Der Dax,der Tecdax und der Euro


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Kicky:

Der Dax,der Tecdax und der Euro

 
14.06.03 11:33
Aus technischer Sicht stehen die Börsenampeln sowohl beim
DAX30-Index als auch beim Euro STOXX50-Index weiterhin auf grün. So haben die
Anfang Juni generierten Kaufsignale des auf Tagesdaten basierenden
MACD-Indikators unverändert Gültigkeit und auch der Relative Stärke
Indikator signalisiert noch keinesfalls eine überkaufte Situation.
Der DAX30 könnte deshalb rasch in Richtung der ausgeprägten
Widerstandszone bei 3.380 Indexpunkten und der STOXX50-Index in
diejenige bei 2.700 Indexpunkten vordringen.

TecDAX

In einem durch den Pfingstmontag bedingt eher nachrichtenarmen Umfeld
präsentierte sich das deutsche Technologiesegment in einer weiter
freundlichen Verfassung, musste jedoch zum Wochenschluss die
erzielten Terraingewinne wieder abgeben. Auffallend dabei ist u.E.
ein relativ häufiger Favoritenwechsel: So finden sich die Gewinner
der Vorwoche schnell bei den Verlierern dieser Woche, und umgekehrt.
Eine entsprechende Rotation ist dabei durchaus als ein gesundes
Zeichen für die Marktbreite der Aufwärtsbewegung zu sehen; als
störend empfinden wir aber, dass dieser häufige Wechsel schon so früh
in einer an sich noch jungen Aufschwungphase zu beobachten ist.
Zumindest ausgeprägte Branchenstories, wie sie früher einmal für das
Technologiesegment kennzeichnend waren, sind offensichtlich noch
nicht auszumachen. Vieles spricht deshalb dafür, dass der TecDAX
weiterhin von spekulativen und nicht von fundamentalen Kräften
dominiert wird.

Exemplarisch sei hier auf die Aktie von Aixtron verwiesen: ohne dass bei
dem Wert besondere Nachrichten bekannt geworden wären, ist es zu
signifikanten Kursgewinnen von mehr als 20% in der Berichtswoche

gekommen - offenbar also eine rein technische Aufholjagd, nachdem der
Titel lange von den Anlegern gemieden worden war. Ähnlich auch die
gute Performance von Kontron, wobei der Titel zusätzlich von einer
Empfehlung eines Tippdienstes profitiert haben könnte.
Von den marktbreiten Werten konnten auch Drägerwerke Vz. ihre
eindrucksvolle Performance nach Umgruppierung in das deutsche
Technologiesegment fortsetzen, während Software AG nach den durch die
Konsolidierungswelle auf dem US-Softwaremarkt ausgelösten
Übernahmegerüchten in der Vorwoche leichte Einbußen zu verzeichnen
hatte. Eine ausgesprochen schlechte Woche erwischten dagegen
Halbleiter- und Komponentenhersteller, allen voran Micronas und
Epcos, nach negativen Aussagen führender us-amerikanischer
Technologiekonzerne zur Ertragsentwicklung im laufenden Quartal.
Insbesondere die etwas überraschende erneute Schwäche im globalen
Mobilfunk-Hardwaregeschäft hinterließ deutliche Spuren in der
Kursentwicklung von Epcos, die als einer der wichtigen Zulieferer von
Motorola, einem der weltweit führenden Hersteller von Handys und
Chipsätzen für Mobiltelefone, gelten. Von den fünf am stärksten im
TecDAX gewichteten Werte ist Epcos der einzige mit einer negativen
Performance im letzten Monat, und auch auf Sicht der letzten drei
Monate hat die Aktie sich deutlich schwächer entwickelt -
Besserungstendenz aus fundamentaler Sicht wohl keine.
Die Markttechnik für den TecDAX bleibt moderat positiv mit dem Kurshoch
bei 464 Punkten aus Dezember 2002 als dem nächsten Widerstand. Die
Indikatoren signalisieren zwar mehrheitlich eine leicht überkaufte
Situation, so dass kleinere Gewinnmitnahmen jederzeit möglich
erscheinen; immerhin verläuft der 38-Tage-Durchschnitt seit Anfang
Juni jetzt aber erstmals seit dem Frühjahr 2000 wieder über der
200-Tage-Linie, was mittelfristig zu deutlichem Optimismus Anlass
gibt.

Beachtung fanden Aussagen von EZB-Präsident Duisenberg, wonach der
Schlüssel für die mittelfristige Entwicklung des
EURO-USD-Wechselkurses in der starken Bindung vieler asiatischer
Währungen - vor allem derjenigen Chinas - an den US-Dollar einerseits
und die Notwendigkeit zur Konsolidierung des us-amerikanischen
Handelsbilanzdefizits andererseits liegt. Zwar ist nun die ewige
These der Europäer, die USA müssten ihren chronischen
Importüberschuss nun doch endlich einmal in den Griff kriegen, nichts
Neues; wohl aber die Vermutung des EZB-Chefs, dass dies ganz
überwiegend zu Lasten des Euroraums erfolgen dürfte. Entscheidend ist
hier nicht die Frage, ob Duisenberg letztlich richtig liegt, sondern
welche Schlüsse sich aus dieser Überzeugung für die Währungspolitik
der EZB ableiten lassen. Und hier steht zu befürchten, dass die EZB
keine wesentlichen Maßnahmen zur Schwächung des Euro ergreifen wird,
was mittelfristig für eine Fortsetzung der Eurohausse spricht.
So wie seinerzeit die japanischen Autobauer der zunehmenden
Yen-Stärke durch Errichtung von Produktionsstätten in Europa begegnet
sind, wird auch europäischen Unternehmen nichts weiter übrig bleiben
als ihre direkte Präsens auf dem US-Markt - sei es durch Übernahmen
oder den Aufbau eigener Produktion - zu forcieren.
Die meisten Indikatoren haben sich weit in
den neutralen Bereich zurückgebildet oder ihre Seitwärtsbewegung
beibehalten; die Chancen auf einen neuen Vorstoß des Euro über die
alten Höchststände hinaus sind aber damit leicht gestiegen.

www.consors.de/research/magazin/_newsData/...030613/index.html
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