DAX schließt nach Intraday-Reversal im Plus


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jack303:

DAX schließt nach Intraday-Reversal im Plus

 
30.01.03 08:08
DAX Schlussbericht: Blue-Chips schließen bei geringen Umsätzen im Plus
Die deutschen Blue-Chips haben den heutigen Handelstag mit satten Abschlägen begonnen. Bereits am frühen Morgen signalisierten die Terminkontrakte auf die wichtigsten US-Indizes eine sehr schwache Eröffnung der US-Börsen. Dieses Minus schwächte sich bis zur Eröffnung der US-Börsen ab. Im Zuge dieser Entwicklung verringerte sich das Minus des wichtigsten deutschen Börsenbarometers von mehr als 3 Prozent. Am Abend schwankte das wichtigste deutsche Börsenbarometer bei geringen Umsätzen heftig um den Vortageswert und schloss mit leichten Kursgewinnen.

Noch Anfang letzten Jahres stand der DAX bei über 5.000 Zählern. Wirtschaftsexperten und Analysten erwarteten im Laufe von 2002 einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen DAX am Ende des Jahres deutlich oberhalb der 5.000er Marke. Doch wurden während dieser Zeit viele Anleger bitter enttäuscht. Auf Jahressicht musste das wichtigste deutsche Börsenbarometer fast 44 Prozent an Wert abgeben. Nicht einmal im Crash-Jahr 1987 mussten die Anleger einen solchen Verlust hinnehmen. Damals gab der DAX rund 33 Prozent ab.

Vor dem Hintergrund eines neuen Golfkrieges könnte sich die negative Performance vom letzten Jahr in diesem Jahr wiederholen. Erfolgt ein Angriff Mitte Februar und dauert die Auseinandersetzung mehrere Monate, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der DAX das Jahrestief 2002 unterschreitet. Am 09. Oktober vergangenen Jahres notierte das wichtigste deutsche Börsenbarometer bei 2.519 Zählern. Von dieser Marke sind wir nicht mehr weit entfernt.

Wichtige Gründe für das Absacken der Märkte waren zum einen der Bericht des Uno-Chefinspekteurs Hans Blix zu den Waffenkontrollen im Irak. Demnach kooperiere der Irak zwar, allerdings sei Husseins Waffenbericht lückenhaft gewesen. Zum anderen die Rede von US-Präsident George W. Bush zur Lage der Nation. Bush will schon in der kommenden Woche neue Beweise dafür vorlegen, dass der Irak nicht abrüste, sondern im Gegenteil, versuche weiter aufzurüsten.

Schlussstände:

DAX 30: 2.706 (+1,3%)

MDAX: 2.925 (-0,06%)

Tops des Tages: Schering, VW, Siemens, BASF, BMW

Flops des Tages: SAP, Deutsche Post, E.ON, Fresenius M.C., Commerzbank

Konjunkturmeldungen des Tages:

Das Bundesfinanzministeriums (BMF) veröffentlichte seinen Monatsbericht für Dezember 2002. Demnach lagen die Steuereinnahmen ohne Gemeindesteuern um 8,2 Prozent über dem Ergebnis vom Dezember 2001. Einschließlich der gegenwärtig noch geschätzten reinen Gemeindesteuern belaufen sich damit die vorläufigen Steuereinnahmen im Gesamtjahr 2002 auf 440,9 Mrd. Euro. Dieser Wert liegt um 1,5 Mrd. Euro über dem Schätzansatz des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ vom November 2002. Somit ergibt sich für 2002 ein weiterer Rückgang der Steuerquote auf knapp 20,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nachdem bereits in 2001 ein historisch niedriges Niveau der Steuerlast von 21,6 Prozent realisiert wurde. Begründet wurde die positive Entwicklung im Dezember mit einer Stabilisierung des Körperschaftsteueraufkommens und mit einigen Sondereffekte bei der Tabak- und Mineralölsteuer. Für das laufende Jahr 2003 rechnet das Ministerium mit einer fortgesetzten Verbesserung der Steuereinnahmen, die Mitte des vergangenen Jahres eingesetzt hat.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement stellte heute den neuen Jahreswirtschaftsbericht vor. Erwartungsgemäß wurde die Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in 2003 von bisher 1,5 auf nur noch 1,0 Prozent gesenkt, während das Bruttoinlandsprodukt in 2002 nur um 0,2 Prozent anstieg. Weiterhin wird mit einem Anstieg des privaten Konsums um 0,75 Prozent gerechnet, nach einem Rückgang von 0,5 Prozent im abgelaufenen Jahr. Auch die Inlandsnachfrage soll nach einem Minus von 1,3 Prozent in 2002 wieder um 0,5 Prozent zulegen. Die Arbeitslosenzahl könnte im Jahresdurchschnitt auf 4,2 Mio. ansteigen, gegenüber 4,06 Mio. Arbeitslose im Vorjahr. Damit stiege die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 9,8 auf 10,0 Prozent. Die Inflation werde nur bei 1,3 Prozent liegen, nach einer Jahresteuerung von 1,4 Prozent im vorangegangenen Jahr. Der Minister ist überzeugt, die Staatsdefizitquote gemäß den Stabilitätskriterien auf unter 3,0 Prozent senken zu können, nach 3,7 Prozent im Vorjahr. Hierbei wird das Ausbleiben eines Irakkriegs unterstellt. Ein Krieg stelle ein unkalkulierbares Wachstumsrisiko dar und könnten schwerwiegende Folgen für die Weltwirtschaft haben. Für 2003 rechnet Clement erst im zweiten Halbjahr mit einer beschleunigten Wachstumsdynamik.

Wichtige Unternehmensnachrichten vom heutigen Börsentag:

Die Deutsche Bahn AG hat im vergangenen Jahr Erlöse von 15,8 Mrd. Euro erzielt und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Bahn-Chef Mehdorn betonte allerdings, dass die Bahn im zweiten Halbjahr unter der schwachen Konjunktur sowie unter der Flutkatastrophe im Osten gelitten habe. Im Jahr 2002 hat die Bahn noch rote Zahlen geschrieben. Schätzungen zufolge lag das Minus bei ca. 500 Mio. Euro. Dies soll sich aber spätestens ab 2004 ändern. Dann will die Bahn bei Erlösen von 17,15 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von 390 Mio. Euro erreichen. Mit diesem Ergebnis will die Deutsche Bahn ab 2004 dann auch fit für den Börsengang sein. Vorerst stehen allerdings Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften an.

Im vergangenen Quartal hat Vodafone D2 mehr Neu-Kunden gewonnen als der Konkurrent T-Mobile und damit den Abstand der Gesamtkundenzahl der beiden Unternehmen verkleinert. Vodafone hatte Ende 2002 22,7 Mio. Kunden (+0,922 Mio.), während T-Mobile auf 24,6 Mio. Kunden (+0,783 Mio.) kam. Experten führen diese Entwicklung auf das aggressive Marketing zurück, das Vodafone in der Vorweihnachtszeit betrieb. Vodafone bewarb vor allem mit seinem neuen "Live"-Konzept die neue Generation der Kamera-Handys. Entscheidend für die Unternehmensbewertung sei allerdings der durchschnittliche Umsatz pro Kunde. Diese Zahlen sollen erst in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.

Bayer HealthCare Diagnostics und die Matsushita Electric Industrial Co. (Panasonic) erweitern ihre Zusammenarbeit und vereinbarten ein Joint-Venture-Abkommen zur Gründung von Viterion TeleHealthcare LLC. Das Unternehmen wird Produkte und Dienstleistungen für den schnell wachsenden Telemedizin-Markt vermarkten. Bayer und Matsushita haben im Mai 2001 ein Grundsatzabkommen über eine langfristige, strategische Partnerschaft getroffen, um gemeinsam diagnostische Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. Dieses Joint-Venture-Abkommen führt die Erfahrung von Bayer im Diagnostika-Markt und die technologischen Kompetenz von Panasonic zusammen. Mit Hilfe der Telemedizin werden wichtige medizinische Parameter wie Blutdruck- und Blutzuckerwerte, Gewicht, Sauerstoffgehalt des Blutes und Körpertemperatur drahtlos oder über die Telefonleitung an die Klinik übermittelt. Der Patient kann auch von zu Hause aus mit seinem Arzt über Video kommunizieren. Damit wird es möglich, Patienten früher aus dem Krankenhaus zu entlassen; mancher Hausbesuch wird überflüssig.

Die Linde AG, der europäische Marktführer für Industrie- und Medizingase meldete, dass der Konzern seine Gase-Aktivitäten in den USA bündelt. Demnach wird das amerikanische Gase-Geschäft künftig von Cleveland (Ohio) aus gesteuert, womit die bestehenden drei Gase-Gesellschaften AGA Gas Inc. in Cleveland sowie Holox in Atlanta (Georgia) und Linde Gas in La Porte (Texas) unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst werden. Gleichzeitig wird das bisherige Medizingase-Geschäft des Konzerns unter einheitlicher Leitung zusammengeführt. In 2001 erzielte Linde in den USA bei Gasen mit 2.500 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 850 Mio. Euro. Pat Murphy, Regional Manager Industrial Gases for North America, wird künftig das US-Gase-Geschäft in Cleveland leiten. Brian Haley, bisher President von Holox, wird das US-Medizingase-Geschäft führen. Der Linde-Konzern setzte in 2001 im Unternehmensbereich Gas und Engineering, der über 21.000 Mitarbeiter beschäftigt, rund 4,8 Mrd. Euro um.

Ratings des Tages:

Lufthansa - Buy, Merck Finck & Co

BMW - Outperformer, Merck Finck & Co

Bayer - Hold, Merck Finck & Co

adidas-Salomon - Hold, Merck Finck & Co

Commerzbank - Untergewichten, Helaba Trust

Siemens - Buy, Dresdner Kleinwort Wasserstein

Deutsche Telekom - Akkumulieren, Bankgesellschaft Berlin

Schering - Übergewichten, Helaba Trust

Deutsche Telekom - Marketperformer, SES Research

Update SAP AG - Outperformer, Salomon Smith Barney

SAP - Marketperformer, Merck Finck & Co

Bayer - Buy, HSBC Trinkaus & Burkhardt

Altana - Hold, Merck Finck & Co

Altana - Reduce, HSBC Trinkaus & Burkhardt

Infineon - Marketperform, ING Barings

Siemens - Reduce, HSBC Trinkaus & Burkhardt

E.ON - Neutral, HypoVereinsbank


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