagflation-Bursting-of-Bond-Bubble;_ylt=AmPxUJMhqQapKQyar8.iJ.Nl7ot4

Allzu lange dürfte das ja leider nicht mehr gehen, denn im Sinne der Erkenntnis unseres guten John Maynard dürfte für Soros wohl schon mittelfristig zutreffen, was für uns andere erst langfristig gilt...

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fkuebler:

HTML für Dummies?

 
10.05.09 16:49

Sorry, bisschen OT: Ist es arg unbescheiden zu fragen, wie man in einem Post einen Link eingibt und diesem dann einen anderen Text als seinen Inhalt verpasst? Also genau nicht so wie in meinem letzten Post? Wenn ich auf "Link einfügen/editieren" klicke, dann bekomme ich das Fenster für die Eingabe des Links selbst, weiss aber nicht, wo ich den Text dafür eingeben müsste, der an der Stelle im Posting erscheinen soll.

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permanent:

Mal etwas positives

6
10.05.09 19:01
Handelsblatt-Barclays-Indikator
Wirtschaftliche Talfahrt geht dem Ende zu
von Dorit Heß
Die Signale für ein Ende der monatelangen steilen Talfahrt der deutschen Wirtschaft werden immer deutlicher. Stimmungsindikatoren genauso wie realwirtschaftliche Daten deuten eine Erholung an. Das zeigt der Handelsblatt-Barclays-Indikator an.
www.handelsblatt.com/politik/...fahrt-geht-dem-ende-zu;2271922
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fkuebler:

Mal etwas positives? Ich glaube...

4
10.05.09 19:48
...mein Schwein pfeift!!!

Kurz hinter Dax 5'400 bin ich so platt wie das sprichwörtliche Individuum, das als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet ist ;-)

Insofern hoffe ich auch, dass die AL'schen Spin-Doktoren bald Traktion verlieren und auch die Minsky/Soros-Driver der kollektiven Schleuderfahrt in die Übertreibung noch rechtzeitig einen Platten kriegen ;-)
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fkuebler:

Jetzt gehen auch die Mainstream-Ökonomen langsam

2
10.05.09 21:40

von dem Equilibrium-Quatsch ab:

Paradigmenwechsel

Robert Shiller entdeckt den Instinkt

von Hubert Beyerle und Martin Kaelble (Berlin)

Die Rezession stürzt die etablierte Ökonomie in eine Sinnkrise - und gibt früheren Außenseitern Auftrieb: Robert Shiller hat gezeigt, dass die Menschen nicht rational handeln, sondern wie Herdentiere - und so Krisen verstärken...

www.ftd.de/politik/international/...entdeckt-den-Instinkt/511762.html

Aber Shiller jetzt als Aussenseiter hochzustilisieren, das ist schon ein bisschen niedlich. Und die wirklichen Aussenseiter, die echte Vorreiter waren, werden nicht mal erwähnt. Tja, die Journaille...

Antworten
fkuebler:

Huch, jetzt sag' ich aber wirklich nix mehr!

2
10.05.09 21:45
Ich merke gerade, dass ich 6 Postings hintereinander produziert hatte, und offensichtlich schon den gesamten Sonntagnachmittag den Bärenthread in eine Art fluchtartiger User-Starre versetzt hatte.

Mea culpa, mea maxima culpa... War nicht böse gemeint, und ich tu's bestimmt nicht wieder. Grosses Bären-Ehrenwort ;-)
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Anti Lemming:

Zu Shiller - Herdentrieb

9
11.05.09 06:47

Die Börse ist bekanntlich trendfolgend - nach oben wie nach unten. Das liegt nicht zuletzt an den Medien, die zur jeweiligen Vorzugsrichtung passende Artikel nachliefern. Das liegt an dem Filter, den die Wirtschaftsjournalisten an den News-Strom anlegen. Fällt die Börse, liefern sie gern Panik, die sie damit zusätzlich schüren. Panik verkauft sich in solchen "Stimmungslagen" besonders gut, und Medien sind ja immer auch kommerzielle Verkäufer von Inhalten. Steigt es, wollen "die Leser" natürlich was Positives hören, und es finden sich immer Fondsmanager oder "Börsenspezis", die dann wohlfeile Begründungen für eine fortgesetzte Hausse liefern (wobei verschwiegen wird, dass dieselben Spezi auf dem Weg nach unten auch schon immer mit diesen Argumente hausieren gingen - oft schon ab DAX 8000 abwärts wie z. B. Grüner.  

Der Herdentrieb der "Marktteilnehmer" und der Medien ist - bei Mensch und Tier - ein Grundinstinkt. Man will in der Masse, dem "großen Ganzen", aufgeben, weil einem dies Sicherheit suggiert. Selbst Lemminge scheinen sich ihrer Sache sicher zu sein, wenn sie von der Klippe springen. Hätte sich so etwas wie das Lemming-Verhalten evolutionär auch durchsetzen können, wenn die Lemminge sich unregelmäßig und einzeln in den Abgrund stürzen? Ich glaube nicht.

Die  FTD schreibt zu Shiller/Herdentrieb:

"Die Ursache der aktuellen Krise sieht Shiller im Verhalten der Finanzakteure und prangert die Leichtgläubigkeit und Unachtsamkeit der Subprime-Kreditnehmer an. Zugleich sieht er sie als Opfer eines Informationsproblems. Leute, die wenig kreditwürdig seien, hätten solche Hypotheken gar nicht aufgenommen, wenn sie bessere Informationen gehabt hätten, schreibt Shiller in seinem Buch "The Subprime Solution". Diesem Informationsproblem muss der Staat entgegentreten."

Dem wage ich nach der Lektüre von Black zu widersprechen. Die Falschangaben der "Ninjas" waren Kalkül. Ein Penner hatte vom anderen gehört, dass niemand überprüft, was sie angeben. Das spricht sich rum wie die News von einem Truck voller Whiskey, der unbewacht nachts auf einem Supermarkt-Parkplatz steht. Der Rest ist "Herdentrieb". Dass diese Leute, wenn sie "besser informiert" worden wären, solche Hypotheken nicht aufgenommen werden, ist eine Heile-Welt-Illusion. Sie sind Teil des USA-weiten Ponzi-Schemas. Sie wussten sehr wohl, dass es Betrug war, aber es hatte für sie ja handfeste Vorteile. Sie kamen, zumindest zeitweilig, zu einem schönen Haus mit vergleichsweise günstiger "Miete" (Teaser-Rates). Danach kommt die Sinnflut  - nämlich die der Zwangsversteigerung. In USA ist das nicht mal ein großes Problem. Man wirft der Bank den Schlüssel in den Briefkasten und fährt mit seinem Möbelwagen "out of state". Es gibt keine Zwangsvollstreckung bei Housing-Schulden. Die Devise heißt daher "Go West". Man fängt einfach in Kalifornien "ein neues Leben an". Es ist kein Zufall, dass Kalifornien als westlichster US-Staat zu einem Sammelbecken der Verzocker, Goldschürfer und sonstiger Eldorados wurde. Es ist eine Hochburg der faulen Kredite, und Kalifornien steht nicht ohne Grund am Rande der Zahlungsunfähigkeit.

FAZIT: Die "armen" Subprimer sind keine irregeführten Gutmenschen, sondern Halunken vom gleichen Schlage wie die Kreditvermittler, Hausverkäufer, Immo-Banken, CDO-Pakete-Schnürer und "Schrott-an-die-Landesbanken"-Verkäufer. Eine lange Kette klammheimlich organisierter Kriminalität - mit Wall Street als Ober-Poker-Zocker. Black, der das ja alles aus nächster Nähe kennt, hat Recht, wenn er schreibt, ganz Wall Street sei eine Madoff-Veranstaltung.

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permanent:

China Slips Deeper Into Deflation, Analysts Relaxe

3
11.05.09 07:58
China Slips Deeper Into Deflation, Analysts Relaxed
CHINA, ECONOMY, DEFLATION, CPI, PPI
Reuters
| 10 May 2009 | 11:45 PM ET

China fell deeper into deflation in April, but economists said the central bank was unlikely to shift policy as a result and expressed confidence that prices would be rising again before the end of the year.

Consumer prices fell 1.5 percent in the year to April, marking the third consecutive month of deflation after a 1.2 percent fall in the 12 months to March, the National Bureau of Statistics said on Monday.

Factory gate prices fell 6.6 percent in the year to April, the rate of decline accelerating from a 6.0 percent drop in the 12 months to March.

Both falls were one-tenth of a percentage point deeper than markets had expected, but economists said the declines simply reflected a correction to spikes a year ago in the cost of food and other commodities.

"Inflation is likely to remain in negative territory for the next few months until the base effect of high prices last year fade away, but further ahead we expect inflationary pressures to resume in response to accommodative monetary policy, strong fiscal stimulus and aggressive bank lending," said Brian Jackson, an economist at Royal Bank of Canada in Hong Kong.

The People's Bank of China cut interest rates aggressively in the final months of 2008 to complement a 4 trillion yuan ($585 billion) stimulus package aimed at propping up an economy that was slumping in response to a collapse in
global demand.

With an array of indicators suggesting that growth is gradually recovering, fewer and fewer economists expect further reductions in borrowing costs, especially because bank lending has boomed in the first four months of the year.

"The central bank is unlikely to move on this pair of figures. We don't think the central bank is going to cut interest rates any time soon," said Tang Jianwei, an analyst with Bank of Communications in Shanghai.

 

Not As Bad As It Looks

In April alone, consumer prices fell 0.2 percent, following a 0.3 percent drop in March, the statistics bureau said.

"Deflationary pressure is not as severe as it looks. With the economy recovering, price changes will be back into positive territory in the second half," Tang said.

Nie Wen with Fortune Trust in Shanghai agreed. "I don't think the central bank will make major adjustments to monetary policy to combat deflation in the near term. Economic recovery is the broad consensus now."

That prospect supported prices on the Shanghai stock exchange, where the main index was up 0.9 percent in late morning.

Some analysts are already wondering when, instead of worrying about deflation, the central bank's thoughts will turn to inflation, given the extraordinary stimulus injected into the economy.

 

Jiang Chao, an analyst at Guotai Junan Securities in Shanghai, ruled out further rate cuts and said he expected inflation to average 2 to 3 percent next year.

Jing Ulrich, chairman of China equities at J.P. Morgan in Hong Kong, agreed that strong money supply growth could give rise to inflationary pressure down the road.

"However, a change in the monetary policy stance is unlikely to begin until policymakers are confident that the economy is on a clear course of recovery,"
she said in a report to clients.

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Anti Lemming:

Permanent - Selbstüberschätzung in China?

8
11.05.09 08:21

Wenn ich das so lese, hab ich den Eindruck, als würden die Chinesen "USA spielen" wollen. Stimuluspakete und Zinssenkungen  der chin.  Zentralbank stärken ja nur die Binnenkonjunktur. Und die ist, hinter dem Glanz neu errichteter Fabriken von Hewlett-Packard bis Nokia, noch fast mittelalterlich geprägt - von Hungerlöhnen, Wanderarbeitern und darbenden Reisbauern. Solange China die "verlängerte Werkbank" der Industriestaaten ist, wird das Wohl und Wehe dieses Landes weitgehend davon bestimmt bleiben, was in den Industriestaaten läuft.

Die Chinesen scheinen in letzter Zeit an Selbstüberschätzung zu leiden, die kürzlich in dem Vorschlag gipfelte, dan Yuan bzw. Renminbi als Weltleitwährung einzuführen.   Scheint sich um Allmachtsphantasien von Kaderpartei-Bonzen zu handeln, die die Weltherrschaft nun nicht mehr mit der "Revolution", sondern mit den Mitteln des "Klassenfeindes" erlangen wollen. Ziemlich unstimmige Veranstaltung.

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permanent:

AL, Hochmut kommt vor dem Fall

6
11.05.09 08:34

China, Wiedeking/Porsche, das ehemalige Citigroup Management................................ Die Liste ließe sich fortsetzen. Es gibt nur wenige Menschen die, die Größe besitzen auch in euphorischen Zeiten Realitätssinn zu bewahren.
Das ist einer der Gründe für das Scheitern vieler Systeme nach langen Erfogsperioden. Jedes System, auch gut laufende müssen ständig hinterfragt werden.
Aber kein Mensch der auf der Sonnenseite des Erfolg steht möchte sich kritischen Fragen stellen.

Eine menschliche Schwäche, die man zuweilen bei sich selber beobachten kann. Nach langen Erfolgsperioden wird -man- häufig leichtsinnig, geblendet vom eignen Erfolg.

Oder wie der Volksmund sagt: Der Esel dem es zu gut geht wagt sich aufs Glatteis.

In diesem Sinne stimme ich vollkommen mit deiner Analyse überein.

Ich wünsche allen einen schönen und efolgreichen Tag bei bescheidenem Wetter in NRW. Ist es im übrigen Ariva  Zone noch trocken und sonnig?

Permanent

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permanent:

Government safety net encouraged financial risk

5
11.05.09 08:47
Fed's Lacker: Government safety net encouraged financial risk
Mon May 11, 2009 12:40am EDT

By Alister Bull

WASHINGTON/BEIJING (Reuters) - A Federal Reserve policy maker called on Monday for U.S. government protection of the financial industry to be rolled back because it had encouraged excessive risk taking at the heart of the current crisis.

"The financial safety net, especially those parts that were more implicit and perceived than explicit and written into the laws, played a significant role in the accumulation of risks that ultimately led to the turmoil we are still experiencing," said Richmond Federal Reserve President Jeffrey Lacker.

"While deployment of the financial safety net is often viewed as an essential response to the financial crisis, I believe we need to give serious thought to the extent to which the safety net was actually a significant cause of the crisis," he said in remarks prepared for delivery to a banking conference in Beijing.

A text of his speech was made available to media in Washington ahead of delivery.

The U.S. government last year rescued investment bank Bear Stearns and insurer American International Group (AIG.N: Quote, Profile, Research, Stock Buzz), insisting big banks take taxpayer infusions of capital and assured investors that no systemically important firm would be allowed to fail.

Last week, it completed an exhaustive stress test of its largest 19 banks to restore public confidence in their health.

It told 10 of them to raise fresh capital to ensure they could ride out an even more severe recession than currently expected, and said that if they failed to find the money from private sources, it would invest taxpayer money to make up the shortfall, and take a corresponding public stake.

Lacker, a voting member of the Fed's policy-setting committee this year, said the reaction of financial markets to the test results suggested they regarded them as a reliable indicator of the relative health of the U.S. banks.

"The confidence it has given that institutions will in short order escape the need for government support has done more to facilitate the process of private equity recapitalization than the other programs," Lacker said in response to questions at the forum.

He was referring to TARP, or the Troubled Asset Relief Program, a $700 billion U.S. government fund set up to support banks.

Lacker has been an outspoken critic of the government bailouts to shore up U.S. banks and the implicit backing of firms that are deemed 'too-big-to-fail.'

"The existence of our financial safety net actually can amplify financial instability," he said in his speech.

"A discretionary safety net in particular, creates incentives for "too-big-to-fail" institutions to pay little attention to and underprice some of the biggest risks we face," he said.

Such overt optimism led to massive bets on the U.S. housing market as home prices soared, then to savage losses, including on assets that banks moved off their balance sheets via securitization.

Banks provided back-stop liquidity to these so-called special purpose vehicles, which Lacker said took deliberate advantage of the public safety net.

"Banks' provision of backstop liquidity services is a way they can profit from their comparative advantage in accessing government funds in times of financial market stress," he said.

The Fed has said on numerous occasions during the crisis that it needs new powers to wind down systemically important financial firms as a remedy for the 'too-big-to-fail" problem.

Lacker said such powers would be welcome, but urged that the use of public money to bail out creditors is closely controlled.

"I would prefer a mechanism that puts credible constraints on discretionary extensions of the safety net," he said.

Antworten
PursuitOfHap.:

langsam wirds lustig. wenns nicht traurig wäre...

5
11.05.09 08:49
Karstadt macht auf Systemrelevanz,-)

www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,623954,00.html

Karstadt-Chef wirbt für staatliche Bürgschaften

Karstadt-Chef Stefan Herzberg geht in die Offensive: Er wirbt für staatliche Bürgschaften zur Rettung des Warenhauskonzerns. "Ohne uns würden viele Einkaufsstraßen ihren Mittelpunkt verlieren", sagte der Manager in einem Interview.

Essen - Systemrelevant im eigentlichen Sinne sind Karstadts Filialen sicher nicht - aber nach Meinung von Stefan Herzberg sind für die deutschen Innenstädte fast genauso wichtig, wie die großen Bankhäuser für den Geldsektor.

"Wir sind keine Hypo Real Estate", sagte der Konzern-Chef der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", "aber Karstadt hat eine unglaublich wichtige Funktion in den deutschen Innenstädten. Wenn eine Filiale aus einer Stadt verschwinden würde, gäbe es bei den Menschen ein echtes emotionales Vermissenserlebnis mit gravierenden Konsequenzen auch für den benachbarten Handel", erklärte der Manager, der im Vorstand des Essener Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor Chart zeigen für das Warenhausgeschäft verantwortlich ist. "Wir sind das Herz der Innenstadt."

Herzberg verwies auf derzeit laufende Gespräche in Brüssel, Berlin und Düsseldorf über mögliche Staatshilfen. "Denkbar wären zum Beispiel staatliche Bürgschaften", sagte er. "Wir wollen nichts geschenkt haben. Jeden Cent zahlen wir zurück."

Es bleibe ein Monat Zeit, um eine Lösung für die Finanzierung des Traditionskonzerns zu finden, sagte Herzberg der. "Bis spätestens zum 12. Juni muss das Finanzierungskonzept stehen." In 36 deutschen Städten sei Karstadt das einzige Warenhaus.

Bei Karstadt arbeiten rund 32.500 Mitarbeiter der etwa 53.000 Arcandor-Beschäftigten. Herzberg erwägt nach eigenen Angaben, externe Dienstleister in die Kaufhäuser zu holen. "So kann ich mir zum Beispiel Arztpraxen und Kinderhorte in unseren Filialen vorstellen, um unseren Kunden mehr Service zu bieten", sagte der Manager.

ssu/AFP/ddp
Antworten
Anti Lemming:

Karstadt - ein obsoletes Geschäftsmodell

7
11.05.09 09:34

"Wenn eine Filiale aus einer Stadt verschwinden würde, gäbe es bei den Menschen ein echtes emotionales Vermissenserlebnis mit gravierenden Konsequenzen auch für den benachbarten Handel."

Viele Menschen werden auf Karstadt nur noch bei ihren Internet-Kaufstreifzügen aufmerksam. Bei Preisvergleichern wie idealo.de erscheinen die herkömmlichen Kaufhäuser immer "ganz unten" als die teuersten Angebote. Die Shopper ordern dann woanders, weil Karstadt, Neckermann und Co. viel zu teuer sind. Dies wiederum liegt daran, dass Karstadt sich den Luxus leistet, erdrückend hohe Mieten für Kaufhäuser in zentralen Innenstadt-Lagen zu bezahlen. Bis vor einigen Jahren besaß Karstadt die Häuser noch selbst. Ex-CEO Middelhoff hat sie dann an Investoren verkauft und zurückgemietet, um mit dem Geld die Löcher zu stopfen, die das veraltete Geschäftsmodell riss. Das Geld ist jetzt verbrannt, die hohen Mieten drücken weiter.

Nun als letzten Joker auf "Systemrelevanz" zu setzen, ist eine Mischung aus Unverschämtheit und Realitätsverleugnung. Hier wurde ein Geschäftsmodell vom Internet überflüssig gemacht - ähnlich wie in vielen anderen Branchen (z. B. Zeitungsverlage).


 Das Ganze zeigt aber deutlich, wie die "Denke" der Verzocker inzwischen verkommen ist. Man bastelt und wurschtelt, und wenn's knirscht, schnorrt man bei Vater Staat.  Die Banken gingen mit schlechtem Beispiel voran. Das "too big to fail"-Konzept wird von Fed-Mitglied Lacker (# 42986) und FDIC-Chefin Blair zu Recht als fragwürdig eingestuft. Es verhindert notwendige Bereinigungen, die ja auch ein Wesensmerkmal des Kapitalismus sind. MMn müssten Halter von Bankaktien und Bankbonds auch das volle Risiko - bis zum Totalverlust - tragen, wenn "ihre" Banken sich verzockt haben. Wer in Chrysler oder GM investiert hat, hat ja auch alles verloren. Die Banken können nur deshalb ein "Sondersüppchen" kochen, weil Wall Street sich Washington längst "untertan" gemacht hat.

Außerdem verführt das "Too big to fail"-Konzept dazu, auch weiterhin übertriebene Risiken einzugehen. Die nächste Blase wäre vorprogrammiert - und de facto wird an ihr ja bereits "gekocht". Die Bank-Bonzen wurden für ihre "Vergehen" kaum bestraft. Sogar die Boni wurden weitergezahlt. In Italien hingegen, wo außerbilanzielle Zweckgesellschaften von Vornherein verboten waren, gab es praktisch keine Subprime-Verluste. Ohne implizite Staatsgarantien obsiegt die kaufmännische Vernunft über die Gier.

Antworten
daiphong:

alle regen sich über den Stres-Test auf,

3
11.05.09 09:42
dass man sich damit ganz öffentlich auf die nächste Abschwungwelle vorbereitet, ist doch viel interessanter.

Nach den Banken muss nun bald die Industrie gerettet werden, also eine mittlere Dollarabwertung mit einem kleinen inflationären Schub, Schockwellen in den Exportländern und bei den Konsumenten in den USA. Dann muss wieder ein paar Monate lang aufgeräumt und sortiert werden.
Antworten
pfeifenlümmel:

Anti,

7
11.05.09 09:46
Karstadt gehört noch zu den Anbietern, bei denen man die Ware noch ansehen oder auch man anfassen, ausprobieren kann. Dieser Service kostet nun mal Geld; persönlich bin ich bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen. Allerdings sehe ich, dass leider dieses Geschäftsmodell stark unter Druck gerät; viele sehen sich die Ware bei Karstadt an und kaufen dann billiger irgendwo über das Internet.
Stelle Dir mal vor, lieber Anti, Du könntest  Dir Deine neue Hose nur über das Internet besorgen. Bei mir würde das bedeuten : Dann lieber ganz ohne Hose.
Antworten
obgicou:

Ein paar Gedanken zu US-Renten

5
11.05.09 09:51
nur Gedankenspielerei:

Nach PIMCO (Gross), Deutsche (Pollack) rufen jetzt noch weitere (BlackRock, Pioneer) nach weiteren T-Käufen der FED.

www.bloomberg.com/apps/...03&sid=agL4G251rWiI&refer=us

Die meißten werden sich schon diesbezüglich positioniert haben, aber warum sind die Renditen dann gestiegen?

China könnte die Antwort sein; man pumpt Milliarden in den Wiederaufbau des Erdbebengebiets und investiert also lieber mal in die dazu benötigten Rohstoffe als in US-Staatsanleihen.

Habe meine Kurzfrist-Shorts von Freitag mit nettem Gewinn verkauft (Gut, daß ich nach 20h nicht mehr handeln kann). Nächster Zock vielleicht ein Stop-Buy unter 4800.
Antworten
Anti Lemming:

Pfeifenlümmel

2
11.05.09 09:52
Discounter wie Hennes & Mauritz passen mMn besser in die Citi-Lagen. Die machen günstige Preise über hohen Umsatz wett. Außerdem sind sie trendiger als Karstadt. Das Hauptproblem der "Warenhäuser" ist das veraltete Konzept des "Alles aus einer Hand". In den siebziger Jahren mag es toll gewesen sein, dass man sich bei Karstadt - überdacht - mit allem eindecken konnte, wofür man sonst durch zig Geschäfte musste. Heute gibt es eine klare Tendenz zur Spezialisierung - am stärksten übrigens im Internet. Deshalb gehen übrigens auch im Internet platzierte "Alles aus einer Hand"-Angebote wie Quelle (gehört zu Karstadt), Otto-Versand usw. am Markt vorbei.

"Hose rauf" für H&M, Hose runter für "Allrounder".
Antworten
Anti Lemming:

Obigou - US-Staatsanleihen

7
11.05.09 09:59
Wenn die fallen, könnte dies schlicht und einfach nachfragebedingt sein. Die Fed kauft via QE weniger auf, als China gleichzeitig auf den Markt wirft.

Auf diese Weise würden die Chinesen ja auf elegante Weise ihren Berg an US-Staatsanleihen los ;-)

Also wenn ich Leiter der chinesischen Zentralbank wäre, würde ich die Kaufpanik der Fed (bei QE) dazu nutzen, meine "viel zu große Position" auszudünnen.
Antworten
Jing:

Noch ein Wort zu China,

5
11.05.09 10:00
die koennen herzlich wenig fuer die Weltkonjunktur tun. Die meisten
"verschuldeten Amis" haben immer noch mehr Kaufkraft als der Grossteil
der nicht verschuldeten Chinesen. Das dauert noch Jahre bis wirkliche
Kaufkraft entsteht.
China kann nur importieren wenn es exportieren kann und da beisst sich
die Katze in den Schwanz. Die Selbstueberschaetzung kommt dann schnell
auf den Boden der Realitaet.
Die jungen Westler sollen sich aber nicht zu sehr in Vormachtstellung waehnen.
Extremer Fleiss, Leistungswille und Lernbegierigkeit ist staatsverordnet.
Microsoft hat bereits ein Forschungslabor in China.
Antworten
CarpeDies:

Ist nicht Buffet in Wells Fargo investiert?

5
11.05.09 10:08
Kovacevich, der Outlaw-Banker
von Heinz-Roger Dohms

Die Zeiten, da Banker den Staat verteufeln durften, sind vorbei? Nein. Dick Kovacevich, Chairman von Wells Fargo, nannte den Stresstest "idiotisch" - und stellt offen das Resultat der Belastungsprobe infrage.

Es ist eine Szene wie im Mafiafilm, wird einer der Augenzeugen später berichten. Man schreibt den 13. Oktober 2008, Washington, 15 Uhr Ortszeit. US-Finanzminister Hank Paulson hat die neun wichtigsten Bankenchefs des Landes in sein Büro (Mahagonisessel, Kristallleuchter) geladen. Paulsons Ansage: Die Regierung wird sich bei den Instituten einkaufen. Keiner der Manager wagt zu widersprechen - außer Dick Kovacevich, Chairman von Wells Fargo. Er hält die Kapitaldecke seines Instituts für ausreichend und setzt zur Gegenrede an. Woraufhin sich Paulson wie der Pate persönlich geriert, glaubt man der jüngsten Ausgabe des US-Magazins "Fortune": "Morgen wird sich die Kontrollbehörde bei Ihnen melden und mitteilen, dass Sie unterkapitalisiert sind." Nun fügt sich auch Kovacevich.

Es ist dieses Treffen, das Kovacevichs Ruf begründet: Während sich die übrige Finanzwelt Washington bedingungslos unterwirft, stellt der Westküstler das Krisenmanagement der Regierung offen infrage. Als die Obama-Administration vor Wochen ankündigt, die 19 größten US-Banken sogenannten Stresstests zu unterziehen, nennt Kovacevich das Vorhaben "idiotisch". Und nun, da die Resultate der Belastungsprobe vorliegen und für Wells Fargo einen Kapitalbedarf von 13,7 Mrd. $ ausweisen, bläst der 65-Jährige erneut aus zur Offensive: Das Ergebnis des Stresstest beruhe auf "extrem konservativen Annahmen", was die Gewinnaussichten seines Instituts betreffe.

Ist Kovacevich im Recht? Oder attackiert da einer den Staat, um auf diese Weise von seinen eigenen Fehlern abzulenken? Fest steht: In der Rolle des Widerparts hat sich der Stanford-Absolvent schon immer gefallen - auch wenn sein eigentliches Feindbild nicht Washington heißt, sondern Wall Street. 1986 verlässt Kovacevich Citicorp, die spätere Citigroup. Stattdessen heuert er bei einer kleinen Bank namens Norwest in Minnesota an, die er später mit dem in San Francisco ansässigen Regionalinstitut Wells Fargo verschmilzt.

Während die Wall Street Kasino spielt, konzentriert sich Wells Fargo auf Privat- und kleine Geschäftskunden. Den Subprime-Hype? Macht Kovacevich nicht mit, nimmt in Kauf, dass sein Institut im Hypothekengeschäft riesige Marktanteile verliert.

Als die Finanzkrise kommt, sieht sich Kovacevich bestätigt. Er will das Debakel nutzen, um sein Institut im ganzen Land zu etablieren. Ende 2008 kauft Wells Fargo Wachovia, steigt zur zweitgrößten US-Bank auf. Kovacevich wähnt sich am Ziel. Doch die Investoren strafen sein Institut ab, die Aktie bricht ein.

Warum? Weil der Staat Wells Fargo in Mithaftung genommen hat, um die Wall Street zu retten? Das ist Kovacevichs Lesart. Oder weil das Kreditportfolio von Wells Fargo brüchiger ist als gedacht und der Wachovia-Kauf große Risiken birgt? So sehen das seine Kritiker.

Am Wochenende hat Kovacevich angekündigt, dass er die 25 Mrd. $, die ihm Pate Paulson im Herbst aufgenötigt hat, bald zurückzahlen will.
Antworten
Malko07:

Preise bilden sich

10
11.05.09 10:18
im Regelfall durch Nachfrage und Angebot.

Derzeit werden weltweit, bedingt durch die explodierenden Staatsverschuldungen, Anleihen in einem Umfange wie noch nie angeboten. Es werden auch so viele gekauft wie noch nie. Trotzdem kommt es momentan zu leichten Erhöhungen der Rendite. Das Angebot ist bei gleichzeitiger Hoffnung auf Besserung der Lage einfach zu hoch. Das Bewusstsein für den realen Zustand der Krise muss wiederkommen damit die Nachfrage nach Aktien und Rohstoffen nachlässt und sich die Nachfrage nach Anleihen sich noch weiter ausweitet.

Wäre man bösartig, könnte man zum nachfolgendem Ergebnis kommen:

"Demnächst müssen die Staaten übertriebene schlechte Nachrichten produzieren damit sie die explodierenden Verschuldungen weiter finanzieren können".  ;o)

Da die Besserung der wirtschaftlichen Lage eine Illusion ist werden die Steuereinnahmen der Staaten weiter einbrechen und damit den Bedarf an Finanzierung noch erhöhen. Eine nette Zwickmühle durch die die Finanzminister sich hindurch lavieren müssen. Das Absaugen der Gelder durch den Staat um Todgeweihte zu retten entzieht dem Konsum und gesunden Firmen Geld. Es lebe die Deflation!
Antworten
Anti Lemming:

Malko - Abkehr von "geregelten Verhältnissen"

3
11.05.09 10:32

Dein Modell "Raus aus Aktien, rein in Anleihen" (und umgekehrt) ist der herkömmliche Ansatz, nach dem Kapitalmärkte bislang funktionierten. Ich möchte - ohne zu behaupten, dass dies wirklich so eintritt - noch eine weitere Variante in den Raum stellen.

Die lautet: Raus aus Aktien UND Raus aus Anleihen (zumindest aus US-Anleihen).

Du konterst solche Ideen meist mit dem Hinweis, dass man dann auch gleich das ganze Weltfinanzsystem abschreiben könne. Dem wäre so, wenn die Flucht aus Aktien und Anleihen überall gleich stark erfolgte. Bliebe sie im Wesentlichen auf USA beschränkt, wäre sie aber mMn möglich.

Wenn USA zu einer Madoff-Bananenrepublik mutiert, kann man es Ausländern schlichtweg nicht verübeln, sämtlich Assets aus USA zumindest "auszudünnen" - von Aktien über Anleihen bis zum Dollar.  Das ist zwar schmerzlich für die Weltwirtschaft, aber der übliche Lauf der Dinge im Kapitalismus. Argentinien ging auch nur so lange zum Brunnen, bis sich die Anleihehalter erbrachen.

Das Frohlocken der Chinesen - obschon unabgebrachte Hybris - sollte man zumindest als "Zeichen der Zeit" zur Kenntnis nehmen.

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Malko07:

A.L., ich glaube, dass viele

7
11.05.09 10:50
Käufer von US-Staatsanleihen beim Kauf ein schlechtes Gefühl haben, sie aber trotzdem Kaufen müssen. Hätten sie wirkliche Alternativen würde sie diese nutzen. Wären diese Alternativen vorhanden wäre der US-$ schon längsten nicht mehr die Weltreservewährung und die Problematik wäre anders.

Viele glauben Staatsanleihen wären in statisches Investment. Dabei wird mit Staatsanleihen mindestens so stark gezockt wie mit Aktien und die Volumina sind oft höher. Dabei kommt es auch zu kurzen Haltezeiten. Einer der einen potentiell kurzen Zeithorizont hat kann nur hochliquide Anleihen anfassen. Da geht nichts mit griechischen Anleihen, auch wenn die Rendite erheblich höher wäre. Man braucht erhebliche Zeit um sie zu kaufen und noch länger um sie zu verkaufen. Dabei sollte der Vorgang innerhalb von Sekunden/Minuten abgeschlossen sein. Ein derartiger Handel funktioniert nur mit Anleihen von Staaten deren Verschuldung absolut sehr hoch ist. Das ist für den Euroraum Deutschland und für die Welt die USA. Deshalb mein Fürsprechen für Staatsanleihen des Euroraums.

Der Vergleich USA - Argentinien ist einer dieser witzigen Vergleiche die man nicht tätigen sollte. Der Vergleich von Äpfel und Birnen bringt nichts. Es ist nun leider so, dass ein abrupter Untergang der USA die gesamte Welt mit in den Abgrund zieht. Wir sollten deshalb hoffen, dass sowas nicht passiert auch wenn es täglich möglich ist.
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Anti Lemming:

Regelfall

 
11.05.09 10:51

nach Regel-Fall gelten die alten Regeln nicht mehr ;-)

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permanent:

Bankenverband erwartet deutlichen Anstieg der Infl

6
11.05.09 11:04
11. Mai 2009, 10:02 Uhr
KRISENFOLGEN

Bankenverband erwartet deutlichen Anstieg der Inflation

Inflationswarnung vom Bankenverbands-Präsidenten: Andreas Schmitz rechnet in den kommenden zwei Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise. Es sei zu viel Geld im Umlauf. Die Menge wieder zu reduzieren sei "so schwer wie Zahnpasta zurück in die Tube zu drücken."

Berlin - In Deutschland droht nach Einschätzung des Bundesverbandes deutscher Banken langfristig ein deutlicher Anstieg der Verbraucherpreise. In den kommenden 18 bis 24 Monaten dürfte die Inflation "zwar noch kein Thema sein", sagte der neue Verbandspräsident Andreas Schmitz der "Bild"-Zeitung. "Danach müssen wir mit einer spürbaren Teuerung rechnen, weil zu viel Geld am Markt ist."

Die Entwicklung der Verbraucherpreise ist das große Rätsel der Krise. Die Meinungen des Experten darüber könnten gegensätzlicher kaum sein. Viele halten wie Schmitz eine Inflation, also eine Entwertung des Geldes, für wahrscheinlich. Diese ist die Folge davon, dass Staaten und Zentralbanken die sich im Umlauf befindende Geldmenge stark ausgeweitet haben - was den Wert der Währung insgesamt belastet.

Für die Notenbanken sei es eine große Herausforderung, das überschüssige Geld wieder einzusammeln, sagte Schmitz der "Bild"-Zeitung. "Das ist so schwer wie Zahnpasta zurück in die Tube zu drücken."

Da die Löhne sinken und die Arbeitslosigkeit steigt, rechnen viele Ökonomen allerdings auch mit einem Rückgang der Nachfrage für Konsumgüter. Einige, wie der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, warnen in der Folge vor einer Deflation, einem Verfall der Preise also, der die Nachfrage weiter sinken lässt, weil die Verbraucher ihr Geld bunkern - in der Hoffnung, dass die Preise noch weiter fallen. Für die Wirtschaft wäre das fatal: Sie würde durch den stagnierenden Konsum noch weiter abgewürgt.

ssu/dpa-AFX

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