Der Unfug mit der "Geldmenge"...Zinssenkun gen


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DonHappy:

Der Unfug mit der "Geldmenge"...Zinssenkungen

 
30.08.01 10:41
Der Unfug mit der "Geldmenge" und der Weg der Aktien in ganz neue Tiefen

Die gesamte Weltwirtschaft hat eine Schieflage vom Feinsten. Und was wird kommen? Die Schieflage wird noch größer werden. Was vor den noch halbwegs über Wasserlinie driftenden Volkswirtschaften Amerikas und Europas bevorsteht, ist nicht mehr und nicht weniger als das, was Japan seit 1990 erlebt hat. Ein Abschmieren in eine deflationäre Depression.

Um es ganz, ganz deutlich zu sagen: Vor uns baut sich die schwerste Wirtschaftskrise aller Zeiten auf. Whow!

Whow - haben wir nicht Hunderttausende von sogenannten "Ökonomen", von "Chefvolkswirten", von "VWL-Professoren" gar? Die arbeiten doch, unterstützt von fleißigen jährlichen Verleihungen von Nobelpreisen, daran, so etwas Schreckliches zu verhindern? Ja, diese "Experten" haben wir, auch Japan
hat sie in Massen, denn die "Lehrbücher" der Ökonomie sind auch in diese ferne Sprache übersetzt. Die Ökonomen sind die Hohepriester der Wirtschaftstheorie, und sie beten alle letztlich nur einen Gott an: Die "Geldmenge", bestehend aus - Geld. Geld ist bekanntlich nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.

Diese Geldmenge, so geht die arkane Lehre, müsse nur irgendwie "zur Verfügung gestellt" und dann auch
"ausgegeben" werden - und schon wären alle Schmerzen verflogen.

Leider ist das mit der Geldmenge der alles entscheidende Irrtum. Geld scheint es zwar zu geben, wir müssen schließlich bloß in unsere Brieftaschen greifen oder auf unser Kontenauszüge starren - und mehr Geld als heute war sub summa noch nie in der Weltgeschichte vorhanden. Warum wirkt also die "Geldmenge" nicht so wie sie wirken sollte?

Geld (Sie dürfen gerne lachen!) gibt es nämlich nicht. Jedenfalls nicht in dem Sinne, den die Ökonomen-Kaste uns immer einzureden versucht: Nämlich als "netto". Als "Menge", so wie es eine Menge Kieselsteine gibt.

Nehmen wir als Beispiel nur das Geld "schlechthin", die Banknoten. Die existieren zwar als Scheine physisch netto, aber nicht als etwas, das es netto auch als Summe gäbe. Banknoten sind zwei Mal verbucht. Einmal als Aktiva in unseren Firmen- oder Privatbilanzen und ein zweites Mal als Passivposten in den Notenbanken.

Die Notenbanken geben neue Banknoten auch nicht etwa "netto" aus, obwohl sie das so gern beteuern: Auf ihren Aktivseiten sehen wir den schönen Posten "Kredite an Finanzinstitute" (MFIs wie das modern heißt), aber keine Bank der Welt verbucht eine Schuld gegenüber irgendeiner Notenbank. Also wer beherrscht die doppelte Buchführung nicht?

Jede Geschäftsbanken bilanziert im Gegenteil als obersten Bilanzposten unter Kassa Banknoten oder "Forderungen gegen Zentralbanken" und einen Kredit, den man angeblich bei einer Notenbank aufgenommen hat, kann man nicht gleichzeitig als Forderung verbuchen.

Banknoten werden von den Notenbanken nur vergeben, und dies auf Zeit, indem die Geschäftsbanken (die Bundesbank nennt sie ihre "Geschäftspartner") ihrerseits der Notenbank Sicherheiten (Pfandbriefe, Staatspapiere, Bankschuldverschreibungen, Wechsel usw.) verkaufen, die sie ihr wieder gegen just die Banknoten abkaufen müssen, die sie selbst erhalten hatten. Nirgends lässt sich eine Banknote entdecken, die irgendwo "netto" herumschwirrt.

Daher gibt es auch so etwas wie einen "Zinssatz" einer Notenbank mitnichten. Denn auf welchen Kredit, welchen Leihvorgang sollte sich dieser Zinssatz wohl beziehen? Auf die Vermietung von Banknoten etwa? Unsinn!

Alles Hoffen auf "Zinssenkungen" seitens einer Notenbank ist daher auf die Dauer zwecklos. Japan hat es bestens durch dekliniert. Der "Zinssatz" der BoJ lag schon bei 0 % (derzeit 0,25 %), aber Geld kam eshalb nicht "netto" und zusätzliche, sozusagen als neue Kaufkraft, die endlich entfesselt wurde, in Umlauf.

Die Notenbanken können ihre Sätze, die oft so geheimnisvolle Namen wie "Rate" oder gar "Target Rate" tragen, zwar über die Sätze am Geldmarkt anheben, und dadurch Liquidität verteuern, aber sie können niemals Geld netto schaffen und deshalb einer nach unten driftenden Volkswirtschaft nimmer helfen.

Was den Sturz in die Tiefe jetzt nur noch verhindern könnte, wäre zusätzliches Schuldenmachen - durch Konsumenten, Firmen oder durch den Staat. Gekauft wird niemals mit "Geld", das immer schon verbucht und ergo verbraten ist, sondern nur mit Hilfe zusätzlicher Kredite.

Die Verbraucher aber halten sich mit ihren Käufen auf Kredit zurück, ihr Vertrauen schwindet, siehe USA. Die Firmen fahren ihre Investitionen deutlich zurück, die Beispiele gorgonischen Schuldenmachens wie bei der UMTS-Auktion waren schreckliches Beispiel genug. Der Staat bliebe als letzter übrig.

Um die Weltwirtschaft zu retten, müssten also Konjunkturpogramme, voll auf Pump finanziert, in Billionenhöhe aufgelegt werden. Ob das helfen wird, ist aber durchaus fraglich. Japan hat es trotz mehr als einem Dutzend solcher Konjunkturprogramme nicht geschafft, aus seiner Misere zu finden.

Anleger müssen sich darauf einstellen, dass es noch viel schlimmer wird, bevor es besser werden könnte. Für den Aktionär heißt dies bei der bewährten Strategie zu bleiben: Alles shorten, was sich noch bewegt, am besten die Aktien direkt (ohne dabei zu hebeln, damit man ruhig schlafen kann) oder Calls auf überhoch bewertete Aktien zu schreiben.

Dass die Aktien nicht etwa niedrig, sondern geradezu irrwitzig hoch bewertet sind (immer noch!), hat eben erst das "Wall Street Journal" höchstselbst bescheinigt. Die P/E Ratio des S&P 500 liegt, korrekt berechnet, mit über 37 (!!!) höher als jemals zuvor in der Geschichte.

Ja, jetzt, aktuell! Da ist also noch jede Menge Stoff nach unten. Der auf uns zukommende Ablauf kann durchaus mit einem Crash gewürzt werden à la 1929 oder er verläuft just so wie er in Japan abgelaufen ist - von 39.000 auf fast 10.000. More to come. Kursziel: 1000.

Ergo: Enough time to make all kind of money. Also mein Rat: Mit ruhiger Hand die Aktien auf ihrem weiteren Weg nach unten begleiten. Und sich von "Ökonomen" nicht mehr den Unfug von wegen "Geldmenge" und "Zinssenkungen der Notenbanken" einreden lassen.

                 Paul C. Martin

                 30.08.2001
Antworten
woody w:

Paul C. Martin - Er predigt seit Jahrzehnten den

 
30.08.01 10:51
wirtschaftlichen Untergang und die Flucht in das Gold.

Wirkung: Seine Bücher hatten immer sehr hohe Auflagen, und er war ein
gefragter Redner (Honorar?).

Vielleicht hat er ja auch einmal Recht, aber
das mit der Geldmengensteuerung à la Friedman hat er nicht verstanden.

Schaun mer mal ....
Antworten
sir charles:

Kleine Korrektur die Zinsen bei den JPY sind auf

 
30.08.01 10:52
0% und nicht bei 0,25%.

Und Grund einer Rezession ist immer der Gleiche. Die Leute machen sich in die
Hose, fangen an zu sparen, dadurch wird weniger konsumiert, dadurch werden
Leute entlassen, dann wird noch mehr gespart (man hat ja die Bestätigung bekommen das die Zeiten schlechter werden), dann werden noch mehr Leute ent-
lassen und zum Schluß wird das Geld abgewertet und man hat umsonst gespart.

DARUM HAUT DAS GELD RAUS LEUTE, DAMIT DIE WIRTSCHAFT WIEDER LEBT
Antworten
flexo:

Die Zinsen sind nicht so wichtig,

 
30.08.01 11:08
die Überregulierung ist das Problem.
Antworten
woody w:

Ja sir charles ..

 
30.08.01 11:10
Nur das Dumme ist, dass der private Konsum (bei uns) nur ein kleiner Teil der
gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ist.
Troublemaker bei uns war in der Vergangenheit immer die Investitions-Nachfrage der Unternehmen, die einbrach, während die Konsumnachfrage relativ stabil verlief.
Den Konjunkturaufschwung dagegen bewirkte in erster Linie die Exportnachfrage.

Gruß
ww


Antworten
sir charles:

@woody w

 
30.08.01 11:16
Jaja Unternehmen investieren aber nur wenn sie gut verdienen und glauben mit
neuen Produkten noch mehr zu verdienen.
Antworten
woody w:

@sir charles, ok.

 
30.08.01 11:24
1.Semester VWL:

Phasen eines (idealtypischen) Konjunkturzyklusses:

http://www.ariva.de/board/thread.m?nr=76199&jump=386574&#jump386574

 
Antworten
sir charles:

Nicht schlecht der Specht o.T.

 
30.08.01 11:28
Antworten
Kritiker:

Geld oder Währung

 
30.08.01 12:21
Es ist nicht dasselbe! Leider verstehen dies die sog. Experten nicht!
Lest nach bei dem Quatsch über die Einführung des EURO.
Geld ist nur ein Gutschein über den betr. Anteil des Währungswertes für den der Staat bürgt. Früher - bis 1929 - galten für den Gegenwert nur Gold und stabile Devisen. Als Deutschland davon wegen Versailles nichts mehr hatte, nahm Hijalmar Schacht die Produktionskraft und erfand damit das Bruttosozialprodukt.
Heute die Grundlage der meisten Währungen.
Die Steuerung der Menge über Zinsen ist seit der Globalisierung - etwa seit 1990 - nur bedingt möglich. Doch dies wissen die Verantwortlichen noch zu wenig.
So gab damals gleichzeitig zur Bekämpfung der Inflation durch die Bundesbank der "gescheite" Waigel Bundesschatzbriefe zu hohen Zinsen aus, was die Geldmenge in die BRD brachte anstatt sie abzubauen.
Niedrige Zinsen führen in Wahrheit heute zu Stagnation - siehe Japan und USA.
Vielleicht ist Duisenberg der Bessere? Von niedrig provitieren nur die Geldnehmer. Die Investoren wollen dagegen Gewinne und die gibt es eher bei hohen Zinsen.
Und das Alles ist der Teufelskreis. Und deshalb hat jeder von Euch irgendwie Recht. Die Frage bleibt: Was beeinflußt die Wirtschaft mehr? Der Konsum oder die Geldmenge oder die Zinsen? Darauf gibt es heute kaum eine allgemein gültige Antwort. Da genügend Geld im Hintergrund wartet, ist die größte Kraft letztlich die Euphorie. Doch die ist nicht fassbar. Gestalter tun sich also schwer, leichter hat es da ein - Kritiker.
Antworten
woody w:

sorry, Kritiker

 
30.08.01 12:40
natürlich wird zwischen den Funktionen des Geldes und dem Begriff der Währung klar unterschieden.
Wenn man eine differenzierte Diskussion anfangen wollte, müßte man sich erst einmal auf grundlegende Definitionen einigen. Die existieren allerdings seit vielen Jahrzehnten.
Auch kann man die Geldmenge M3 ziemlich genau ermitteln und steuern.

Was Du so allgemein als ungelöst postulierst, ist schon in jedem popularwissenschaftlichem VWL-Buch nachzulesen.

Unbestritten spielt jedoch dabei - wie Du es andeutest - die Massenpsychologie eine grosse Rolle.

Gruß
ww
Antworten
DonHappy:

ich will auch einen grünen !!! :-)

 
30.08.01 12:47
(stern natürlich)
Antworten
woody w:

da ....

 
30.08.01 12:52
Der Unfug mit der Geldmenge...Zinssenkungen 401107 Der Unfug mit der Geldmenge...Zinssenkungen 401107
Der Unfug mit der Geldmenge...Zinssenkungen 401107 Der Unfug mit der Geldmenge...Zinssenkungen 401107
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Antworten
DonHappy:

ich liebe euch alle!!!

 
30.08.01 13:16
und danke, jetzt bin ich wieder happy :-)

donhappy
Antworten
Kritiker:

@ woody

 
30.08.01 13:25
Eine Diskussion mit Dir finde ich immer interessant, weil wir vom selben reden, dies aber unterschiedlich auflösen wollen.
Dich sehe ich eher als den Theoretiker, der alles ordnen will, auch im Sinne einer Gerechtigkeit. Ich hingegen frage mehr nach den Reaktionen, die aus der Lage entstehen können bzw. könnten und bewerte weniger die Fakten.
Auf ein Neues - freundlichen Gruß, Kritiker.
Antworten
woody w:

@Kritiker

 
30.08.01 14:10
Jede Praxis ohne Theorie dahinter gleicht einem Stochern mit einer grossen Stange im Nebel.
Siehe als praktisches Beispiel einmal die Technische Analyse.

.. und jeder hat auf der anderen Seite seine ureigene Theorie, ohne dass diese ihm bewußt und ohne dass sie richtig sein muss.

Aber das wichtigste Problem im Zusammenhang mit Konjunktur usw. haben wir garnicht angesprochen:

- Man ist in der Lage, für vergangene Perioden statistisch festzustellen, wie hoch das BIP war.

- Aber man kann keinerlei Aussagen darüber machen, wo wir JETZT stehen.
 Das ist das Problem.

- Noch schwieriger ist es, über die Zukunft Auskunft zu geben.
 Man kann höchstens anhand vergangener Entwicklungen Prognosen ableiten.
 Aber es kann auch anders kommen.

Fazit: Ich weiss, das ich wenig weiss.

Freundliche Grüße
ww
Antworten
sir charles:

Und ich weiß das es irgendwann wieder bergauf-

 
30.08.01 14:13
geht.
Antworten
rosch:

...richtig! Siehe Japan? o.T.

 
30.08.01 14:15
Antworten
rosch:

@flexo. "Die Zinsen sind nicht so wichtig"???????

 
30.08.01 14:26
Nehmen wir einmal folgenden Fall an:

Die Zinsen werden von 6 auf 4% gesenkt (Schulbeispiel):

1. Du beabsichtigst ein Haus zu bauen und brauchst 400.000 DM Fremdkapital.

2. Du willst einen Konsumentenkredit über 40.000 DM aufnehmen.

3. Du planst als Unternehmer eine neue Fabrik für 4 Mio DM.


Wirkung auf die Zinsbelastung pro Jahr:

1. sinkt um 8.000 DM

2. sinkt um 800 DM

3. sinkt um 80.000 DM pro Jahr.

Umgekehrt, die Zinsen steigen:  dto.

So, jetzt kommt flexo, der Hobby-Ökonom.

"Die Zinsen sind nicht so wichtig"


Freundliche Grüße
r  
Antworten
flexo:

Der HOBBY Ökonom antwortet

 
30.08.01 19:21
Den Moment möchte ich mal erleben wenn die Zinsen von 6% auf 4% gesenkt werden. Aber naja, ich kann ja versuchen dir das mal zu erklären:
Sicherlich habe ich mich etwas zu kurz gefasst, aber es ist nun so das speziell jüngere Hochtechnologie das benötigte Geld möglichst über die Börse aufnimmt. Sollte sich eine extreme niedrig Zinsphase einstellen, könnte aber auch ich mir vorstellen, das sich eine Trendwende ankündigt. Da Japan aber als schlechtes Beispiel dasteht und regelmäßig dazu noch milliardenschwere Konjunkturprogramme auflegt denke ich wird es solche Zinsen in Europa und USA nicht geben.
Den Grund für die Konjunkturschwäche in Europa ist die extreme Überregulierung mit Steuern und Abgaben usw., das ist jedem bekannt. Europa als Motor für eine Konjunkturerholung für die Weltwirtschaft wie es die USA ab und zu (eben zyklisch) vormachen fällt aus diesem Grund komplett aus (solange überreguliert wird).
Speziell mein kurzgefasster Vergleich oben war nur darauf bezogen, das die Zinsen in Europa nur einen gedämpft positiv oder negativen Charakter haben können (wg. Überregulierung) wenn man die Wirkung mit Zinssenkungen oder -erhöhungen in den USA vergleicht.
Privat beim Hausbau steht und fällt eine Entscheidung eventuell mit dem Zins, das ist klar. So war es aber nicht gemeint.
Antworten
DarkKnight:

glaube auch nicht, daß das Bsp. greift ....

 
30.08.01 21:08
wer als Unternehmer sein Zinsrisiko nicht swappt, ist ein eigentlich ein Spieler .... kenne eigentlich kein Unternehmen, das Zins- und Währungsrisiken nicht auslagert
Antworten
rosch:

@DK, das war kein Beispiel aus der Praxis, sondern

 
30.08.01 22:36
ein Modell = Vereinfachung der komplizierten wirtschaftlichen Realität.

Es sollte nur übertrieben herausstellen, wie sich wirtschaftliche Entscheidungsträger in einer bestimmen Situation verhalten könnten, eine ex-ante-Betrachtung unter der ceteris-paribus-Bedingung.

Zinsswap zur Umgehung von Risiken ist ein anderes Thema:

Zins- und Währungsswap
(Interest and Currency Swap, Zins- und Währungsaustauschvereinbarung, Swap); Der Terminus Swap wurde aus dem Devisenhandel entliehen und hat auf den internationalen Finanzmärkten inzwischen einen neuen Inhalt bekommen. Der Grundgedanke dieser Vereinbarung ist darin zu sehen, über die Arbitrage von relativen Refinanzierungsstärken die eigene Position zu verbessern. Bei einem Swap handelt es sich also um den Austausch von Zahlungsverpflichtungen mit dem Ziel, relative Vorteile zu arbitrieren. Diese können sich z.B. aus der unterschiedlichen Konditionierung auf den einheimischen und internationalen Finanzmärkten oder aus der unterschiedlichen Bonität und Stellung der Partner im Markt ergeben. Da mit dem Swap komparative Vorteile auf Teilmärkten ausgenutzt werden, besteht ein Zwang zur permanenten Auffindung neuer Arbitragemöglichkeiten.
Getauscht werden können prinzipiell die Zinszahlungsverpflichtungen aufgrund unterschiedlicher Zinsbindungszeiträume, die Währung oder beides. Entsprechend unterscheidet man zwischen Zinsswap, Währungsswap sowie Zins- und Währungsswap.

Beim Zinsswap (Interest Rate Swap) werden Zinszahlungsverpflichtungen aus gleicher Währung und Laufzeit, jedoch mit unterschiedlichen Zinsbindungsfristen getauscht (z.B. fünfjährige festkonditionierte gegen fünfjährige variabel konditionierte Mittel). Hierbei erfolgt kein Liquiditätsaustausch. Die Swappartner übernehmen lediglich wechselseitig die Zinszahlungsverpflichtung, so daß für beide Partner die ursprünglichen Rückzahlungs- und Zinszahlungsverpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern bestehen bleiben. Zinsswaps können in den verschiedenen Währungen durchgeführt werden. Eine besondere Variante stellt der Basis Rate Swap dar.
Beim Währungsswap (Cross Currency Swap) werden Finanzierungsmittel mit gleicher Laufzeit und Zinsbindungsfrist, jedoch mit unterschiedlicher Währung getauscht (z.B. fünfjährige festkonditionierte DM gegen fünfjährige festkonditionierte US-1999 999 1999 1999. Währungsswaps bieten sich als Finanzierungsinstrument dann an, wenn eine langfristige Finanzierung in bestimmten Währungen nicht oder nicht vergleichsweise günstig zu erreichen ist. Der Währungstausch erfolgt auf der sog. "Pari-forward Basis". Anders als beim klassischen Devisenswap wird die Zinsdifferenz zwischen den beiden involvierten Währungen nicht über unterschiedliche Kassa- und Terminkurse dargestellt. Der Währungstausch des Swapbetrages erfolgt vielmehr zu einem vereinbarten festen Wechselkurs auf Kassabasis. Die Zinsdifferenz wird während der Laufzeit des Swaps über Zinstauschzahlungen ausgeglichen.
Der Zins- und Währungsswap (integrierter Swap, Currency Coupon Swap) stellt die Kombination zwischen einem Zins- und Währungsswap dar. Hier werden Finanzierungsmittel mit gleicher Laufzeit jedoch mit unterschiedlicher Währung und Zinsbindungsfrist ausgetauscht (z.B. ein fünfjähriges festkonditioniertes DM-Darlehen gegen fünfjährige US 0Mittel mit variabler Verzinsung). Der Zins- und Währungsswap setzt sich somit aus einem Währungs- und einem Zinsverpflichtungstausch zusammen. Im Rahmen des Währungstausches kauft Partner A in einem Kassageschäft von Partner B US- DM und verkauft diesem gleichzeitig die US- vereinbartem Rückzahlungszeitpunkt gegen DM. Der Terminkauf wird ebenfalls zum Kassakurs und nicht zum Terminkurs abgewickelt. Im Rahmen des Zinszahlungsverpflichtungstausches verpflichtet sich Partner A, während der Laufzeit der Vereinbarung, die US-0Zinsen auf der Basis z.B. LIBOR zu zahlen, während Partner B die Verpflichtung zur Zahlung der DM-Festzinsen übernimmt.

Grüße
r



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