angeblich morgen um 7 Uhr
DJ: AUSBLICK/Bei SAP steht Prognose im Mittelpunkt
WALLDORF (Dow Jones)--Bei Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen der SAP AG
am Dienstag steht für Anleger vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob das
Management des Softwarekonzerns die Jahresprognose bekräftigen wird. Sorgen
bereiten Analysten die Auswirkungen der konjunkturellen Eintrübung auf die
Softwarebranche sowie der anhaltend schwache Dollarkurs gegenüber dem Euro.
Für die Beobachter steht außer Frage, dass der Walldorfer DAX-Konzern
in den vergangenen drei Monaten erneut seine Umsatzerlöse gesteigert hat. Aber
wie im ersten Quartal rechnen sie aufgrund der Belastungen durch die Akquisition
von Business Objects mit einem rückläufigen Gewinn. Die zehn von Dow Jones
Newswires befragten Analysten erwarten im Mittel eine Steigerung der Umsätze auf
2,787 (Vorjahr: 2,421) Mrd EUR. Die darin enthaltenen Software- und
softwarebezogenen Serviceerlöse, die zentrale Kennziffer des Konzerns, sind
ihrer Einschätzung nach auf 1,995 (1,704) Mrd EUR gewachsen.
Die Softwarelizenzerlöse alleine sieht der Analystenkonsens bei
816 (716) Mio EUR. Operativ dürfte SAP einen Gewinn von 588 (581) Mio EUR und
damit knapp über Vorjahresniveau eingefahren haben. Nach Steuern und
Minderheiten dürfte das Ergebnis dagegen zweistellig gesunken sein und wird bei
372 (453) Mio EUR gesehen. Daraus errechnet sich je Aktie ein Gewinn von 0,31
(0,37) EUR.
Allerdings weist der Konzern seine Zahlen in diesem Jahr nicht nur nach
dem US-Bilanzstandard GAAP aus, sondern nennt auch Zahlen auf Non-GAAP-Basis.
Damit will SAP bilanztechnische Effekte ausschließen, die im Zusammenhang mit
der seit Mitte Januar erfolgten Konsolidierung von Business Objects auftreten.
SAP hat auch seine Jahresprognose auf dieser bereinigten Basis angegeben und
sich vorgenommen, die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse - auf
Non-GAAP-Basis und bei gleichen Wechselkursen - um 24% bis 27% gegenüber dem
Vorjahreswert von 7,428 Mrd EUR zu steigern.
Bereinigt sind die Non-GAAP-Zahlen um einmalige Abschreibungen auf
Wartungserlöse von Business Objects von 180 Mio EUR im Gesamtjahr sowie um
Integrationskosten und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte. Die
operative Marge auf Non-GAAP-Bais soll in der Bandbreite von 28,5% bis 29% ausfallen.
Beim Blick nach vorn interessiert die Anleger, inwiefern die
internationale Finanzkrise IT-Ausgaben bei den Kunden von SAP verzögert und wie
der anhaltend schwache Dollar-Wechselkurs die Walldorfer belastet. Bei
Veröffentlichung der Erstquartalszahlen hatte Co-CEO Henning Kagermann nämlich
schon eingeräumt, die Größe der Aufträge in den USA habe im Schnitt abgenommen.
Nach Ansicht von Merck-Finck-Analyst Theo Kitz sieht es so aus,
als ob die "Softwareunternehmen der Rezession in den USA ganz gut trotzen
können". Er hält es für wahrscheinlicher, dass SAP die Prognose bestätigen wird
und verweist auf die angekündigten Preiserhöhungen im Wartungsgeschäft. Ein
solcher Schritt sei nur aus einer starken Marktposition heraus durchzusetzen.
Durch die schrittweise Anhebung der Wartungsgebühren auf 22%
von 17% innerhalb der kommenden vier Jahre beginnend 2009 an rechnet
Commerzbank-Analyst Thomas Becker mit "langfristig graduell positiven Effekten
vor allem auf das EBIT". Für ihn ist 2009 das entscheidende Jahr, in dem sich
zeigen wird, wie erfolgreich die Integration von Business Objects verlaufen ist
und ob die angestrebte Margensteigerung erreicht werden kann. Co-CEO Hennig
Kagermann hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, es gebe "keinen
strukturellen Grund", weshalb SAP nicht über die Jahre eine bereinigte operative
Marge von 35% erreichen sollte.
Zunächst einmal hat sich der DAX-Konzern für die Entwicklung zur
Marktreife seines Hoffnungsträgers Business ByDesign mehr Zeit eingeräumt und
gleichzeitig die Investitionen im laufenden Jahr zusammengestrichen. Die neue
Mittelstandssoftware, mit der sich der Softwarekonzern auch ein neues
Geschäftsmodell erschließen will, soll erst frühestens 2011 statt 2010
Umsatzerlöse von 1 Mrd USD erzielen und maßgeblich zur Kundenzahl beitragen.
Die Verzögerungen hatte SAP mit der Notwendigkeit begründet, die
Prozesse weiter zu automatisieren und zu optimieren. Der größte
Softwarehersteller Europas bietet die neue Mittelstandssoftware für Unternehmen
mit bis 500 Mitarbeitern als Mietsoftware über das Internet an. Erfahrungen mit
diesem Geschäftsmodell sollen mittelfristig auch in andere Produkte des
Unternehmens einfließen.
Webseite: www.sap.com/
-Von Dorothee Tschampa, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 114;
dorothee.tschampa@dowjones.com
DJG/dct/nas
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July 28, 2008 09:00 ET (13:00 GMT)
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