Kurse der Finanzdienstleister in die Höhe...
Welcher Grundgedanke steckt dahinter? Konjunkturerholung mitte/ende 02 - Börse reagiert ca. 3-6 Monate vorher - Kurse ziehen an - Private Investoren mehren sich - Banken verdienen Provisionen...
Allgemeine Sektorbeschreibung
Die Finanzwerte repräsentieren mit einem Anteil von gut 20 % am MSCI-Weltindex den stärksten Bereich unter den insgesamt 10 Sektoren, mit deutlichem Vorsprung vor dem zweitplazierten Sektor, den Gebrauchsgütern (14 %). Das Gewicht der Finanzwerte kletterte erst in diesem Jahr wieder über die 20 %-Marke, nachdem es Anfang 2000 im Zuge der TMT-Euphorie zwischenzeitlich auf unter 15 % fiel.
MSCI unterscheidet vier Subsektoren innerhalb der Finanzbranche. Den breitesten Raum nehmen die Banken ein, auf die knapp die Hälfte der Branchengewichtung entfällt. Die zweitstärkste Gruppe, mit einem Anteil von 25 %, sind die Finanzdienstleister. Es handelt sich dabei um einen sehr heterogenen Sektor, der sowohl Investmentbanken wie Merrill Lynch und Normura als auch Allfinanzkonzerne wie Citigrup und ING umfasst. Versicherungen stellen mit einem Gewicht von gut 20 % die drittgrößte Gruppe. Schließlich zählen zu den Finanzwerten - als vierter Bereich - die Immobilienaktien, die allerdings nur einen kleinen Anteil (4 %) der Finanzbranche beanspruchen.
Der Sektor insgesamt zeigt eine vergleichsweise hohe Konzentration der Institute entsprechend der Marktkapitalisierung bzw. dem Free Float. So repräsentieren die 30 größten Banken/Versicherungen - u.a. Citigroup, American International Group und HSBC Holdings – 55 % der Indexgewichtung.
Regional betrachtet dominieren die US-amerikanischen Institute (43 %), vor den Europäern (39 %) und mit weitem Vorsprung vor den Japanern (8 %).
Wir beobachten derzeit 43 Finanzwerte, was einer Abdeckung der im Branchenindex vertretenen Institute von rd. 40 % entspricht. Die Finanzdienstleister werden von uns nicht als selbständiger Sektor verfolgt. Sie werden je nach Struktur den Banken oder Versicherungen zugeschlagen. Auch Immobilienaktien werden nicht als eigenständiger Bereich beobachtet.
Votum
Übergewichten. Der Sektor legte in den vergangenen Wochen entsprechend der allgemeinen Marktentwicklung zu, konnte jedoch keine relative Stärke zeigen. Die Subsektoren Banken und Finanzdienstleister sind von den deutlich gestiegenen Konjunktur- und damit auch Kreditrisiken negativ betroffen. Für negative Schlagzeilen sorgten hier zuletzt Argentinien und die drohende Enron-Pleite in den USA. Auch das bis September schwache Kapitalmarktumfeld forderte seinen Tribut und erklärt die schwache Ertragssituation. Im Subsektor Versicherungen scheint mit der jüngst bewiesenen relativen Stärke die Konsolidierung nach den kräftigen Kursgewinnen von September und Oktober ausgelaufen zu sein.
Mittelfristig bietet die Branche unseres Erachtens nach überdurchschnittliche Performancechancen. Daher empfehlen wir eine Übergewichtung. Im vergleichsweise niedrig bewerteten Bankensektor sorgen der laufende Zinssenkungsprozess und die mittelfristig wieder steiler erwarteten Zinsstrukturkurven für Rückenwind. Gegenwärtig ist das Konjunkturumfeld zwar noch düster. Für drohende Kreditausfälle dürfte jedoch die mittlerweile vorgenommene Risikovorsoge ausreichend sein. Zudem stimmt die 2002 erwartete Konjunkturerholung für die Kreditseite optimistischer. Auch die laufenden Kostensenkungsmaßnahmen sollten dann Früchte tragen. Der mittelfristig positiv erwartete Aktienmarkttrend, das Wachstumssegment Altersvorsorge und weiter bestehende Konsolidierungsfantasie sprechen sowohl für die Banken als auch für die Versicherungen. Bei letzteren findet zudem eine im Sach- und Rückversicherungsbereich nach den Terroranschlägen noch verstärkte zyklische Steigerung der Prämien statt (v.a. per Januar 2002). Trotz kurzfristig möglicher Aktienmarktkorrekturen - besonders betroffen wären die unter einem schwachen IPO und M&A-Geschäft leidenden Investmentbanken -, der noch bestehenden politischen Unsicherheit und des Länderrisikos Argentinien, empfehlen wir daher Bestände aufzubauen. Auf Subsektorebene präferieren wir die Banken und die Versicherungen vor dem Finanzdienstleistungsbereich. Aufgrund der kurzfristigen Marktrisiken raten wir bei den vor allem im Subsektor Finanzdienstleister vertretenen aggressiveren Investmentbanken noch zur Zurückhaltung.
Highlights...
Vergleichsweise günstige Bewertung - Kurse seit September relativ zum Weltindex seitwärts
Positives Zinsumfeld: Zinssenkungsfantasie, stabiler Rentenmarkt erwartet
Konjunkturerholung 2002: rückläufige Risikovorsorge im Jahresverlauf erwartet
Positiver Aktienmarktausblick 2002: Gut für Provisionserträge und Bewertungsreserven
Versicherungen profitieren von Altersvorsorge und Prämienanhebungen
Konsolidierungsfantasie als potenzieller Antriebsfaktor
Negativfaktoren: aktuelle Ertragsschwäche, politische Unsicherheit
Präferenz: 1. Banken, 2. Versicherungen, 3. Finanzdienstleister (kurzfr. Marktrisiken: Vorsicht bei Investmentbanken)
mfg
Twinson_99
de.geocities.com/your_investor/Start.htm
Quelle: Dreba
Welcher Grundgedanke steckt dahinter? Konjunkturerholung mitte/ende 02 - Börse reagiert ca. 3-6 Monate vorher - Kurse ziehen an - Private Investoren mehren sich - Banken verdienen Provisionen...
Allgemeine Sektorbeschreibung
Die Finanzwerte repräsentieren mit einem Anteil von gut 20 % am MSCI-Weltindex den stärksten Bereich unter den insgesamt 10 Sektoren, mit deutlichem Vorsprung vor dem zweitplazierten Sektor, den Gebrauchsgütern (14 %). Das Gewicht der Finanzwerte kletterte erst in diesem Jahr wieder über die 20 %-Marke, nachdem es Anfang 2000 im Zuge der TMT-Euphorie zwischenzeitlich auf unter 15 % fiel.
MSCI unterscheidet vier Subsektoren innerhalb der Finanzbranche. Den breitesten Raum nehmen die Banken ein, auf die knapp die Hälfte der Branchengewichtung entfällt. Die zweitstärkste Gruppe, mit einem Anteil von 25 %, sind die Finanzdienstleister. Es handelt sich dabei um einen sehr heterogenen Sektor, der sowohl Investmentbanken wie Merrill Lynch und Normura als auch Allfinanzkonzerne wie Citigrup und ING umfasst. Versicherungen stellen mit einem Gewicht von gut 20 % die drittgrößte Gruppe. Schließlich zählen zu den Finanzwerten - als vierter Bereich - die Immobilienaktien, die allerdings nur einen kleinen Anteil (4 %) der Finanzbranche beanspruchen.
Der Sektor insgesamt zeigt eine vergleichsweise hohe Konzentration der Institute entsprechend der Marktkapitalisierung bzw. dem Free Float. So repräsentieren die 30 größten Banken/Versicherungen - u.a. Citigroup, American International Group und HSBC Holdings – 55 % der Indexgewichtung.
Regional betrachtet dominieren die US-amerikanischen Institute (43 %), vor den Europäern (39 %) und mit weitem Vorsprung vor den Japanern (8 %).
Wir beobachten derzeit 43 Finanzwerte, was einer Abdeckung der im Branchenindex vertretenen Institute von rd. 40 % entspricht. Die Finanzdienstleister werden von uns nicht als selbständiger Sektor verfolgt. Sie werden je nach Struktur den Banken oder Versicherungen zugeschlagen. Auch Immobilienaktien werden nicht als eigenständiger Bereich beobachtet.
Votum
Übergewichten. Der Sektor legte in den vergangenen Wochen entsprechend der allgemeinen Marktentwicklung zu, konnte jedoch keine relative Stärke zeigen. Die Subsektoren Banken und Finanzdienstleister sind von den deutlich gestiegenen Konjunktur- und damit auch Kreditrisiken negativ betroffen. Für negative Schlagzeilen sorgten hier zuletzt Argentinien und die drohende Enron-Pleite in den USA. Auch das bis September schwache Kapitalmarktumfeld forderte seinen Tribut und erklärt die schwache Ertragssituation. Im Subsektor Versicherungen scheint mit der jüngst bewiesenen relativen Stärke die Konsolidierung nach den kräftigen Kursgewinnen von September und Oktober ausgelaufen zu sein.
Mittelfristig bietet die Branche unseres Erachtens nach überdurchschnittliche Performancechancen. Daher empfehlen wir eine Übergewichtung. Im vergleichsweise niedrig bewerteten Bankensektor sorgen der laufende Zinssenkungsprozess und die mittelfristig wieder steiler erwarteten Zinsstrukturkurven für Rückenwind. Gegenwärtig ist das Konjunkturumfeld zwar noch düster. Für drohende Kreditausfälle dürfte jedoch die mittlerweile vorgenommene Risikovorsoge ausreichend sein. Zudem stimmt die 2002 erwartete Konjunkturerholung für die Kreditseite optimistischer. Auch die laufenden Kostensenkungsmaßnahmen sollten dann Früchte tragen. Der mittelfristig positiv erwartete Aktienmarkttrend, das Wachstumssegment Altersvorsorge und weiter bestehende Konsolidierungsfantasie sprechen sowohl für die Banken als auch für die Versicherungen. Bei letzteren findet zudem eine im Sach- und Rückversicherungsbereich nach den Terroranschlägen noch verstärkte zyklische Steigerung der Prämien statt (v.a. per Januar 2002). Trotz kurzfristig möglicher Aktienmarktkorrekturen - besonders betroffen wären die unter einem schwachen IPO und M&A-Geschäft leidenden Investmentbanken -, der noch bestehenden politischen Unsicherheit und des Länderrisikos Argentinien, empfehlen wir daher Bestände aufzubauen. Auf Subsektorebene präferieren wir die Banken und die Versicherungen vor dem Finanzdienstleistungsbereich. Aufgrund der kurzfristigen Marktrisiken raten wir bei den vor allem im Subsektor Finanzdienstleister vertretenen aggressiveren Investmentbanken noch zur Zurückhaltung.
Highlights...
Vergleichsweise günstige Bewertung - Kurse seit September relativ zum Weltindex seitwärts
Positives Zinsumfeld: Zinssenkungsfantasie, stabiler Rentenmarkt erwartet
Konjunkturerholung 2002: rückläufige Risikovorsorge im Jahresverlauf erwartet
Positiver Aktienmarktausblick 2002: Gut für Provisionserträge und Bewertungsreserven
Versicherungen profitieren von Altersvorsorge und Prämienanhebungen
Konsolidierungsfantasie als potenzieller Antriebsfaktor
Negativfaktoren: aktuelle Ertragsschwäche, politische Unsicherheit
Präferenz: 1. Banken, 2. Versicherungen, 3. Finanzdienstleister (kurzfr. Marktrisiken: Vorsicht bei Investmentbanken)
mfg
Twinson_99
de.geocities.com/your_investor/Start.htm
Quelle: Dreba