Allerthal-Werke AG – unbekannter Nebenwert mit Substanz
Die Allerthal-Werke AG ist heute keine Industriegesellschaft mehr, sondern eine kleine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft. Das 1899 gegründete Unternehmen investiert vor allem in unterbewertete deutsche, österreichische und schweizerische Nebenwerte sowie in Übernahme- und Sondersituationen.
Interessant für Privatanleger ist vor allem die solide Bilanz. Zum Jahresende 2025 lag die Eigenkapitalquote bei rund 98 Prozent. Das von Allerthal veröffentlichte wirtschaftliche Eigenkapital betrug Ende März 2026 rund 27,63 Euro je Aktie. Der Aktienkurs lag Mitte Juli 2026 bei etwa 23,60 Euro und damit unter dem zuletzt ausgewiesenen inneren Wert.
Für 2025 erzielte Allerthal einen Gewinn von 3,18 Euro je Aktie. Vorgeschlagen wurde eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie. Diese Ergebnisse sind allerdings nicht jedes Jahr wiederholbar, da sie stark von Kursentwicklungen, Beteiligungsverkäufen und aktienrechtlichen Sondersituationen abhängen.
Zu den wichtigsten Beteiligungen gehörten zuletzt unter anderem Centrotherm, Covestro, Centiel, Smartbroker Holding und Wacker Neuson. Hinzu kommen sogenannte Nachbesserungsrechte aus Übernahmen und Squeeze-outs. Diese können zusätzliche Erträge bringen, sind aber weder planbar noch mit ihrem gesamten Andienungsvolumen als Vermögen anzusetzen.
Die Chancen liegen in der langjährigen Erfahrung mit Nebenwerten, der nahezu schuldenfreien Bilanz und einem möglichen Abschlag zum inneren Wert. Die Risiken sind die sehr geringe Börsenliquidität, hohe Kursschwankungen, unregelmäßige Gewinne und die Abhängigkeit von den Anlageentscheidungen eines sehr kleinen Managementteams.
Mein Eindruck: Allerthal ist kein klassischer Dividendenwert und kein bequemes Basisinvestment. Für geduldige Privatanleger, die illiquide Nebenwerte und Beteiligungsgesellschaften verstehen, könnte die Aktie aber einen genaueren Blick wert sein. Käufe sollten wegen der großen Geld-Brief-Spanne ausschließlich streng limitiert erfolgen.
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