Das Imperium schlägt zurück/ Ansichten der Analys.

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proxicomi:

Das Imperium schlägt zurück/ Ansichten der Analys.

 
05.02.01 21:55
Kapitalmarktexperten wehren sich gegen Vorwürfe


Analysten: Kleinanleger sind oft zu gierig und zu ungebildet
Das Imperium schlägt zurück/ Ansichten der Analys. 259486www.handelsblatt.com/...t?fn=relhbi&sfn=cn_load_bin&id=289267" style="max-width:560px" >
dpa-afx FRANKFURT. Die im Zuge des anhaltenden Kursrutsches am Neuen Markt in die Kritik geratene Berufsgruppe der Analysten wehrt sich. Börsenexperten zahlreicher Brokerhäuser warfen beim so genannten "Frankfurter Gespräch" der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" (Montagsausgabe) den Fedehandschuh an die Anleger zurück. "Will man den Endkunden schützen, müsste man bei seiner Bildung ansetzen und seine Gier bremsen", sagte Christoph Bruns, Leiter des Aktienfondsmanagements beim Fondshaus Union Investment.
Allerdings sei das, was den Privatanlegern vermittelt werde, oft zu plakativ, habe Bernd Meyer, Aktienstratege Europa bei Deutsche Bank Research, Kleinanleger in Schutz genommen. Aber auch, wenn sie alles lesen würden, verstünden sie nicht alles, schränkte er ein: "Wir arbeiten für institutionelle Investoren". Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für den Wertpapierbesitz sagte: "Die Analysten sind nicht mehr nur Dienstleister für Profis." Mittlerweile transportierten die Medien die Analysen der so genannten Experten genauso schnell an Privatanleger, deshalb könnten sich die Profis nicht mehr auf eine solche Position zurückziehen.

immer diese anfeindungen, also ehrlich irgendwann hätte ich als anal. auch mal die andere seite belastet:)
die akteure des börsenzirkus sind beleidigt.(schmoll)


gruß
proxi


Antworten
Expropriateur:

Hier noch etwas ausführlicher...

 
05.02.01 22:04
FRANKFURTER GESPRÄCH

Analysten wollen die Anleger stärker in die Pflicht nehmen

ANKE REZMER, FELIX SCHÖNAUER

Interessenkonflikte bestehen zwischen den Research-Berichten der Analysten und Kundenbeziehungen ihrer Arbeitgeber - darüber waren sich Analysten und Anlegerschützer beim Frankfurter Gespräch des Handelsblatts einig. Doch sehen sie unterschiedliche Wege, die Konflikte aus dem Weg zu räumen.


HANDELSBLATT, 5.2.2001 FRANKFURT/M. Die Analysten wehren sich: Im Zuge des Kursdebakels am Neuen Markt der vergangenen Monate in die Kritik geraten, werfen die Bankprofis den Ball nun zu den Anlegern zurück. "Will man den Endkunden schützen, müsste man bei seiner Bildung ansetzen und seine Gier bremsen", sagt Christoph Bruns, Leiter des Aktienfondsmanagements beim Fondshaus Union Investment, beim Frankfurter Gespräch in der Handelsblatt-Redaktion. Allerdings sei das, was den Privatanleger vermittelt werde, oft zu plakativ, nimmt Bernd Meyer, Aktienstratege Europa bei Deutsche Bank Research, Private in Schutz. Aber auch wenn sie alles lesen würden, verstünden sie nicht alles, schränkt er ein: "Wir arbeiten für institutionelle Investoren." Für Ulrich Hocker, den Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für den Wertpapierbesitz, ist das zu kurz gesprungen. "Die Analysten sind nicht mehr nur Dienstleister für Profis", meint er. Mittlerweile transportierten die Medien die Analysen genauso schnell an Privatanleger, deshalb könnten sich die Profis nicht mehr auf solche eine Position zurückziehen. Die Anleger müssen sich nur über eins im Klaren sein, sagt Markus Rausch, Leiter des Deutschland-Research bei der Deutschen Bank: "An die breite Öffentlichkeit gehen die Berichte mindestens einen halben Tag später, als an institutionelle Investoren." Dadurch könnten Profis schneller reagieren. Ein vernünftiger Anleger wisse zwar, dass der Aktienmarkt mit Risiken behaftet sei, sagt Hocker. Was er aber brauche, sei Vertrauen. "Das ist aber in den vergangenen Monaten verloren gegangen." Der Ehrenkodex der Analystenvereinigung Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) reiche deshalb nicht mehr aus (Handelsblatt, 31.1.). Es fehle eine Regelung, die breiter aufgestellt sei.
Ulrike Diehl, Geschäftsführerin der DVFA, hält dagegen den seit fünf Jahren bestehenden Ehrenkodex ihres Verbandes für ausreichend. Laut Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel gebe es kein Strafverfahren wegen schlechter Prognosen gegen Analysten. Auch habe die DVFA noch keinen Anlass gesehen, Mitglieder auszuschließen, berichtet Diehl. "Wenn Anleger Marktgurus verfallen, müssen sie mit den Konsequenzen leben", folgert sie. Allerdings spricht ihrer Ansicht nach auch nichts gegen einen auf bundespolitischer Ebene verankerten Kodex.

Das Thema Interessenkonflikte schätzen die Beteiligten unterschiedlich ein: "In einem Kodex müssen auch Sorgfaltspflicht und Interessenkonflikte geregelt sein", fordert Hocker. Dagegen sagt Stefan Winter, Vorstandsmitglied bei UBS Warburg: "Jede Investmentbank, die seriös arbeitet, kann Interessenkonflikte ausschließen." Wenn ein Analyst über ein Unternehmen schreibt, sei er erstens nicht in das Corporate Finance eingebunden. Zweitens lebe ein Broker von den institutionellen Kunden, die ihm seine Umsätze brächten. "Es gibt keine Gefälligkeitsgutachten", betont er. Nur wer mit dem Research zufrieden sei, zahle, indem er über die Investmentbank Kauf- und Verkaufaufträge abwickle, erläutert Winter. Auch Bruns sieht die Lösung der systembedingt vorhandenen Interessenkonflikte darin, sie zu kanalisieren: "Wer uns nutzt, bekommt unser Geld."

In der täglichen Arbeit, für die Union-Fondsmanager im übrigen viel externes Research analysierten, diskutiert Bruns am liebsten mit Vertretern einer gegensätzlichen Meinung, um sein eigenes Urteil zu überprüfen. Mit den jeweiligen Konsortialführern von Neuemissionen brauche man nicht zu sprechen, da sie abhängig seien. Meyer bestätigt: "Analysten kleiner Häuser sind oft unabhängiger, weil sie nicht die Chance zu großen Deals haben."

DIE ANALYSTEN UND DER EHRENKODEX.

Margareta Wolf war noch keine zwei Wochen im Amt, da machte die neue Staatssekretärin von Wirtschaftsminister Werner Müller schon von sich reden. Ende Januar forderte sie in einem Gespräch mit dem Handelsblatt "verbindliche Kriterien für die Unabhängigkeit von Analysten". Damit wurde die seit dem drastischen Kursrückgang am Neuen Markt schwelende Diskussion um die Verantwortung der Analysten und mögliche Interessenkonflikte der professionellen Marktbeobachter auf die politische Ebene gehoben.

Verbraucherschützer begrüßten die Initiative, doch beim Verband der Analystenzunft stieß sie sauer auf: Von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) verlautete, es gebe bereits seit mehreren Jahren einen Ehrenkodex; ähnliche Statements kamen vom Bundesverband Deutscher Banken. In einem Spitzengespräch mit Anlegerschützern, Verbänden, Wissenschaftlern und Politikern vereinbarte man schließlich, ein unabhängiges Gremium einzusetzen, das einen Ehrenkodex erarbeiten soll. Im Gespräch ist auch eine Art "Gütesiegel" für Analysten, das nur bei Zustimmung der Analysten zu dem künftigen Ehrenkodex verliehen wird. Ein unabhängiges Gremium soll die Einhaltung der Standards überwachen. fs/rez


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Hopes:

Ganz schön frech, Herr Bruns...

 
05.02.01 22:06
Union Investment, wenn wir das schon hören geht uns das Messer in der Tasche auf.
Wir sind mit dem UniDynamicEuropa bei denen investiert, und hatten zu Spitzenzeiten eine sagenhafte Performance von bis zu MINUS 45%.
Das haben wir trotz Intershop-Pleite mit unserem Depot nicht geschafft.

Wer ist hier nun der Dumme???

"Union Investment -eine Investition für's Leben" heißt's in der Werbung, aber so lange wollten wir auf unseren Einsatz eigentlich gar nicht warten!!!

Grüße
Hopes
Antworten
Siedler:

Die armen, bedauernswerten Analysten...... o.T.

 
05.02.01 22:07
Antworten
Amok:

was sagt uns das?

 
05.02.01 22:42
- unsere Gier muß gebremst werden?, kannst Du haben Bruns.

Ich werde meinen Fond bei Union Investment verscheuern. Ich will ja nicht zu gierig sein.

Vielleicht machen ja noch ein paar Leute mit. Am besten noch in andere Boards stellen. Vielleicht merken die dann mal, was die immer für eine Sch... reden.

Zuerst werden die Kurse ins Unermeßliche hochgelobt, und dann sind auch noch die Anleger Schuld, wenn Sie den "Experten" glauben geschenkt haben?

Alles klar, auf diese Experten, wie Fondsmanager auch, die uns dann noch für dumm verkaufen, können wir doch verzichten, oder?

Ich brauche keine Fonds mehr, wenn ich überlege, wem ich das Geld in den A... stecke.

Grüße

Amoktrader

Antworten
Dixie:

Gibts im Nemwax nicht auch ein Eckchen,

 
06.02.01 08:10
das für die Analystenhäuser bestimmt ist?
Ich beantrage die Aufnahme von Christoph Bruns/Union Investment, der unsere "Kleinanleger-Gier" (wie können wir uns auch erdreisten, ebenfalls Geld verdienen zu wollen? Frechheit!) bemängelt und Bernd Meyer/Deutsche Bank, der uns obendrein auch noch doof nennt (Solch geistigen U-Booten wie uns sollte der Börsenhandel gleich ganz verboten werden. So kann man im illustren Institutionellen-Kreis hübsch unter sich sein).
Das war wohl ein klassiches Eigen-Tor, meine Herren!
Antworten
tetsuo:

hau rein, Bruns

 
06.02.01 09:10
naja, dass ich in meiner Gier Kardinalsfehler gemacht habe, die
sich nun in bitteren Verlusten äussern, ist nicht zu bestreiten.
Schliesslich habe ich zB versäumt, zu verkaufen, als die Kurse oben waren,
in der Hoffnung, sie stiegen weiter.

Aber wer den Stein schmeisst, sollte dies tunlichst nicht im Glashaus
tun (und die Glashäuser stehen in der Frankfurter City)!

1) Welcher Fondsmanager hat im März 2000 verkauft, bzw sich seit
November 1999 vollständig des Kaufes enthalten? Denn nur
komplett Ungebildete oder Gierlinge haben dann noch in einen überhitzten
Bubble Markt hinein gekauft (einschlisslich meiner ungebildeten Wenigkeit.
Merke: Promotion schützt vor Ungebildetheit nicht)!

2) Welcher Fondsmanager hat die Bilanzen von Lucent so sorgfältig
gelesen, dass er einen Downgrade im Frühjahr 2000 wagte, vor
Bekanntgabe der katastrophalen Zahlen? Die Antwort lautet: keiner
der rund 20 Analysten, die allesamt die Bilanzen kannten, aus denen
klar ersichtlich gewesen sein musste, dass Lucent Inventory aufbaute
und der Cash Flow bedenklich abnahm.

Nun, wenn ein Analyst in seiner ungebildeten Gier seinem Job nicht
nachkommt, so ist dies wirklich schlimmer als wenn sich ein dummer
kleiner Anleger verhaut und dabei sein eigenes sauer Verdientes opfert
(und nicht das Geld anderer)!

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schlimmste im ganzen Land?

:) Tetsuo
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