Der Aldi fürs Wohnen


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Nassie:

Der Aldi fürs Wohnen

 
21.09.03 12:13
Die Vivacon AG kauft und vermarktet Immobilien, die Kommunen und Institutionen nicht mehr haben wollen. Das Geschäft hat Zukunft, glaubt Vorstand Marc Leffin - und will mit seiner Firma in den S-Dax
WELT am SONNTAG: Herr Leffin, wo steht der Vivacon-Kurs derzeit?


Marc Leffin: Bei etwa 4,75 Euro.


WamS: Wo soll er hin?


Leffin:Binnen der kommenden zwölf Monate sollte die Aktie auf acht Euro, längerfristig auf zwölf Euro steigen.


WamS: Woher nehmen Sie die Kursphantasie?


Leffin: Wir sind ein Immobilienprivatisierer, der sich in einem stark expandierenden Markt bewegt. In den kommenden zehn Jahren werden in Deutschland drei bis vier Millionen Wohnungen privatisiert mit einem Volumen von circa 250 Milliarden Euro. Das ist unser Geschäft, daran werden wir stark partizipieren.


WamS: Der Immobilien-Markt ist doch in der Krise. Alle Banken-Studien sehen Wohneigentum als quasi unverkäuflich an ...


Leffin:Das stimmt für das mittelpreisige Einfamilienhaus. Wir sind aber in einem Segment tätig, wo die obere Preisgrenze bei rund 80 000 Euro für eine 65 Quadratmeter-Wohnung liegt. Das heißt, unsere Käufer sind die untere bis mittlere Einkommensschicht. Und da herrscht nach wie vor große Nachfrage nach geeigneten Objekten.


WamS: Träumt der Deutsche nicht vom eigenen kleinen Haus im Grünen?


Leffin: Träumen und realisieren sind aber zwei paar Schuhe. Beim Eigenheimbesitz liegt Deutschland im EU-Vergleich auf dem letzten Platz. Wir sind in dieser Frage wie ein Entwicklungsland. Wenn jetzt die Industrie, Genossenschaften oder Kommunen im großen Stil Wohnanlagen veräußern, können auch endlich die zum Zuge kommen, die bislang von den eigenen vier Wänden nur träumen konnten.


WamS: Busfahrer und Krankenschwestern ...


Leffin: Verkäuferinnen und Arbeiter.


WamS: Erklären Sie ihr Geschäftsmodell?


Leffin: Wir kaufen die Immobilie, sagen wir mit 200 Wohneinheiten zu einem fairen Preis. Der liegt in etwa bei einem zehnfachen der Mieterträge. Dann entwickeln wir gemeinsam mit unseren Architekten und Baugesellschaften notwendige Sanierungsmaßnahmen. In dieser Zeit trägt sich das Projekt aus den Miteinnahmen. Dann wird eine Musterwohnung umgebaut und wir starten die Verkaufsgespräche.


WamS: Wer kauft?


Leffin: Zu 70 Prozent Kapitalanleger, die froh sind, eine langfristig vermietete Wohnung erwerben zu können. Weitere 20 Prozent kaufen die Mieter selbst. Der Rest sind Menschen, die die Wohnung dann später selbst nutzen wollen.


WamS: Sie werden auch der Aldi-Immobilienverkäufer genannt. Warum?


Leffin: Weil wir günstige Wohnungen anbieten. Seit sechs Jahren machen wir dieses Geschäft jetzt, haben mittlerweile rund 2500 Wohnungen veräußert. Allein in diesem Jahr wird es eine deutliche Steigerung geben. Wir werden 500 Wohnungen bis Jahresende verkauft haben. Im Schnitt zu einem Quadratmeterpreis von rund 1200 Euro.


WamS: Wie das?


Leffin: Wir lösen das Grundstück von der Immobilie. Das hat vier Vorteile. Erstens werden die Wohnungen dadurch preiswerter. Zweitens zahlt der Käufer deshalb eben nicht einen Preis für ein quasi virtuelles Grundstück, das er nie betreten kann. Drittens stellen wir diese Grundstücke in das Anlagevermögen unseres Unternehmens. Da liegen bereits Grundstücke im Wert von 20 Millionen Euro. Das dient immer wieder auch als Sicherheit für die Banken, zur Finanzierung neuer Objekte.


WamS: Und viertens?


Leffin:Viertens verlangen wir von den Käufern einen Erbbauzins von rund einem Euro pro Quadratmeter. Das tut nicht weh, sichert uns aber stetige Einnahmen von 99 Jahren. Das sind garantierte Einnahmen, sicherer als Staatsanleihen, da sie im Grundbuch erstrangig stehen. Ein Geschäftsmodell, wie es die Kirchen seit hunderten von Jahren praktizieren.


WamS:Demnächst steigen sie in ein fremdes Terrain, das hochpreisige Wohnungssegment ein und wollen Designer-Wohnungen veräußern. Wie passt das zu Ihrer Aldi-Philosophie?


Leffin:Im Top-Segment verhält es sich genauso wie am unteren Ende der Skala. Es herrscht enorme Nachfrage. Deshalb haben wir ein Joint Venture mit dem Stardesigner Philippe Starck geschlossen, einige wenige absolut exquisite Wohnanlagen gemeinsam zu entwickeln.


WamS: Wann soll es losgehen?


Leffin:Wir verhandeln derzeit in München, Berlin, Köln und Hamburg über geeignete Anlagen. Sobald diese Gespräche abgeschlossen sind, geht es los.


WamS: Wie sehen die Analysten Ihr Unternehmen?


Leffin: Positiv. Jüngste Studien, wie etwa der HSBC sehen die Aktie als unterbewertet.


WamS: Wann wollen Sie in den S-Dax?


Leffin: Kommendes Jahr. Wie erfüllen alle Kriterien. Einzig beim Free-Float müssen wir noch zulegen?


Das Gespräch führte Ulrich Porwollik


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310367a:

Leffin: Wir lösen das Grundstück von der Immobilie

 
21.09.03 12:30
Leffin: Wir lösen das Grundstück von der Immobilie. Das hat vier Vorteile. Erstens werden die Wohnungen dadurch preiswerter. Zweitens zahlt der Käufer deshalb eben nicht einen Preis für ein quasi virtuelles Grundstück, das er nie betreten kann. Drittens stellen wir diese Grundstücke in das Anlagevermögen unseres Unternehmens. Da liegen bereits Grundstücke im Wert von 20 Millionen Euro. Das dient immer wieder auch als Sicherheit für die Banken, zur Finanzierung neuer Objekte.

ein grundstück von den wohnungen zu lösen????? wem gehört dann das haus dass darauf steht. wie gross ist das grundst. ohne wohnungen. wenn hier nur rundum eine kleine fläche bleibt, wird keine bank dies als sicherheit aktzeptieren, da nicht mehr veräusserungsfähig.so leicht wie es hier geschildert wird ist der immobilienmarkt nicht .die jobs sind nicht mehr sicher und immer weniger lassen sich auf eine hohe verschuldung( längerfristig) ein.
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Nassie:

Bitte vollständig lesen

 
21.09.03 12:36
Die verkaufen das Grundstück nicht, sondern räumen nur ein Erbbaurecht für 99 Jahre ein.
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taos:

Wen das so ein gutes Geschäft ist,

 
21.09.03 12:40
warum machen sie es nicht selbst? Ich habe da den Eindruck, das da nur Leute abgezockt werden sollen.

Taos

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Watts:

@310367a

 
21.09.03 12:42
Das Haus gehört den Eigentümern der Wohnungen und das Grundstück (auch der Teil auf dem das Haus steht)bleibt beí der Vivacon!
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Watts:

@taos

 
21.09.03 12:43
Was meinst Du denn mit "warum machen die es dann nicht selbst?"
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310367a:

@ watts

 
21.09.03 12:53
ja das kann ja sein aber welche bank gibt dir geld für ein grunst. das vielleicht 10m rund um ein gebäude geht. so etwas lässt sich nie mehr veräussern meiner meinung nach. und das wissen doch auch die banken.ich habe hier nur gepostet, weil ich vor einiger zeit mit der gleichen sach zu tun hatte. die antwort von der bank war.ein grundstück auf dem ein haus steh, auf das sie nicht zugreifen können( mitveräussern), ist für ein kreditinstitut wertlos. so die damalige aussagen des bankiers.ehrlich gesagt kommt mir das ein bisschen spanisch vor. wenn natürlich das grunst. so gross ist das man es für bauliche gründe wieder veräussern kann, dann ist das schon ok. aber das ist normalerweise nicht der fall.
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Watts:

@310367a

 
21.09.03 13:06
Wieso sollte die Bank das Grundstück nicht veräussern können (falls die Bank es erhät für drn Fall, daß der Kredit nicht mehr bedient werden kann)? Mit dem Grundstück sind doch Einnahmen verbunden:

Leffin:Viertens verlangen wir von den Käufern einen Erbbauzins von rund einem Euro pro Quadratmeter. Das tut nicht weh, sichert uns aber stetige Einnahmen von 99 Jahren. Das sind garantierte Einnahmen, sicherer als Staatsanleihen, da sie im Grundbuch erstrangig stehen. Ein Geschäftsmodell, wie es die Kirchen seit hunderten von Jahren praktizieren.

 
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310367a:

@ watts

 
21.09.03 13:28
ok watts nehemen wir mal an die verbaute fläche beträgt 500m2. das gebäude hat 3stockwerke.in jedem stockwerk sind 5 wohnungen zu 100m2.insgesamt haben wir nun 15 wohneinheiten zu 100m2.der entrichtete erdbauzins beträgt somit 1500€ im monat. der kaufpreis (OHNE RNOVIERUNG) beträgt bei so einem gebäude je nach lage und je nach zustand ungefähr um die 1mio.€ nun würde die bank mit einer absicherung von 1500€ monatlich dieses objekt finanzieren ohne weitere sicherstellungen, da ja die eigentümer an erster stelle im grunbuch stehen.für 1mio € musst du bei 4% zinsen 40000€ nur zinsen zahlen. und wie gesagt, hier ist die renovierung noch nicht eingerechnet.ne, ne, so einfach wie das hier gebracht wird ist das sicher nicht. wer schon mal mit immobilien zu zun hatte oder mit hausfinanzierungen mit einer bank der weis genau was die alles absichern wollen. und nicht nur einmal sonder alles wenn es geht dreimal.
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Watts:

@310367a

 
21.09.03 13:48
Bist offensichtlich ein echter Profi auf dem Immobiliensektor. Da kann ich nicht mehr mithalten....
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310367a:

@ watts wollte hier nur

 
21.09.03 14:05
mal kurz meine meinung hereinstellen, da ich diese art von geschäften für sehr riskant MOMENTAN halte. natürlich fliesst auch von den bezahlten wohnungen sofort kapital in die finanzierende bank, das hatte ich nicht erwähnt.trotzdem. immob. momentan sehr riskant aber sicher auch noch des öfteres ertragsreich. so long 310367a.
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