An Terminbörsen kann man Calls und Puts nicht nur kaufen, sondern auch short (=leer) verkaufen. Man ist dann der sog. "Stillhalter". Wenn Du einen Call "nackt" leerverkaufst und die Aktie steigt, musst du der Gegenseite bei Fälligkeit die Differenz zum Basispreis auszahlen. Das kann ein Vielfaches der vereinnahmten Optionsprämie sein (mehrere 100 %). Machst Du dasselbe, hast aber die entsprechende Zahl Daimler-Aktien im Depot, kannst Du die Gegenseite mit diesen Aktien "bezahlen", die ja dann ebenfalls gestiegen sind. Die vereinnahmte Prämie gehört dann Dir, vom Anstieg der Aktien hast Du (oberhalb des Basispreises) nichts mehr.
Die Hoffnung der Covered-Call Strategen ist folgende: Wenn sie z. B. 500 Daimler im Depot haben und die Aktien fällt, verkaufen sie z. B. die 50-Euro-Calls für Dez. leer, und zwar 5 Kontrakte (entspricht 500 Aktien). Da dies ein regulärer Verkauf ist, erhalten sie das Geld aus diesem Leerverkauf sofort aufs Konto. Steht Daimler im Dez. unter 50 Dollar, geht die Gegenseite leer aus (wertloser Verfall). Die Prämie ist dann vereinnahmt und ein Extragewinn. Steht Daimler hingegen bei 60 Dollar, verkaufst Du dann Deine Aktien, um die Gegenseite zu bezahlen (oft werden Aktien bei Covered Call sogar automatisch aus dem Depot ausgebucht).
Verkaufst Du den Call "nackt", also ohne das Underlying zu haben, kann das sehr teuer werden, wenn das Underlying steigt. Besitzt man das Underlying (die Aktien), ist das eine risikoarme und sogar als konservativ geltende Strategie.
Man kann auch Puts leer verkaufen (z. B. auf Indizes). Das machen Hedgefonds gern im Uptrend. Dann können sie, wenn es nicht fällt, laufend Prämien vereinnahmen, und die Gegenseite geht leer aus. Der Leerverkauf eines Puts ist nicht riskanter, als die äquivalente Menge Aktie bzw. das Underlying zum Basispreis des Puts zu kaufen.
Soweit zum Anfang, mehr findest Du hier:
de.wikipedia.org/wiki/Covered_Call
oder einfach unter "Covered Call" googlen