Definition des Begriffs CRASH

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Bronco:

Definition des Begriffs CRASH

2
16.10.00 15:52
Verschiedene Poster wie z.B. SL haben hier immer wieder zurecht angemerkt, daß sie mit dem ganzen Crash-Gelaber nichts anfangen können - ist das nun der Crash oder ist er es nicht ? War 1998 ein Crash ? War 1987 ein Crash ?

Ich versuche mal aus meiner Sicht eine Definition:

Crash ist dann, wenn nicht nur viele abspringen, weil sie einen weiteren Kurseinbruch befürchten, sondern weil sie insbesondere befürchten, daß auch nach dem Kurseinbruch die zähe Baisse weitergeht und es Jahre dauern wird, bis die alten Kurse wieder erreicht werden.

Dann erst entstehen die echten Panik-Kurse, denn bei DER Perspektive "lohnen" sich auch herbe Kursabschläge.- Dann wird Panik "rational".

Somit hatte nach dieser Definition alles, was wir in diesem Jahr gesehen hatten, noch bei weitem nichts mit einer Crash-Situation zu tun. Die könnte eintreten, wenn z.B. der panarabisch-israelische Krieg voll ausbricht und eine weitere herbe Ölpreiserhöhung (von der dann auch angenommen wird, daß sie nicht vorübergehend ist) zu einer Neubewertung der Wachstumsaussichten führt.
Dabei ist es unerheblich, ob es nach dem Kurseinbruch auch tatsächlich als zähe Baisse oder Seitwärtsbewegung weitergeht. Wichtig ist, daß bei der Mehrzahl der Anleger vorher an irgendeinem Punkt die Befürchtung aufkommt, es könne so geschehen.
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estrich:

Wunderbar!

 
16.10.00 20:48
Endlich jemand, der nicht so leichtfertig mit dem Wort Crash umgeht. Meiner Meinung nach gab es überhaupt erst einen einzigen Crash, den berühmten Wall-street-crash in den zwanziger Jahren. Diesem Börsenkrach folgten Jahre der Rezession.
Das was wir hier jährlich im Oktober sehen ist doch nichts weiter als ein wildgewordener Kindergarten. Diese sogenannten Krisen (Asien / Russland / und jetzt eine Phantasie-Ölkrise) sind bereits nach zwei Monaten vergessen. Dann  erinnert sich kein Mensch mehr daran, was eigentlich der Grund für die Mini-Baisse war.
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Wachmann:

Wir sehen noch lange keinen Crash!!

 
16.10.00 21:27
ein index kann nicht innerhalb von 6 monaten 300% zulegen und dann die nächsten jahre so weitermachen - so schnell kann keine firma mitwachsen. an an der börse hilft auch manchmal ganz logisch und nüchtern über etwas nachzudenken. eine firma wird sich immer wieder an ihrem tatsächlichen wert einpendeln - je überkaufter der markt ist desto wahrscheinlicher geht es in absehbarer zeit wieder nach unten - dann geht es oft unter den tatsächlichen wert weil plötzlich einige aufwachen und das überverkaufsszenario noch fördern. und dann geht es wieder in die andere richtung sofern das polit. umfeld passt und das spiel beginnt von vorne.

grüße vom wachmann
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SchwarzerLor.:

Danke, Bronco

 
17.10.00 10:54
Endlich hat jemand mal einen richtig guten Versuch gewagt. Deine Definition bezieht sich aber nur auf eine kurzfristige Zeitspanne, denn was wir dieses Jahr gesehen haben, waren sowohl Salamicrashs (eigentlich finde ich das Wort scheußlich) in Einzelwerten als auch bei Indizes, nur daß dort ein längerer Zeitraum, ein Crash auf Raten gegeben war. Somit behaupte ich, wir haben jede Menge kleine Crashs gehabt, allerdings keinen größeren (wie ansatzweise im Frühjahr, als die Nasdaq intraday mal um die 13% im Minus war). Prozentual finde ich schon Indexverluste bei 6-8% als Crash.
S.Lord
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Bronco:

@SL: Ich bleibe bei meiner Definition.

 
03.04.01 17:21
Den Begriff mache ich nicht von der Höhe der Kursabschläge, sondern von den Zukunftserwartungen für die Zeit danach abhängig. So nach und nach siehts tatsächlich nach einem Crash aus, denn jetzt keimt langsam bei vielen die Angst, daß es danach auch über Jahrzehnte wie in Japan laufen könnte - oder schlimmer.

Gruß

Bronco
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SchwarzerLor.:

Ja, ich erinner mich dunkel.

 
03.04.01 17:35
Allerdings bleibt mir eines unklar. Ein Crash an sich ist ja ein hypothetisches Konstrukt, welches an sich ebenso wie z.B. Kraftausdauer nicht direkt meßbar ist. Sozusagen eine latente Variable. Um aber vollends Klarheit zu bekommen, muß man das Konstrukt operationalisieren, d.h. meßbar machen. Ohne Messung keine endgültige Aussagen, was ein Crash wirklich ist. Mir fehlt nach wie vor die entscheidende Meßeinheit, so wie ich z.B. Kraftausdauer über Klimmzüge oder Liegestütz definieren kann (Testprofile). Solange ich nicht sagen, dann ist das ein Crash, weil ich das und das gemessen habe, solange ist der begriff schwammig und für mich aus wissenschaftlicher Sicht unbrauchbar.
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Bronco:

Meßlatte: Wird hiermit geliefert.

 
03.04.01 17:42
Gemäß meiner Definition für den Begriff "Crash" läßt sich eine Meßlatte dafür in der Weise definieren, daß man die Anleger nach ihrer Performance-Erwartung für den Zeitraum nach dem Erreichen der Talsole befragt (wohlgemerkt nur danach, nicht nach dem Kursziel für die Talsole und nicht nach dem Zeitraum bis zum Erreichen). Liegt diese Erwartung gerademal in der Höhe der Umlaufrendite oder sogar darunter, dann würde ich aus der Stimmung auf einen Crash schließen.
Antworten
SchwarzerLor.:

Das ist gut, Bronco.

 
03.04.01 18:05
Vielen Dank für Deine geistigen Anstrengungen hierzu. Viele andere labern da mit Crash, Selloff etc. umher ohne daß sie auch nur annähernd wissen, womit sie es zu tun haben.
MfG, S.Lord
Antworten
user:

Gut ,ich habs verstanden

 
03.04.01 18:24
Dann hat Broadvision heute gecrashed. Definition erfüllt, und was nun ??
Antworten
Spitfire33:

Aus dem Lexikon der Boerse.de

 
03.04.01 18:27
Schwarzer Freitag

Der Begriff "Schwarzer Freitag" ist zum Synonym für einen Kurszusammenbruch (Börsencrash) geworden, der sich an einem Freitag ereignet. Dieser Wochentag wird seit dem 9. Mai 1873 als besonders kritisch angesehen.

An jenem Freitag leiteten panikartige Wertpapierverkäufe die schwere Rezession während der Gründerzeit ein.
Folgenschwer war auch der der 11. Juli 1931, als die Reichsbank Schecks verschiedener Banken nicht mehr einlösen konnte. Diese Banken mussten daraufhin ihre Zahlungen einstellen. Ursache war ein starker Abzug amerikanischer Gelder aus Europa infolge der US-Bankenkrise. Sie begann mit dem historisch bedeutendsten Schwarzen Freitag am 25. Oktober 1929, als an der New Yorker Börse die Hausse der vorangegangenen Jahre und mit ihr der Konjunkturaufschwung zusammenbrach und die Weltwirtschaftskrise ausgelöst wurde.

Gruß SF  
Antworten
Bronco:

@SL: Offensichtlich hatten wir immer noch keinen

 
05.04.01 17:18
Crash. Wie man heute sieht, ist der Glaube an die nächste Superhausse bei den meisten immer noch ungebrochen.
Antworten
Bauer:

keine Superhausse

 
05.04.01 18:00
Crash ja oder nein ? Wenn ich die o.g. Definition als Maßstab nehme, das heißt miserable Zukunftsaussichten, so kann man nach meiner Ansicht zumindest im Neuen Markt von einem Crash sprechen. Viele Kleinanleger haben sich die Finger verbrannt und  wenn sie noch Aktien halten, dann nur deshalb, weil sie nicht den Mut oder den Willen hatten, Ihre Verluste zu realisieren. Für mich ist der Neue Markt ein Schneeballsystem, ausgelöst durch Banken und Analysten. So sind immer mehr Privatanleger im vergangenen Jahr auf die Geldmaschine "Neuer Markt" aufmerksam geworden. Ohne eigene Sachkenntnis haben sie den Bänkern vertraut, die ihrerseits ihr bescheidenes Wissen aus Börsenmagazinen saugten. Bzw. Empfehlungen in der 3Sat-Börse oder ähnlichen Fernsehsendungen weckten die Kauflust des einzlenen (auch verständlich bei derartigen Geldgeschenken). Solange mehr auf den Zug auf- als abgesprungen sind, funktionierte das System. Aber das geht nicht ewig und jetzt sind alle schlauer und meinen, dass die Bewertung vieler Aktien absurd war und z.T. noch ist. D.h. der Neue Markt wird in absehbarer Zeit nicht mehr bis 5000 geschweige denn 9000 Punkte hochlaufen. Zuviel wollen mit dieser Abzocke nichts mehr zu tun haben und warten nur darauf, bei einer Erholung den Mist wieder los zu werden. Vielleicht kann der einzelne an Tagen wie heute ein bißchen Sahne machen. Aber langfristige Geldanlage ist das nicht. Und eine neue Superhausse wird es nicht geben.

Das Ganze erinnert mich an einen Bericht über Albanien. Demnach gab es dort irgendeine Versicherung (oder was Ähnliches) mit gewaltigen Gewinnaussichten. Schließlich hat dabei ein Großteil der Bevölkerung sein Vermögen verloren. Man vermutete schließlich, dass die Mafia das gezielt eingefädelt und die armen Leute um ihre Groschen betrogen hat. Tja, die Albaner sind halt ziemlich dumm, war meine Meinung dazu. Aber wir sind es auch !! Zumindest war/ist die Neuemission einiger Firmen (natürlich nicht alle) reiner Betrug - schnell noch die Papiere an den Markt solange es nocht geht.  
Antworten
Courtage:

Wenn ich hier eure Beiträge lese,

 
05.04.01 18:19
kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass ihr entweder nicht investiert seit, oder die Kurse noch weiter fallen sehen möchtet.
Immer diese Schwarzmalerei!!!
Gruß
Antworten
josua1123:

Crash

 
05.04.01 18:49
Der einzige wirkliche Crash war 1929,als unselige Investmenttrusts
bei denen via Kredite auf steigende Kurse spekuliert wurde,eine fatale Hebelwirkung nach unten ausgelöst.

500$ bewgten im Extremfall ein scheinbares Trust-Vermögen von 1 Milliarde$
Die Wertpapierkredite für Anleger hatten eine Marktkapitalisierung von 10%.
Heute 1.7%
Damals keine Einlagensicherung bei Bankkonten,allein 8 Millionen Sparkonten
durch Bankpleiten wertlos!
Ein finanzielles Todesurteil.

Und vorallem die Transparenz war im Gegensatz zu heute katasrophal schlecht.

usw.usw

Meiner meinung könnte ein wirklicher Crash heuzutage nicht mehr passieren.

jo.




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