Der Afghanistan-Thread


Thema
abonnieren
Beiträge: 21
Zugriffe: 1.450 / Heute: 2
FranzS:

Der Afghanistan-Thread

 
13.09.01 13:19
Glauben denn wirklich alle, dass in Afghanistan nur die "Teufeln" sitzen? Dort wird die Mehrheit der Bevölkerung von ein paar fanatischen Taliban regiert, die auf der ganzen Welt kaum Anerkennung finden.

Grüsse
Franz


Fläche: 652090 km2
Einwohner: 19,062 Mio.
Hauptstadt: Kabul
Amtssprachen: Dari, Paschtu
Währung: 1)Afghani (Af))= 100 Puls (Pl)
Zeitzone: MEZ)+ 3,5 Std.


Afghanistan,  Staat in Asien, grenzt im W an Iran, im N an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan, im O und S an Pakistan, am O-Ende des Wakhanzipfels an China.

Staat und Recht:
Republik; Verfassung von 1980 (seit 1992 außer Kraft). Eine Übergangsregierung amtiert seit Mai 1992. Das staatl. Leben ist deutlich vom Islam bestimmt. Es besteht keine einheitl. Zentralgewalt.

Landesnatur:
Hochflächen um 2000-3000m) mit aufgesetzten Gebirgen bilden das zentrale Hochland, das nach NO in den hier fast 7500)m hohen Hindukusch übergeht. Im Wakhan hat A. Anteil am Pamir. Becken und Talweitungen sind die wichtigsten Siedlungsräume. Gegen den Amudarja hin erstrecken sich die Ebenen und lössbedeckten Hügelländer Afghanisch-Turkestans. Nach S geht das Hochland in ein Bergland, anschließend in Halbwüsten und Wüsten über. Den SW des Landes bildet das flache Sistanbecken mit großen Endseen. Es herrscht überwiegend trockenes Kontinentalklima. Im zentralen Hochland und in den Hochgebirgen ist Steppenvegetation verbreitet; Wald gibt es nur im O im Monsunbereich.

Bevölkerung:

Rd. 60% sind Paschtunen, 30% Tadschiken; außerdem leben in A. u.a. Hazara, Usbeken, Turkmenen, Nuristani, Belutschen. Nomad. und halbnomad. Lebensformen sind weit verbreitet. Etwa 90% der Bevölkerung sind Muslime (Sunniten). Die Analphabetenquote beträgt 80%. In Kabul bestehen eine Univ. und eine TH.

Wirtschaft, Verkehr:
Wichtigster Erwerbszweig ist die Landwirtschaft mit bed. Viehhaltung (Rinder, Ziegen, Kamele), bes. wichtig ist die Karakulschafzucht. Neben Bergbau auf Steinkohle, Steinsalz und Lapislazuli wird Erdgas gefördert. Die Textil-Ind. basiert auf einheim. Wolle und Baumwolle. Handwerk ist v.)a. in den Basaren konzentriert. A. führt Persianerfelle, Erdgas, Teppiche, Nüsse und Baumwolle aus. Von den rd. 18800 km Straßen sind 2800 km asphaltiert. Kabul.

Geschichte:
Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1919: Seit dem MA gehörte das Gebiet von A. zu verschiedenen Reichen iran., türk. oder mongol. Dynastien. Mit der Machtübernahme durch Ahmed Schah, den Begründer der Durranidynastie, 1747, beginnt die nat. Geschichte von Afghanistan. Im 19.Jh. konnte es nur mit Mühe seine Grenzen und seine Unabhängigkeit gegen Perser, Russen und Briten behaupten. 1863 wurde die heutige iran.-afghan. Grenze, 1886 die russ.-afghan. Grenze festgelegt; nach Gebietsabtretungen 1890/91 und 1893 stand ungefähr die heutige, jedoch bis heute umstrittene afghan.-pakistan. Grenze fest; seit 1947 fordert A. alle von afghan. Stämmen bewohnten Gebiete Pakistans (Paschtunistan) zurück. 1919 wurde die polit. Unabhängigkeit von Großbrit. sichergestellt.
Entwicklung im 20.)Jahrhundert: Die Könige versuchten A. politisch und sozial zu modernisieren. Außenpolitisch blieb A. im 2.)Weltkrieg neutral und verfolgte seitdem einen Kurs der Blockfreiheit. Nach dem Sturz von König Mohammed Sahir 1973 durch einen Militärputsch wurde die Republik A. ausgerufen. In der Folge eines weiteren Militärputsches 1978 wurde ein weitgehender Beistandspakt mit der Sowjetunion abgeschlossen, aufgrund dessen, nach inneren Unruhen in A. angeblich zu Hilfe gerufen, Ende Dez. 1979 sowjet. Truppen in A. einmarschierten. Bei äußerst schmaler Basis in der Bevölkerung konnte die neue kommunist. Reg. auch mit massiver militär. Unterstützung durch sowjet. Truppen die muslim. Rebellen nicht völlig in die Defensive zwingen. Weltpolitisch führte die sowjet. Intervention zu einer Krise zw. Ost und West. 1988 unterzeichneten A., Pakistan sowie die USA und die Sowjetunion ein Abkommen über den Abzug der sowjet. Truppen aus A. und die Rückkehr von etwa 5 Mio. afghan. Flüchtlingen in ihre Heimat. Der Abzug der sowjet. Soldaten war im Febr. 1989 abgeschlossen. Die antikommunist. Widerstandsorganisationen bildeten in Peshawar eine Exilregierung. Fortgesetzte militär. Offensiven der Mujaheddin führten im April 1992 zum Sturz von Staats- und Parteichef M. Najibollah. Unter Übergangs-Präs. B.)Rabbani kam es daraufhin zu Machtkämpfen zw. rivalisierenden Mujaheddin-Führern (G.)Hekmatyar, A.)Massud), in deren Verlauf sich seit 1995 die fundamentalist. Taliban-Miliz (›Religiöse Studenten‹) durch Eroberung des größten Teils des Landes einschließlich der Hauptstadt Kabul (September 1996) weitgehend durchsetzte.
Antworten
mod:

Hitler plus Helfer waren angeblich auch nur

 
13.09.01 13:26
eine Minderheit in Deutschland!
Antworten
FranzS:

@mod

 
13.09.01 13:29
Deine Meinung in allen Ehren, aber erspare uns allen bitte das "Hitler-Geschwätz"!!!

Grüsse
Franz
Antworten
mod:

@FranzS, Du hast anscheinend wenig

 
13.09.01 13:39
aus unserer Geschichte gelernt, auch wenn Du sonst ein gebildeter Mann und wie ich Dipl.-Vw bist.

Chamberlain meinte auch sinngemäß vor 1939:

Wir haben uns mit Hitler geeinigt.


Bei fanatischen, radikalen Systemen gibt es nur eine Antwort:

Vernichtung ohne Rücksicht, sonst blüht immer wieder das Krebsgeschwür auf und wird zu einer permanenten Bedrohung für den Weltfrieden!!!

Aber hier an Board gibt es fast nur Weicheier und Jammerlappen!

Grüße
m.
Antworten
poeff:

FranzS hat Recht !

 
13.09.01 13:45
In Afghanistan haben die Taliban nicht mal annähernd die Mehrheit des Volkes hinter sich!

Alle Afghanis zu treffen wäre so, als wenn man einen Menschen mit Krebs erschießt - nur um sicher zu sein, daß der Krebs besiegt ist!

So ist das wohl immer. Aber Einmarschieren, die Taliban zur Hölle jagen um anschleißend eine neue Regierung einzusetzten wird wohl schwierig - mit sehr fraglichem Ausgang.
Antworten
FranzS:

Irgendwie komme ich nicht mehr mit

 
13.09.01 13:46
Willst du sagen, dass es besser wäre, wenn alle Afghanen ausradiert würden, so wie es mit den Deutschen hätte passieren müssen???

Grüsse
Franz
Antworten
mod:

@Franz, Vernichtung der Drahtzieher und Helfer,

 
13.09.01 13:50
je früher desto besser.

Leider müssen immer auch Unschuldige darunter leiden.
Oder waren die WTC-Bewohner nicht auch unschuldig?
Antworten
FranzS:

@mod

 
13.09.01 13:56
Meiner Meinung nach trifft es fast immer die Unschuldigen, denn die wirklichen Drahtzieher sind nur sehr schwer greifbar. Die berühmte "chirurgische Operation" ist militärisch gesehen ein Wunschtraum, der selten in Erfüllung geht.

Grüsse
Franz
Antworten
mod:

@Franz, stimmt zwar, aber Nichtstun ist schlimmer,

 
13.09.01 14:04
zumal fast alle Staaten (einschließlich China) sich ziemlich einig sind.

Grüße
m

PS: Wie geht es EUREM Nachwuchs?
Antworten
FranzS:

Das Kind entwickelt sich Gott sei Dank besser

 
13.09.01 14:08
als die politische Situtation in der Welt!

Danke der Nachfrage
Franz
Antworten
mod:

@Franz, erfreulich! Alles Gute! MfG o.T.

 
13.09.01 14:12
Antworten
Kicky:

wenn hier auch nur ein Teil von stimmt könnt ihr

 
13.09.01 14:39
ausmalen,was passieren wird.
Is bin Laden under arrest?
Earlier reports say he is leader
of Afghanistan's military forces

By Joseph Farah
© 2001 WorldNetDaily.com
While an Arabic online newspaper    
www.news.com.au/common/story_page/...7,2852496%255E401,00.html reported the Taliban had placed bin Laden under house arrest in the wake of the suicide attacks that destroyed the New York skyscrapers, damaged the Pentagon and killed as many as 30,000 Americans Tuesday, earlier United Press International dispatches reveal he might actually be in command of Afghanistan's military. www.vny.com/cf/news/upidetail.cfm?QID=216037
Quoting "fundamentalist Arab sources," the Arabic newssite Ilaf said the Taliban arrested bin Laden before placing him under surveillance with several of his assistants, including the head of the Egyptian branch of Al-Jihad Ayman Al-Zawahri and bin Laden's military commander, Muhammad Atef Al-Makni.
"A number of Afghan fighters are under house arrest along with bin Laden," said the report.
But a diplomat at the Taliban's embassy in Abu Dhabi told Agence France-Presse he could not confirm the report.
"All we know is that he (bin Laden) is somewhere in Afghanistan, but we are not aware if he is under house arrest," the diplomat said.
Bin Laden and commander Atef have been indicted for the 1998 bombings of the U.S. embassies in Kenya and Tanzania.
Meanwhile, UPI reports first published Aug. 30, 12 days before the devastating terror attacks in the U.S., suggest bin Laden was appointed as either defense minister or commander in chief of the Taliban military forces.    
www.vny.com/cf/news/upidetail.cfm?QID=216035
A spokesman at the Taliban headquarters in the southwestern Afghan city of Kandahar told UPI the Aug. 30 reports were "baseless and vicious, being spread to further damage our already tense relations with the West."    
www.vny.com/cf/news/upidetail.cfm?QID=216286
The same day, however, Russia's official RIA Novosti news agency carried a story of Moscow's denunciation of Taliban's appointment of bin Laden. The first such report was broadcast by Iran's official Voice of the Islamic Republic radio.
"The move confirms that a center of international terrorism is being set up in the Taliban-controlled territory in Afghanistan," the Russian Foreign Ministry was quoted as saying in the Novosti story.
UPI's reporting on the subject went even further, quoting diplomatic observers in Washington as saying bin Laden is useful for the Taliban as a tool to annoy the West.
"The Taliban strategy is win recognition from Western government by acting crazy, there is a pattern in their madness," said one observer.
Although it controls more than 90 percent of Afghanistan, the Taliban regime in Kabul is only recognized by three countries, Pakistan, Saudi Arabia and the United Arab Emirates. Pakistan, however, is the only country to have full diplomatic relations with the Taliban government. Saudi Arabia withdrew its envoy from Kabul after Taliban refused to surrender bin Laden, who has been hiding in Afghanistan since 1996. And the United Arab Emirates only maintains a low-profile relationship with the religious extremists now running Kabul, according to UPI.
"Pseudo-religious values are being used as a cover to prepare a bridgehead for expansion of militant extremism and separatism far beyond the region's borders," said the statement of the Russian Foreign Ministry.
Russian media had also quoted Pakistan's Nation daily as saying that the Taliban had named bin Laden commander of their troops.
The move, if true, would be seen as menacing to Moscow as hundreds of Russian border guards monitor the Afghan-Tajik border and a potential spill of violence could plunge the whole region into chaos. The Taliban's aim to build an orthodox Islamic state has given rise to many Islamic extremist movements in the former Soviet republics in Central Asia. In recent years, Islamic insurgents from Afghanistan launched raids on Kyrgyzstan, Uzbekistan and Tajikistan.
Moscow also condemned the appointment of Juma Namangani as bin Laden's deputy. Namangani, an ethnic Uzbek, was linked to a number of raids on Kyrgyzstan's Batken district over the last three years. Namangani advocates creation of an Islamic state run by a regime similar to the Taliban's and spreading over Central Asia.
"Incorporation of the international terrorists' leaders into the ruling structures of the Taliban shows the need to take decisive measures to collectively counter global challenges that are put forward from the Taliban-controlled territory," said the Russian statement.
Under arrest or running the show? The Osama bin Laden story continues to gets more mysterious.


Antworten
FranzS:

Das "Böse" auf diesen Verrückten zu reduzieren,

 
13.09.01 14:52
regt mich schon auf!!!

Grüsse
Franz
Antworten
Kicky:

aber Franzl,tu ich auch nicht

 
13.09.01 15:08
jedoch hat er Ausbildungslager für Terroristen finanziert und woher sollten diese die Mittel haben für ihre modernste Technologie und Pilotenausbildung etc.Hier kommt es eher darauf an ,ob es stimmt,dass die Taliban ihn bereits zum Verteidigungsminister ernannt hatten.RIA Novosti news agency in Moskau meldete am 30.August nach einem Gespräch mit dem russischen Aussenministerium,dass ein Zentrum des internationalen Terrorismus in Afghanistan eingerichtet wird.Heute kam bei CNN-ich habe natürlich ähnliche Zweifel zu der Berichterstattung von denen wie Darkknight-jedenfalls da kam die Meldung,dass diese Lager verlegt worden seien aus Angst vor Angriffen.
Die Russischen Medien hatten auch zuvor schon gemeldet ,bin Ladin sei zum Befehlshaber der Truppen ernannt worden.
Wenn diese Meldungen stimmen,ist das Bombardieren in Afghanistan mit Unterstützung der Russen nur eine Frage der Zeit.
www.worldnetdaily.com scheint mir bisher relativ zuverlässig in der Berichterstattung,hab den link von ner kritischen Seite.
Antworten
FranzS:

Ich muß mal ein provokante Frage stellen!

 
13.09.01 15:12
Glaubt ihr nicht auch, dass bin Laden von den Amerikaner jederzeit ausgeschaltet werden könnte, bei all den Geheimdiensten und Techniken die zur Verfügung stehen? Der Mann hätte keine Chance, wenn die States es nur wollten.

Warum lebt der Mann also noch???

Auf eure Gedanken bin ich gespannt!
Franz
Antworten
mod:

bin Laden = Symbolfigur. Dahinter steckt ein

 
13.09.01 15:14
internationales Netzwerk von Verbrechern (Scholl-Latour gestern abend im ARD)
Antworten
FranzS:

Aus gegebenen Anlaß o.T.

 
14.09.01 07:50
Antworten
FranzS:

Laut n-tv hat Pakistan bereits die Erlaubnis

 
14.09.01 09:06
zum Überfliegen des Staatesgebietes durch die Amerikaner erlaut.

Grüsse
Franz
Antworten
whirl:

@franzS

 
14.09.01 11:12
1. wie du sicher schon bemerkt haben wirst: die momentane berichterstattung läuft auf die personifizierung, eines bereits vorher festgemachten, feindbildes hinaus. würde bin laden jetzt beseitigt, währe das für die mentale situation (aus sicht der politik) der bevölkerung der nato-mitgliedsstaaten (vor allen dingen der usa) nicht förderlich, da sich aufgestaute rachegelüste nicht, oder nur unter noch schwerer zu rechtfertigenden vorwänden, in langen kriegstiraden entladen können. bush und auch die grossmächte diesseits des grossen wassers bereiten die bevölkerung systematisch auf einen krieg vor. und zwar den 3. weltkrieg. wäre bin laden als symbolfigur des internationalen terrorismus  n a c h w e i s b a r  liquidiert, würde das aufwendig aufgebaute feindbild zerfallen. es müsste neu aufgebaut werden. die intellektuellen würden sich, noch mehr als jetzt schon, nach dem sinn eines krieges fragen. jedoch die nato weiss ganz genau, dass wohl kaum ein krieg gegen die gesamte islamische welt vom zaun gebrochen werden kann, da das wahrscheinlich nur wenige überleben würden.

2. du solltest dich nicht zuviel an us-amerikanischen spielfilmen und regulärer öffentlicher berichterstattung orientieren (soll keine massregelung sein). bin-laden steht schon seit mehreren jahren ganz oben auf der liste der meistgesuchtesten terroristen. und ?
sie bekommen ihn nicht oder was auch immer, da er scheinbar und mittlerweile auch nachweisbar über ein besser funktionierendes netzwerk, höhere mittel und eine besser funktionierende ideologie verfügt.

3. existieren mittlerweile schon mehrere publikationen zum thema "die geister die ich rief - die taliban in afghanistan".

4. bush´s unterscheidung (er repräsentiert schliesslich das us-amerikanische volk, trotz vermeintlich starker "opposition") in gut und böse müsste eigentlich jedem widerstreben. es gibt kein "gut" oder "böse" !! vielleicht gab´s das einmal in frühen kindesjahren, in den märchen der gebrüder grimm oder in amerikanischen spielfilmen.

das mag zwar alles antiamerikanisch klingen, soll es aber nicht sein. man sollte einfach nur differenzieren, darüber nachdenken, nicht pauschalisieren.

terrorismus baut eigentlich nur auf eine sache, die ihm seine wirkung verleiht: die beeinflussung der grossen masse durch erpressung - und bist du nicht willig so brauch´ ich gewalt. einer grossen menge von menschen wird an einer kleinen menge von menschen vorgeführt, wo das sicherheitsloch im westlichen system liegt: eine israelische maschine wird ihren kurs nicht verändern, wenn im passagierraum geiselnahmen stattfinden (falls es potentielle täter bis dorthin schaffen). allein diese tatsache nimmt dem geiselnehmer sämtliche wirkung.

in unserem westlichen wertesystem wird dieses als unmenschlich hingestellt. jedoch ist dies, bei näherer betrachtung, auf lange sicht menschlicher(*) ?

*) kann mir mal einer sagen was menschlich ist ??
Antworten
KINI:

Info-Afghanistan

 
14.09.01 14:49
US-Drohungen lähmen Islamische Republik
Afghanistan in Angst

Afghanistan ist vom Bürgerkrieg zerrissen. Seit 1979 leidet der größte Teil der rund 26 Millionen Einwohner unter den Kämpfen zahlreicher Splittergruppen sowie unter schweren Menschenrechtsverletzungen. Nach den Terroranschlägen auf die USA, die mutmaßlich auf radikale Islamisten - allen voran den Terroristenführer Osama bin Laden - zurückzuführen sind, droht den Afghanen weiteres Leid.

Die radikal-islamischen Taliban haben seit 1996 fast die ganze Republik unter ihrer Kontrolle. Die seinerzeit gestürzte afghanische Regierung sitzt mit Präsident Burhanuddin Rabbani im Exil. Nur im Norden Afghanistans hält sich noch eine Allianz aus ehemaligen Regierungsmitgliedern, die gegen die Taliban-Regierung kämpft. Ihr Anführer ist seit wenigen Tagen General Muchammad Fachim - nachdem der bisherige Militärchef Ahmad Schah Masud bei einem Selbstmordattentat schwer verletzt worden war.

Nur Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate erkennen die Taliban-Regierung an. Entsprechend gering ist die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland, die für den Aufbau des Landes und die Versorgung der Bevölkerung so wichtig wäre.

Das afghanische Volk besteht zu fast hundert Prozent aus Muslimen. Es wird von den radikalen Taliban systematisch nach deren extremen Vorstellungen vom Islam "geformt", also unterdrückt. So wird beispielsweise Frauen das Recht auf Ausbildung und Arbeit abgesprochen. Aufgrund der schlechten Gesundheitsversorgung ist die Kindersterblichkeit hier so groß wie nirgendwo sonst auf der Welt. Auch die Quote der Analphabeten ist einmalig hoch. Kartenspiele sind genauso verboten wie Fernsehen und die Nutzung des Internets. Jeden Tag gilt ab 23 Uhr eine Ausgangssperre.


Hungerkatastrophe droht

Drei Jahre in Folge wurde die Islamische Republik von einer Dürre heimgesucht. Ausländische Hilfe wäre wichtiger denn je. Doch gerade jetzt mussten alle Ausländer - also auch die zahlreichen Vertreter von Hilfsorganisationen - das Land verlassen, weil die USA nach den Terroranschlägen in New York und Washington möglicherweise Vergeltung in Afghanistan üben.

Nach jüngsten Angaben der britischen Hilfsorganisation Christian Aid ist im kommenden Winter ein Viertel der Bevölkerung vom Hungertod bedroht. Gegenwärtig gelängen so gut wie keine Nahrungsmittel nach Afghanistan.

Druck auf Taliban wegen Osama bin Laden

Die Lage der Bevölkerung dürfte sich in absehbarer Zeit kaum bessern, hat doch die Taliban-Regierung gegenwärtig ganz andere existenzielle Sorgen: Irgendwo in den schwer zugänglichen Bergen hält sich der Top-Terrorist Osama bin Laden auf - so war es jedenfalls bis vor wenigen Tagen. Er gilt als Drahtzieher der jüngsten Terroranschläge in den USA. Saudi-Arabien hat sich unmittelbar nach den Gewaltakten von ihm distanziert und ihm seine Staatsbürgerschaft aberkannt.

Die Taliban aber stehen zu der umschwärmten Kultfigur - offiziell wird eine Auslieferung jedenfalls mindestens so lange ausgeschlossen, wie die USA keine Beweise für die Schuld bin Ladens vorlegen können. So drohen dem ohnehin durch den Bürgerkrieg völlig zerstörten Land heftige Militärschläge durch die Supermacht.

Der Vernichtung könnte das Taliban-Regime zwar entgehen, wenn es bin Laden ausliefern würde. Doch dies wäre nach eigenen Angaben ein "Verrat am Islam". Zahlreiche islamische Fundamentalisten wären vermutlich entsetzt und entzögen der Regierung ihre Unterstützung. Diese Fundamentalisten kommen vor allem aus Tschetschenien, Pakistan, Saudi-Arabien, Algerien, Usbekistan, Ägypten und Jemen. Auf 6.000 soll sich die Zahl der zu allem bereiten ausländischen Kämpfer in Afghanistan summieren.

Sie kämpfen oft an vorderster Front gegen die nordafghanische Opposition. Zudem verfügen sie oft über wichtige finanzielle Mittel. Würden sie sich von den Taliban abwenden, ist der Machterhalt der Taliban mittelfristig in Frage gestellt.

Angst vor US-Angriff

Angesichts der US-Drohungen haben die weitaus meisten Afghanen Angst vor einem Militärschlag. Schon am frühen Abend sind die Straßen wie ausgestorben. Immer mehr Einwohner Kabuls verlassen die Hauptstadt und fliehen aufs Land.

Viele können sich noch allzu gut an die Vergeltungsschläge erinnern, mit denen die USA 1998 auf Bombenanschläge auf ihre Botschaften in Kenia und Tansania reagiert haben. In der Tat, angesichts der vermutlich tausenden von Toten in New York und Washington dürfte die Reaktion der US-Führung diesmal deutlich massiver ausfallen - und das Land in Unheil größten Ausmaßes stürzen.

Der Afghanistan-Thread 412324  



Antworten
FranzS:

US-Botschaft brennt!!! o.T.

 
26.09.01 12:19
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--