Glauben denn wirklich alle, dass in Afghanistan nur die "Teufeln" sitzen? Dort wird die Mehrheit der Bevölkerung von ein paar fanatischen Taliban regiert, die auf der ganzen Welt kaum Anerkennung finden.
Grüsse
Franz
Fläche: 652090 km2
Einwohner: 19,062 Mio.
Hauptstadt: Kabul
Amtssprachen: Dari, Paschtu
Währung: 1)Afghani (Af))= 100 Puls (Pl)
Zeitzone: MEZ)+ 3,5 Std.
Afghanistan, Staat in Asien, grenzt im W an Iran, im N an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan, im O und S an Pakistan, am O-Ende des Wakhanzipfels an China.
Staat und Recht:
Republik; Verfassung von 1980 (seit 1992 außer Kraft). Eine Übergangsregierung amtiert seit Mai 1992. Das staatl. Leben ist deutlich vom Islam bestimmt. Es besteht keine einheitl. Zentralgewalt.
Landesnatur:
Hochflächen um 2000-3000m) mit aufgesetzten Gebirgen bilden das zentrale Hochland, das nach NO in den hier fast 7500)m hohen Hindukusch übergeht. Im Wakhan hat A. Anteil am Pamir. Becken und Talweitungen sind die wichtigsten Siedlungsräume. Gegen den Amudarja hin erstrecken sich die Ebenen und lössbedeckten Hügelländer Afghanisch-Turkestans. Nach S geht das Hochland in ein Bergland, anschließend in Halbwüsten und Wüsten über. Den SW des Landes bildet das flache Sistanbecken mit großen Endseen. Es herrscht überwiegend trockenes Kontinentalklima. Im zentralen Hochland und in den Hochgebirgen ist Steppenvegetation verbreitet; Wald gibt es nur im O im Monsunbereich.
Bevölkerung:
Rd. 60% sind Paschtunen, 30% Tadschiken; außerdem leben in A. u.a. Hazara, Usbeken, Turkmenen, Nuristani, Belutschen. Nomad. und halbnomad. Lebensformen sind weit verbreitet. Etwa 90% der Bevölkerung sind Muslime (Sunniten). Die Analphabetenquote beträgt 80%. In Kabul bestehen eine Univ. und eine TH.
Wirtschaft, Verkehr:
Wichtigster Erwerbszweig ist die Landwirtschaft mit bed. Viehhaltung (Rinder, Ziegen, Kamele), bes. wichtig ist die Karakulschafzucht. Neben Bergbau auf Steinkohle, Steinsalz und Lapislazuli wird Erdgas gefördert. Die Textil-Ind. basiert auf einheim. Wolle und Baumwolle. Handwerk ist v.)a. in den Basaren konzentriert. A. führt Persianerfelle, Erdgas, Teppiche, Nüsse und Baumwolle aus. Von den rd. 18800 km Straßen sind 2800 km asphaltiert. Kabul.
Geschichte:
Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1919: Seit dem MA gehörte das Gebiet von A. zu verschiedenen Reichen iran., türk. oder mongol. Dynastien. Mit der Machtübernahme durch Ahmed Schah, den Begründer der Durranidynastie, 1747, beginnt die nat. Geschichte von Afghanistan. Im 19.Jh. konnte es nur mit Mühe seine Grenzen und seine Unabhängigkeit gegen Perser, Russen und Briten behaupten. 1863 wurde die heutige iran.-afghan. Grenze, 1886 die russ.-afghan. Grenze festgelegt; nach Gebietsabtretungen 1890/91 und 1893 stand ungefähr die heutige, jedoch bis heute umstrittene afghan.-pakistan. Grenze fest; seit 1947 fordert A. alle von afghan. Stämmen bewohnten Gebiete Pakistans (Paschtunistan) zurück. 1919 wurde die polit. Unabhängigkeit von Großbrit. sichergestellt.
Entwicklung im 20.)Jahrhundert: Die Könige versuchten A. politisch und sozial zu modernisieren. Außenpolitisch blieb A. im 2.)Weltkrieg neutral und verfolgte seitdem einen Kurs der Blockfreiheit. Nach dem Sturz von König Mohammed Sahir 1973 durch einen Militärputsch wurde die Republik A. ausgerufen. In der Folge eines weiteren Militärputsches 1978 wurde ein weitgehender Beistandspakt mit der Sowjetunion abgeschlossen, aufgrund dessen, nach inneren Unruhen in A. angeblich zu Hilfe gerufen, Ende Dez. 1979 sowjet. Truppen in A. einmarschierten. Bei äußerst schmaler Basis in der Bevölkerung konnte die neue kommunist. Reg. auch mit massiver militär. Unterstützung durch sowjet. Truppen die muslim. Rebellen nicht völlig in die Defensive zwingen. Weltpolitisch führte die sowjet. Intervention zu einer Krise zw. Ost und West. 1988 unterzeichneten A., Pakistan sowie die USA und die Sowjetunion ein Abkommen über den Abzug der sowjet. Truppen aus A. und die Rückkehr von etwa 5 Mio. afghan. Flüchtlingen in ihre Heimat. Der Abzug der sowjet. Soldaten war im Febr. 1989 abgeschlossen. Die antikommunist. Widerstandsorganisationen bildeten in Peshawar eine Exilregierung. Fortgesetzte militär. Offensiven der Mujaheddin führten im April 1992 zum Sturz von Staats- und Parteichef M. Najibollah. Unter Übergangs-Präs. B.)Rabbani kam es daraufhin zu Machtkämpfen zw. rivalisierenden Mujaheddin-Führern (G.)Hekmatyar, A.)Massud), in deren Verlauf sich seit 1995 die fundamentalist. Taliban-Miliz (›Religiöse Studenten‹) durch Eroberung des größten Teils des Landes einschließlich der Hauptstadt Kabul (September 1996) weitgehend durchsetzte.
Grüsse
Franz
Fläche: 652090 km2
Einwohner: 19,062 Mio.
Hauptstadt: Kabul
Amtssprachen: Dari, Paschtu
Währung: 1)Afghani (Af))= 100 Puls (Pl)
Zeitzone: MEZ)+ 3,5 Std.
Afghanistan, Staat in Asien, grenzt im W an Iran, im N an Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan, im O und S an Pakistan, am O-Ende des Wakhanzipfels an China.
Staat und Recht:
Republik; Verfassung von 1980 (seit 1992 außer Kraft). Eine Übergangsregierung amtiert seit Mai 1992. Das staatl. Leben ist deutlich vom Islam bestimmt. Es besteht keine einheitl. Zentralgewalt.
Landesnatur:
Hochflächen um 2000-3000m) mit aufgesetzten Gebirgen bilden das zentrale Hochland, das nach NO in den hier fast 7500)m hohen Hindukusch übergeht. Im Wakhan hat A. Anteil am Pamir. Becken und Talweitungen sind die wichtigsten Siedlungsräume. Gegen den Amudarja hin erstrecken sich die Ebenen und lössbedeckten Hügelländer Afghanisch-Turkestans. Nach S geht das Hochland in ein Bergland, anschließend in Halbwüsten und Wüsten über. Den SW des Landes bildet das flache Sistanbecken mit großen Endseen. Es herrscht überwiegend trockenes Kontinentalklima. Im zentralen Hochland und in den Hochgebirgen ist Steppenvegetation verbreitet; Wald gibt es nur im O im Monsunbereich.
Bevölkerung:
Rd. 60% sind Paschtunen, 30% Tadschiken; außerdem leben in A. u.a. Hazara, Usbeken, Turkmenen, Nuristani, Belutschen. Nomad. und halbnomad. Lebensformen sind weit verbreitet. Etwa 90% der Bevölkerung sind Muslime (Sunniten). Die Analphabetenquote beträgt 80%. In Kabul bestehen eine Univ. und eine TH.
Wirtschaft, Verkehr:
Wichtigster Erwerbszweig ist die Landwirtschaft mit bed. Viehhaltung (Rinder, Ziegen, Kamele), bes. wichtig ist die Karakulschafzucht. Neben Bergbau auf Steinkohle, Steinsalz und Lapislazuli wird Erdgas gefördert. Die Textil-Ind. basiert auf einheim. Wolle und Baumwolle. Handwerk ist v.)a. in den Basaren konzentriert. A. führt Persianerfelle, Erdgas, Teppiche, Nüsse und Baumwolle aus. Von den rd. 18800 km Straßen sind 2800 km asphaltiert. Kabul.
Geschichte:
Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1919: Seit dem MA gehörte das Gebiet von A. zu verschiedenen Reichen iran., türk. oder mongol. Dynastien. Mit der Machtübernahme durch Ahmed Schah, den Begründer der Durranidynastie, 1747, beginnt die nat. Geschichte von Afghanistan. Im 19.Jh. konnte es nur mit Mühe seine Grenzen und seine Unabhängigkeit gegen Perser, Russen und Briten behaupten. 1863 wurde die heutige iran.-afghan. Grenze, 1886 die russ.-afghan. Grenze festgelegt; nach Gebietsabtretungen 1890/91 und 1893 stand ungefähr die heutige, jedoch bis heute umstrittene afghan.-pakistan. Grenze fest; seit 1947 fordert A. alle von afghan. Stämmen bewohnten Gebiete Pakistans (Paschtunistan) zurück. 1919 wurde die polit. Unabhängigkeit von Großbrit. sichergestellt.
Entwicklung im 20.)Jahrhundert: Die Könige versuchten A. politisch und sozial zu modernisieren. Außenpolitisch blieb A. im 2.)Weltkrieg neutral und verfolgte seitdem einen Kurs der Blockfreiheit. Nach dem Sturz von König Mohammed Sahir 1973 durch einen Militärputsch wurde die Republik A. ausgerufen. In der Folge eines weiteren Militärputsches 1978 wurde ein weitgehender Beistandspakt mit der Sowjetunion abgeschlossen, aufgrund dessen, nach inneren Unruhen in A. angeblich zu Hilfe gerufen, Ende Dez. 1979 sowjet. Truppen in A. einmarschierten. Bei äußerst schmaler Basis in der Bevölkerung konnte die neue kommunist. Reg. auch mit massiver militär. Unterstützung durch sowjet. Truppen die muslim. Rebellen nicht völlig in die Defensive zwingen. Weltpolitisch führte die sowjet. Intervention zu einer Krise zw. Ost und West. 1988 unterzeichneten A., Pakistan sowie die USA und die Sowjetunion ein Abkommen über den Abzug der sowjet. Truppen aus A. und die Rückkehr von etwa 5 Mio. afghan. Flüchtlingen in ihre Heimat. Der Abzug der sowjet. Soldaten war im Febr. 1989 abgeschlossen. Die antikommunist. Widerstandsorganisationen bildeten in Peshawar eine Exilregierung. Fortgesetzte militär. Offensiven der Mujaheddin führten im April 1992 zum Sturz von Staats- und Parteichef M. Najibollah. Unter Übergangs-Präs. B.)Rabbani kam es daraufhin zu Machtkämpfen zw. rivalisierenden Mujaheddin-Führern (G.)Hekmatyar, A.)Massud), in deren Verlauf sich seit 1995 die fundamentalist. Taliban-Miliz (›Religiöse Studenten‹) durch Eroberung des größten Teils des Landes einschließlich der Hauptstadt Kabul (September 1996) weitgehend durchsetzte.