00:25 07.08.08
DJ UPDATE: Allianz mit Drittel weniger Gewinn und gesenkter Prognose
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Allianz SE hat wegen der anhaltenden Finanzkrise im zweiten Quartal ein Drittel ihres Gewinns eingebüßt und ihre Prognose gesenkt. "Wir erwarten auch für 2009 ein Anhalten dieser schwierigen Marktbedingungen, deshalb können wir das 2006 gesetzte Ziel einer durchschnittlichen operativen Ergebnissteigerung von 10% bis 2009 nicht aufrecht erhalten", sagte Vorstandsvorsitzender Michael Diekmann am Mittwochabend.
In diesem Umfeld sei eine verlässliche Ergebnisprognose insbesondere im Bankgeschäft nicht möglich. "Wir gehen allerdings davon aus, dass die unserem Versicherungs- und Assetmanagement-Geschäft zugrunde liegende Ertragskraft stabil genug ist, um vor Berücksichtigung des Bankergebnisses ein laufendes operatives Ergebnis von mindestens 9 Mrd EUR in den Jahren 2008 und 2009 zu erwirtschaften", prognostizierte Diekmann.
Der Überschuss der Allianz betrug im zweiten Quartal 1,52 (2,14) Mrd EUR. Von Dow Jones befragte Analysten hatten mit einem noch stärkeren Rückgang auf 1,29 Mrd EUR gerechnet. Ursprünglich wollte der Versicherer die Zahlen am Donnerstagmorgen bekannt geben.
Belastend wirkten sich insbesondere Wertberichtigungen wegen der Finanzkrise aus, die das Bankengeschäft das vierte Quartal in Folge in die roten Zahlen trieben. Aber auch das Versicherungs- und Asset-Management-Geschäft wurden belastet. Die Gesamtumsätze verloren 9,5% auf 22,0 Mrd EUR und lagen damit unter den Erwartungen. Das operative Ergebnis fiel um 36% auf 2,1 Mrd EUR.
Die Dresdner Bank wurde deutlich von den schwachen Kapitalmärkten belastet. Die Cost-Income Ratio lag bei 178,7% (72,4%). Die operativen Erträge betrugen 635 Mio EUR verglichen mit 1,8 Mrd EUR im Vorjahr. Ursächlich für den starken Rückgang ist nahezu ausschließlich der Handelsverlust der Investmentbank in Höhe von 627 Mio EUR. Im Vorjahr lag der Handelsgewinn bei 351 Mio EUR.
In dem Handelsverlust sind die direkten Auswirkungen der Finanzmarktkrise, wie die Wertberichtigungen auf das ABS-Handelsbuch in Höhe von 286 Mio EUR, enthalten.
Der Zinsüberschuss blieb mit 703 Mio EUR im Vergleich zu 701 Mio EUR im zweiten Quartal 2007 stabil. Der Provisionsüberschuss verringerte sich um 22,3% auf 558 Mio EUR.
Die Kapitalausstattung der Allianz Gruppe weist eine Solvabilitätsquote von 145% auf sowie ein Eigenkapital von 40,5 Mrd EUR per 30. Juni 2008.
Im nachbörslichen Handel geriet die Aktie der Allianz unter Druck und gab um rund 2% nach. Mit besonderem Interesse werden Analysten nun die Aussagen zur Zukunft der Dresdner Bank verfolgen. Die Trennung des Investmentgeschäfts der Bank vom Geschäft mit Privat- und Firmenkunden soll die Dresdner Bank für die Bankenkonsolidierung in Position bringen. Die Aufteilung der Bank soll Ende August dieses Jahres abgeschlossen sein.
Finanzkreisen zufolge führen die Dresdner Bank und Commerzbank derzeit fortgeschrittene Gespräche über ein Zusammengehen der beiden Institute.
Webseite: www.allianz.com
www.dresdnerbank.de -Von Madeleine Winkler, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 115, madeleine.winkler@dowjones.com
DJG/maw/ros
August 06, 2008 17:50 ET (21:50 GMT)
Mit freundl. Grüßen TraderonTour