Delisting-Regeln bieten Schlupflöcher


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Delisting-Regeln bieten Schlupflöcher

 
23.07.01 23:12

Delisting-Regeln bieten Schlupflöcher



Die am Freitag vorgestellte Regelwerkänderung für den Neuen Markt löst bei den betroffenen Unternehmen ein plötzliches Interesse an so genannten "Reverse Stock Splits" aus.

Mit diesen umgekehrten Aktiensplits wollen die Firmen einem unfreiwilligen Abschied (Delisting) aus dem Wachstumssegment entgehen. Legen sie ihre Aktien zusammen, steigt der Kurs der Papiere über die für ein Delisting kritische Schwelle von 1 Euro. Wenn beispielsweise aus zehn Aktien eine werden, verzehnfacht sich der Kurs.
Prominentestes Beispiel für diese Anti-Delisting-Strategie ist der mittlerweile insolvente Internet-Lebensmittelhändler Webvan. Die Aktionäre des US-Unternehmens hatten Ende Juni einem Split im Verhältnis 1:25 zugestimmt, um den Aktienkurs über die Schwelle von 1 $ zu hieven.


Rolf Heiler, Vorstandsvorsitzender der Heiler Software AG, sagte der Financial Times Deutschland: "Unsere Anwälte loten die Chancen für eine Aktienzusammenlegung aus. Wir wollen den Neuen Markt auf keinen Fall verlassen, weil wir woanders bedeutungslos würden." Heiler fielen am Montag bei einer Marktkapitalisierung von 10,8 Mio. Euro auf 0,98 Euro. Die Schwelle von 1 Euro bezeichnete Heiler als "Kosmetik". Auch Markus Semm, Vorstandschef von Infodienst-Vermarkters Infogenie, sagte, sein Unternehmen wäge die Möglichkeiten der Zusammenlegung oder des Rückkaufs eigener Aktien ab.


"Wenn die Firmen die Kosten für einen Reverse Split tragen können, wären sie ja dumm, wenn sie es nicht tun würden", sagte Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut (DAI). Auch Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) sowie der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) äußerten sich ähnlich gegenüber der Financial Times Deutschland.


Nach den neuen Regeln kann die Deutsche Börse ab Oktober insolvente Unternehmen sowie Billigaktien mit geringer Marktkapitalisierung aus dem Neuen Markt herausnehmen. Firmen kommen nur auf die Beobachtungsliste für ein Delisting, wenn ihre Aktien an 30 Börsentagen nacheinander im Tagesdurchschnitt unter 1 Euro notieren und ihre Marktkapitalisierung die Marke von 20 Mio. Euro unterschreitet. Schaffen sie es nicht, in den folgenden 90 Handelstagen 15mal in Folge beide Grenzwerte zu übertreffen, werden sie ausgeschlossen. Ihnen bliebe dann nur der Wechsel in den Geregelten Markt oder den Freiverkehr.



Financial Times Deutschland

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1Mio.€:

Danke sehr interessant! Da kommen ja neue

 
23.07.01 23:14
möglichkeiten auf uns zu!
Bin mal gespannt wie sich die sache weiter entwickelt!


Gruss Mio.
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Seth Gecko:

ich halte den Reverse Stock Split für legitim

 
23.07.01 23:30
Die Regelung, "alles was länger als  sonundsolang weniger als 1 Euro kostet, fliegt raus", ist doch blanker Unsinn. Man sollte den Aktienkurs in Relation zu Kennzahlen wie kurzfristige Verindlichkeiten pro Aktie oder Fremdkapital je Aktie setzen (wie man das ja zum Teil auch machen will). Der reine Kaufpreis einer Aktie sagt nicht alles über ihren Wert.
Beispiel:
DaimlerChrysler wäre mt 30EUR krass unterbewertet, wohingegen ComRoad zu 30EUR hoffnungslos überteuert wäre.
Natürlich ist mir klar, daß Aktien, welche in den Pennystockbereich abrutschen, wohl auch die künftigen Pleitegeier am NEMAX sein werden. Aber vielleicht findet sich ja doch die ein oder andere Ausnahme darunter. Sicher ist,  daß es momentan noch viel zu viele Aktien von Pleiteunternehmen gibt, die deutlich über der 1-Euro-Grenze liegen und welche wohl auch zunächst nicht von der Deutschen Börse als insolvenzgefährdet erkannt und delistet werden.

cu, seth
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Kicky:

Reverse Split=kiss of death

 
24.07.01 00:30
hiess es im Bord von ragingbull.com,und ich fürchte,das hilft dann eben auch nicht mehr.Zumindest bei den Werten,wo ich den Reverse Split erlebt habe ,hat es auch nicht mehr geholfen.
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Lalapo:

Vorsicht vor dem RS ....

 
24.07.01 08:06
habe selber schon einige RS bei US Werten mitgemacht ... vor dem RS gibts meißt steigende Kurse , nach dem RS geht es aber fast immer abwärts , in einigen Fällen stand die Aktie nach ein paar Monaten wieder dort wo sie VOR dem RS stand ...... Habe mir selber bei einem Wert die Finger verbrannt vor Jahren ... dann habe ich mir die RS bei anderen Aktien von der Auslinie angeschaut ,,, und fast immer war mittelfristig der Wert wieder fast tot ...

Vielleicht werden im Vorfeld der RS einige Aktien hier von Zockern oder unbedarften Anlegern hochgezogen .... , aber glaubt es mir , RS bringen garnix , nur optische Effekte ,ist meißt das letzte Zucken vor dem AUS , manchmal hatte ich den Eindruck das man NACH dem RS die Aktien wieder so richtig prügeln konnte .........

Nur meine Meinung , aber warum soll es HIER anders kommen als in USA ..


LALAPO
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uiuiui:

wo ist der Fehler

 
24.07.01 08:25
Nur mit Schönreden wird niemandem geholfen. Wichtig ist dass endlich Bewegung reinkommt. Sind Werte mit Ideen dabei, dann überleben sie, wenn nicht ist endlich Klarheit geschaffen.

Und ein kleiner Zock kann auch nicht schaden, die Banken machen dies das ganze Jahr. Das ist das eigentliche Problem, sonst wären die "guten" Werte nicht baden gegangen.

auf den Boden zum Einsteigen. uiui  
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