Der Ifo zeigt nur, was ohnehin alle wissen


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zombi17:

Der Ifo zeigt nur, was ohnehin alle wissen

 
29.08.02 07:12
Aus der FTD vom 29.8.2002 www.ftd.de/kapital
Das Kapital: Der Ifo zeigt nur, was ohnehin alle wissen

Immerhin: Einen doppelten Konjunkturrückschlag hat Deutschland nicht zu befürchten. Dazu hätte sich die Wirtschaft ja zuvor erwähnenswert erholen müssen, was nie passiert ist. Das reale BIP ist seit Anfang 2001 quasi unverändert, die Inlandsnachfrage seit dem ersten Quartal - 1999.

 

In Frankreich müsste man sein


Derweil fällt selbst der Union nichts Besseres ein, als den Bundesbankgewinn anzuzapfen, um für die Flutopfer 7,7 Mrd. Euro lockerzumachen. Man muss sich das vorstellen: 7,7 Mrd. Euro entsprechen 0,37 Prozent des nominalen BIP. Wenn Edmund Stoiber im Budget nicht mal dafür genügend Gestaltungsspielraum findet, muss jedem klar sein, was selbst im Falle eines Wahlsiegs der Rechten zu befürchten ist. Dass Stoiber vor der Wahl seine Klientel nicht vergrätzen wolle, ist bis zum Beweis des Gegenteils schieres Wunschdenken. Jegliche Zuversicht ruht auf Lothar Späth und der FDP, die wenigstens darauf drängen werden, den Ordnungsrahmen zu verbessern. Aber sie werden auf heftigen Widerstand stoßen, und ohnehin ist ihr Wahlsieg mitnichten unter Dach und Fach.

Auf die EZB zu warten ist vergebene Liebesmüh’, wie die Lektüre des Gesprächs am Mittwoch der Börsenzeitung mit Otmar Issing zeigt. Dass ihr Leitzins für Deutschland zu hoch bleibt, wird kaum jemand bestreiten. Während aber die Welt das Deflationsgespenst fürchtet, sind der EZB zwei Zehntel Inflationspunkte wichtiger als die konjunkturelle Malaise, unter der ja nicht nur Deutschland zu leiden hat. Bleibt die Hoffnung USA. Die aber werden der nächsten Regierung die Arbeit diesmal nicht abnehmen.



Carrefour


Nach François Duc de La Rochefoucauld belohnt die Welt öfter den Anschein des Verdienstes, als den Verdienst selbst. An der Börse gilt das nur bedingt. Jüngstes Beispiel: Carrefour. Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn vor Sondererlösen um 25 Prozent. Die Aktie gab um 3,7 Prozent nach - zu Recht.


Zum Erfolg haben vor allem fallende Zinsen (minus 17,3 Prozent) und Goodwillamortisierungen (minus 11,5 Prozent) beigetragen. Nach der Wertberichtigung auf die argentinische Tochter Norte war das absehbar. Auch niedrigere Abschreibungen und die leicht gesunkene Steuerquote halfen.


Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um magere 1,5 Prozent zu. Immerhin hat Carrefour die Personal- und Vertriebskosten leicht gesenkt. Nur schwand der Umsatz um 1,1 Prozent, vor allem wegen den Abwertungen in Argentinien und Brasilien. Abgesehen von Währungseffekten lag das Wachstum bei drei Prozent, deutlich unter dem Fünf-Prozent-Ziel für 2002. Der entscheidende Heimatmarkt wuchs um klägliche 0,9 Prozent. Und zum aktuellen Rand war Carrefour-Chef Daniel Bernard nichts zu entlocken. Das deutet darauf hin, dass der schwache Juni doch kein einmaliger Ausrutscher war.


Bernard verspricht trotzdem ein Gewinnplus von 10 bis 15 Prozent. Die hoffnungsfrohe Konsensschätzung unterstellt zwölf Prozent. Und selbst wenn sie aufgeht, notiert die Aktie mit dem 24fachen laufenden Gewinn. Den Aufschlag von noch immer 25 Prozent zum Sektor hat sie nicht verdient.



Hagemeyer


Hagemeyer kränkelt weiter, diesmal der Konjunktur wegen. Der organische Halbjahresumsatz der Holländer schrumpfte um 5,1 Prozent, Prognosen werden nicht gewagt.


Immerhin tut sich was. In England wurde endlich die elektronische Movex-Plattform eingeführt. Durch die Vernetzung und Zentralisierung des Vertriebs soll der Anteil des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Goodwill (Ebita) am Umsatz langfristig um etwa 100 Basispunkte auf fünf Prozent steigen. Zuletzt lag sie unbereinigt bei 2,9 Prozent. Allerdings sind die Investitionen erheblich und Kinderkrankheiten unvermeidbar, sodass sie sich erst ab 2004 voll rechnen wird.


Um sich gegen den Preisdruck zu behaupten, entschlackt sich Hagemeyer kräftig. Insgesamt wurden über ein Zehntel der Stellen gestrichen. Auch soll das Umlaufvermögen auf maximal 15 Prozent des Umsatzes reduziert werden. Im Kerngeschäft lag die Quote wegen des Aufbaus von Lagerbeständen zur Movex-Einführung zuletzt bei 16,5 Prozent.


Derweil haben die Kleinen Schwierigkeiten, sodass der Marktanteil steigt. Und die Schulden sinken weiter, auf 1,15 Mrd. Euro. Da der Ebita 3,7-mal größer ist als die Zinslast, sind die Schulden zwar tragbar. Allerdings wird fürs Erste viel Cash in die Tilgung und die IT-Investitionen gesteckt. Für eine nette Dividendenrendite von 4,7 Prozent reicht es vermutlich selbst bei einer weiteren Kürzung. Bei einem laufenden KGV von sieben ist die Dividende jedenfalls gedeckt. Die französische Rexel kostet fast das Doppelte. Sollte die Konjunktur nicht gänzlich vor die Hunde gehen, kann der holländische Patient das Krankenbett mittelfristig verlassen.



© 2002 Financial Times Deutschland , © Illustration:  FTD
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chrismitz:

Hahhhhaaa?!?!? Zombi, biste jetzt durchgeknallt?

 
29.08.02 07:43

Was ist denn mit dir los?
Sowas ließt du????

Jetzt bin ich aber baff! ;-)

Gruß
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ruhrpottzocker:

Wieso baff ??

 
29.08.02 07:53

natürlich liest der olle Zombi sowatt. Bei dem liegen alle einschlägigen Blätter aus, durch die er sich täglich wühlt.

Zudem ist er bekanntermaßen ein ausgebuffter Chart-Techniker.

Also ich muss mich schon wundern, Chrismitz. Du kennst ihn doch !

Der Ifo zeigt nur, was ohnehin alle wissen 766164
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chrismitz:

Jo, ich kenn ihn!

 
29.08.02 07:56

Deshalb baff! *lol*

Ich glaube das ist das erste Posting von Zombi das ich lese, das sich mit so einem Thema befässt! Desdewege wundere ich mich schon etwas!

Gruß
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