Quelle: http://www.finance-daily.de/news.php?toshow=22314
Abwärts nach Alcoa-Zahlen

11.10.2006
Die US-Börsen scheinen zur Wochenmitte eine Richtung gefunden zu haben: Es geht bergab. Nach zwei zögerlichen Tagen haben die schwachen Zahlen von Alcoa die Bären das Ruder übernehmen lassen. Kurz nach der Glocke verliert der Dow-Jones-Index 37 Zähler, die Nasdaq gibt um 10 Punkte ab.
Lars Halter - Wall Street CorrespondentsIn den nächsten Tagen wird es für die US-Märkte einfacher, eine Richtung einzuschlagen. Sowohl von Unternehmensseite als auch mit Blick auf konjunkturelle Daten stehen einige Meldungen an. So wird am Mittwochmittag das Protokoll der letzten Fed-Sitzung erwartet, am Donnerstag steht das Beige Book an - beides soll Anlegern einen Einblick auf die weitere Zinspolitik der Notenbank geben.
Aus konjunktureller Sicht ist auch der Ölpreis weiter interessant. Der Rohstoff ist im frühen Handel zunächst unter 58 Dollar pro Fass gefallen, notiert aber mittlerweile wieder bei 58,64 Dollar. Der Preis schwankt, da nach wie vor unklar ist, ob die Opec die von Kuwait geforderten Produktionskürzungen wirklich umsetzen wird.
Auf Unternehmensseite steht Alcoa im Mittelpunkt, nachdem der Aluminiumriese am Vorabend als erster Dow-Wert zum Quartal gemeldet hat. Ein Umsatzwachstum von 19 Prozent ist zwar besser als erwartet, niedrige Preise haben dem Konzern aber die Bilanz verhagelt. Mit einem Gewinnwachstum um 86 Prozent auf 537 Millionen Dollar oder 61 Cent pro Aktie werden die Erwartungen um 20 Prozent verfehlt. Interessant ist die Aufschlüsselung der Nachfrage nach Sektoren: Anhaltend stark wird Alu aus dem Flugzeug- und dem kommerziellen Transportsektor nachgefragt, schwach sind hingegen der Automobil- und der private Immobiliensektor.
Der Medienriese Time Warner steht kurz davor, die Restrukturierung des Internet-Ablegers AOL außerhalb der USA abzuschließen. Der britische Mobilfunkriese Carphone Warehouse übernimmt AOL UK für 687 Millionen Dollar. Bereits im vergangenen Monat hat Telecom Italia den deutschen Ableger AOL Germany für 855 Millionen Dollar übernommen, auch der französische Ableger ist verkauft.
Nach dem erfolgreichen Börsenstart und Handel von Mastercard, deren Aktie sich in weniger als einem halben Jahr fast verdoppelt hat, drängt nun auch der Konkurrent Visa auf das Parkett. Der Kreditkartenriese, dessen 500 Millionen Karten zu 13 000 Banken und 6,3 Millionen Akzeptanzstellen verlinkt sind, will für ein IPO die regionalen Ableger USA, Kanada, Südamerika, Ost-Europa, Nahost, Afrika und Karibik vereinen, die europäische Tochter indes soll weiter eine selbstständige Mitgliedsorganisation sein.
Andere Unternehmen zieht es weg von der Börse. Die private Investorengruppe Apollo Management will den Whirlpool-Hersteller Jacuzzi Brands für 1,25 Milliarden Dollar aufkaufen. Auch hat man am Mittwochmorgen das Übernahmeangebot für den Kasino-Riesen [c] Harrah's Entertainment [/c] auf mehr als 15,5 Milliarden Dollar erhöht.
Bereits am Dienstag hat die Gründerfamilie Dolan ein bereits seit einigen Monaten bestehendes Angebot erhöht, den Kabelfernseh- und Medienkonzern Cablevision aufzukaufen. Man bietet nun 7,9 Milliarden Dollar für das Unternehmen, zu dem neben einem Kabelnetz und Werbetafeln auch Veranstaltungszentren wie der Madison Square Garden und Radio City Music Hall in New York gehören.
Beste Grüße vom Gesellen 