Der Mann der "Merrill-Lynch-Justiz"
New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hat das größte Brokerhaus der Welt in die Knie gezwungen.
NEW YORK (lc/red.). Um eine formelle Anklage abzuwenden, soll Merrill Lynch, das größte Brokerhaus der Welt, nun angeboten haben, seine Praktiken zu ändern und eine saftige Buße zu bezahlen. Merrill Lynch sei auch bereit, in irgendeiner Form "Zerknirschung" auszudrücken. Der "Jäger" des Brokerhauses, New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer, hat nun das letzte Wort.
Merrill Lynch wird vorgeworfen, daß seine Analysten Aktien zum Kauf empfohlen hätten, von denen sie selber nicht viel hielten. Spitzers Beamten untersuchen diese Praktiken bereits seit mehr als einem Jahr: Am Ende des Börsenbooms waren die Medien voll von Berichten über Firmen, deren Aktien radikal an Wert verloren hatten, obwohl die Brokerhäuser sie bis zum bitteren Ende empfahlen. In seinen Gesprächen mit Freunden an der Wallstreet habe er festgestellt, daß jedermann davon ausgegangen sei, daß jedermann den Schwindel durchschaue, mit Ausnahme der Kleinkunden, sagte Spitzer in einem Interview mit einer US-Zeitung. Da sei es ihm klar geworden, daß die Zeit für eine Untersuchung reif sei.
Der Generalstaatsanwalt, der jetzt zum Schreck der Wallstreet geworden ist, hat für eine solche Untersuchung die richtigen Voraussetzungen. Denn von 1986 bis 1992 war er ein Stellvertreter des legendären Staatsanwalts von Manhattan, Robert Morgenthau, gewesen. Dort war er zuständig für die Ermittlungen gegen die Mafia. Klar ist auch, daß Spitzer politische Ambitionen hat. Wie einst Rudolph Giuliani möchte er sein Renommee als Verbrechensbekämpfer dazu benützen, sich ein höheres Amt zu angeln, etwa Gouverneur von New York.
1999 nur mit hauchdünnem Vorsprung gewählt, tritt Spitzer derzeit um die Wiederwahl als Generalstaatsanwalt an. Der Demokrat Spitzer hat sich dabei als "Liberal" positioniert - mit entschiedenem Auftreten gegen Abtreibungsgegner, die Waffenlobby, Wirtschaftsverbrecher und Umweltverschmutzer. Er entstammt einer mit Immobilien reich gewordenen Familie und ist Absolvent der Eliteuniversitäten von Princeton und - ebenso wie seine Frau Silda, mit der er drei Töchter hat - Harvard.
Seit er Anfang April mit der Präsentation von schwer belastenden E-Mails einen aufsehenerregenden Coup gegen Merrill Lynch landen konnte, ist die Wallstreet auf Spitzer sauer, aber gleichzeitig fürchtet man sich vor ihm: Die Ermittlungen des rührigen Generalstaatsanwalts könnten mithelfen, die Kleinkunden von der Börse zu vertreiben.
New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hat das größte Brokerhaus der Welt in die Knie gezwungen.
NEW YORK (lc/red.). Um eine formelle Anklage abzuwenden, soll Merrill Lynch, das größte Brokerhaus der Welt, nun angeboten haben, seine Praktiken zu ändern und eine saftige Buße zu bezahlen. Merrill Lynch sei auch bereit, in irgendeiner Form "Zerknirschung" auszudrücken. Der "Jäger" des Brokerhauses, New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer, hat nun das letzte Wort.
Merrill Lynch wird vorgeworfen, daß seine Analysten Aktien zum Kauf empfohlen hätten, von denen sie selber nicht viel hielten. Spitzers Beamten untersuchen diese Praktiken bereits seit mehr als einem Jahr: Am Ende des Börsenbooms waren die Medien voll von Berichten über Firmen, deren Aktien radikal an Wert verloren hatten, obwohl die Brokerhäuser sie bis zum bitteren Ende empfahlen. In seinen Gesprächen mit Freunden an der Wallstreet habe er festgestellt, daß jedermann davon ausgegangen sei, daß jedermann den Schwindel durchschaue, mit Ausnahme der Kleinkunden, sagte Spitzer in einem Interview mit einer US-Zeitung. Da sei es ihm klar geworden, daß die Zeit für eine Untersuchung reif sei.
Der Generalstaatsanwalt, der jetzt zum Schreck der Wallstreet geworden ist, hat für eine solche Untersuchung die richtigen Voraussetzungen. Denn von 1986 bis 1992 war er ein Stellvertreter des legendären Staatsanwalts von Manhattan, Robert Morgenthau, gewesen. Dort war er zuständig für die Ermittlungen gegen die Mafia. Klar ist auch, daß Spitzer politische Ambitionen hat. Wie einst Rudolph Giuliani möchte er sein Renommee als Verbrechensbekämpfer dazu benützen, sich ein höheres Amt zu angeln, etwa Gouverneur von New York.
1999 nur mit hauchdünnem Vorsprung gewählt, tritt Spitzer derzeit um die Wiederwahl als Generalstaatsanwalt an. Der Demokrat Spitzer hat sich dabei als "Liberal" positioniert - mit entschiedenem Auftreten gegen Abtreibungsgegner, die Waffenlobby, Wirtschaftsverbrecher und Umweltverschmutzer. Er entstammt einer mit Immobilien reich gewordenen Familie und ist Absolvent der Eliteuniversitäten von Princeton und - ebenso wie seine Frau Silda, mit der er drei Töchter hat - Harvard.
Seit er Anfang April mit der Präsentation von schwer belastenden E-Mails einen aufsehenerregenden Coup gegen Merrill Lynch landen konnte, ist die Wallstreet auf Spitzer sauer, aber gleichzeitig fürchtet man sich vor ihm: Die Ermittlungen des rührigen Generalstaatsanwalts könnten mithelfen, die Kleinkunden von der Börse zu vertreiben.