aufbauen sollte zeigt folgende Rechnung:
Nehmen wir an, man hat eine gewisse Summe x zur Verfügung, die man in den nächsten 3-5 Jahren nicht benötigt und die zur Zeit 1% Tagesgeld abwirft. Was tun?
Die Summe sollte halbwegs sicher, aber auch chancenorientiert angelegt werden. Zwischenzeitliche Kursrisiken sollen nicht berücksichtigt werden, weil ein Verkauf nicht geplant ist. Währungsrisiken sollen nicht bestehen, dh es soll eine EUR-Anlage sein.
Bonds guter Qualität werfen nur niedrige Renditen um 2,5% ab, kommen also kaum in Frage, zumal Kursrisiken bestehen, sobald der Leitzins steigt. Diese sollen zwar ignoriert werden, aber das "Halten" soll ja durch auch deutlich höhere Rendite belohnt werden, wenn man sich schon von Tagesgeld verabschiedet.
Unternehmensanleihen sind zu teuer und riskant. Bleibt z.B. eine Ouzo-Anleihe. Die werfen 6% abzgl. Spread ab. Mal rechnen: 3 Jahre = 20% Zinsen. Bleibt die Chance, dass Griechenland pleite geht. Dieses Risiko rechne ich mit 1-5%, also vernachlässigbar.
Kommen wir zu Aktien. Um mit "Junk-Bonds" a la Ouzo mitzuhalten müsste der Dax in 3 Jahren von 5600 auf 6700 steigen. Rechnen wir eine realistische Dividendenrendite von 2% p.a. (Der Dax ist ein Performanceindex), stiege er schon alleine dadurch auf 5900. Der Kursgewinn müsste also nur 800 in 3 Jahren betragen, um Junkbonds zu überflügeln.
Nun die Preisfrage: Wird der Dax in 3 Jahren über 6700 stehen oder nicht? Der Meltdown ist bislang ausgeblieben. Sicher, eine Griechenpleite würde starke Kursverwerfungen auslösen. Aber tangiert das die Gewinne der Unternehmen? Gerade, wenn der EUR schwächer wird ist das Gegenteil der Fall. Und in 3 Jahren kann die Welt ganz anders aussehen.
Fazit: Der Dax ist zur Zeit selbst unter ungünstigen Annahmen - bezogen auf die Anleihenrendite von Junk- und Qualitätsbonds - auf Sicht von 3-5 Jahren eher unter- als überbewertet. Zur Zeit sollte man abseits von Trading - falls nicht bereits geschehen - Aktien auf lange Sicht zukaufen.
"Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten - oder umgekehrt." - Andre Kostolany