Twinson_99: Das leidige (?) Zinsthema
22.04.04 08:53
Rauf oder runter, was denn nu? Lesenswerter Reutersbeitrag  |
| IWF - EZB sollte sich für Zinssenkung bereit halten |  | | Washington, 21. Apr (Reuters) - Wegen der anhaltenden Unsicherheit über Stärke und Dauer der Konjunkturerholung in der Euro-Zone sollte sich die Europäische Zentralbank (EZB) nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) für eine weitere Zinssenkung bereit halten. Die US-Notenbank müsse dagegen allmählich den Boden für eine Zinssenkung bereiten, riet der IWF in seinem am Mittwoch veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick. Die geringe Inflationsgefahr und konjunkturellen Abwärtsrisiken in der Euro-Zone sprächen für die EZB dafür, zu einer lockeren Geldpolitik zu neigen. "Wenn die Wirtschaftsdaten weiter darauf hindeuten, dass das bereits geringe Tempo der Erholung abgeschwächt hat, und der Inflationsausblick so gedämpft bleibt, wäre eine Zinssenkung angebracht." Der Leitzins in der Euro-Zone liegt seit Juni 2003 mit zwei Prozent auf dem niedrigsten Niveau der Nachkriegszeit. Trotz einiger Besorgnis über die zuletzt sehr widersprüchlichen Konjunktursignale geht die EZB von einer sich allmählich verstärkenden Erholung aus. Die Notenbank hat sich deshalb bisher bei ihrer Zinspolitik nicht festgelegt, wie EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am erst Dienstagabend bekräftigt hatte: "Wir halten uns alle Optionen offen und wir haben keine Neigung." Auch der IWF ist der Meinung, die Wirtschaft der Euro-Zone bessere sich langsam, auch wenn sie der kräftigen Erholung der Weltwirtschaft hinterherhinke. "Ich glaube nicht, dass die Euro-Zone für immer in der gegenwärtigen Situation stecken wird - sie wird wieder auf die Beine kommen", sagte IWF-Chefvolkswirt Raghuram Rajan in Washington. Von einer weiteren Zinssenkung sei keine Zauberwirkung zu erwarten, aber sie würde helfen. IWF - FED MUSS MÄRKTE AUF ZINSERHÖHUNG VORBEREITEN Der Notenbank in den USA, für die der IWF für 2004 seine Wachstumsprognose auf 4,6 Prozent erhöht hat, gab der Fonds die gegenteilige Empfehlung: Angesichts der guten Aussichten und der Notwendigkeit, Einbrüche an den Finanzmärkten zu vermeiden, rücke der Zeitpunkt für den Beginn von Zinserhöhungen näher. "Der Boden für eine geldpolitische Straffung in der Zukunft sollte weiter bereitet werden", hieß es in dem Bericht. US-Notenbankpräsident Alan Greenspan hat zuletzt bei Ausschussanhörungen mit optimistischen Äußerungen zur Konjunktur bereits die Zinserhöhungserwartungen an den Finanzmärkten verstärkt. Er hatte eine grundsätzliche Bereitschaft zu Zinserhöhungen erklärt, ohne einen unmittelbar bevorstehenden Zinsschritt zu signalisieren. Greenspans Hinweis vom Dienstag, die Sorge über Deflation gehöre der Vergangenheit an, sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte IWF-Chefvolkswirt Rajan. iws/sme |
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