”Schreiber: Missverständnis und KonkretisierungAnhand deiner Antwort merke ich gerade, dass ich mich leider etwas missverständlich ausgedrückt habe.
Ich meinte nicht die Performance eines Index, sondern die Tatsache, dass bei der zeitlichen Entwicklung des Indexstandes die Marktkapitalisierung eine gewichtige Rolle spielt (ist ja auch logisch).
Meine hypothetische Annahme: Man nehme nicht den Performance-Index (d. h. Messung von Kursveränderung zzgl. Wert der ausgeschütteten Dividenden), sondern man nehme quasi NUR die an die Aktionäre ausgeschütteten Dividenden. (Das gibt es ja prinzipiell, nämlich den Divi-Dax.)
Wenn MBG 5 EUR Divi zahlt und es 1 Mrd. Aktien gibt, dann würde man für MBG als "Gewichtung" 5 EUR/Aktie x 1 Mrd. Aktien = 5 Mrd. EUR setzen. Derzeit ist die Markkapitalisierung 60 Mrd. EUR.
Zum Vergleich Siemens Healthinners kommt derzeit mit 59 Mrd. EUR auf die fast gleiche Marktkapitalisierung und damit gleiches Indexgewicht. Siemens Healthinners zahlt aber weniger als 50 Mio. EUR Dividende (falls ich richtig gerechnet und richtig gerundet habe).
Deshalb würde man dann - hypothetisch - Siemens Healthinners mit nur 50 Mio EUR im Index gewichten.
Im Vergleich zu der von mir oben errechneten Gewichtung von MBG mit 5 Mrd. EUR wäre dann MBG mit dem 100fachen Gewicht von Siemens Healthinners im Gesamtindex berücksichtigt. (Das hätte natürlich auch zur Folge, dass bei Ausfall der Dividende die Unternehmensgewichtung im Index auf 0 sänke).
Bei der "klassischen" Gewichtung der Indexmitglieder nach Börsengewichtung werden aber automatisch die "Börsenlieblinge" hoch gewichtet, während die in "Ungnade" gefallenen Unternehmen fast keine Rolle spielen. So wird SAP (derzeit) ziemlich genau 4x so hoch bewertet wie MBG, obwohl das Unternehmen SAP weniger als 1/3 des Gewinns von MBG erwirtschaftet.
Und genau diese Tatsache macht es m. M. n. unmöglich, aus der Entwicklung des Indexstandes irgend einen sinnvollen Schluss zu ziehen!
Und aus diesem Grund kam mir die Idee, die Dividenden als Grundlage für die Gewichtung zu nehmen.
Ausgangspunkt des Gedanken war die Aussage: "Bei so hohem Indexstand kaufe ich nix!."
Der Gedanke, dass bei fallendem Index möglicherweise alles - oder zumindest vieles - mit runtergehen könnte, ist zwar nicht grundsätzlich falsch. Ich glaube aber nicht, dass es hier einen Automatismus gibt. Und so weit ich mich erinnere gab es bei allen Baissen auch immer Unternehmen, die gegenläufige Kursentwicklungen (wie das oben erähnte Biontech) hatten.
Aber natürlich muss man bei so hohem Indexstand ja auch nix kaufen!
fondsmanagement, 03.10.24 18:27
da ließe sich doch lange trefflich streiten.
"Das KGV ist doch viel wichtiger als die Dividendenrendite", nicht als Dividende ausgeschüttete Gewinne können ins Unternehmen, in Wachstum (mehr Forschung, mehr Produktonskapazität, ... also später steigende Gewinne!) invstiert werden.
"Aber was ist mit dem Buchwert?" "Und was ist mit den Aussichten, war diese Dividende der Schwanengesang?"
Es ist wie es ist.
Und die "Performance" (Rendite) einer Aktie stellt sich eben im Kurs (jaah, erstmal nur Buchwert in meinem Depot) UND in der Dividende (ja, gleich im Kontoauszug manifestiert) dar. Was nützen mir 8% Dividende ("Dividenden sind die neuen Zinsen!") wenn der Titel über Jahre einen sauberen Abwärtstrend wie aus dem Lehrbuch hinlegt und der Kurs in ca. 3 Jahren von z.B. 225,-€ auf 91,18€ abkachelt? "Ja, das sind ja nur Buchverluste."
200,-€ Startkapital, ich lege Bargeld unter mein Kopfkissen
1. "Dividende" 8% (ich entnehme dem Sparstrumpf 16,-€) es bleiben 174,-
2. "Dividende" 8% (ich entnehme dem Sparstrumpf 13,92€) es bleiben 160,08
3. "Dividende" 8% (ich entnehme dem Sparstrumpf 12,81€) es bleiben 147,27.
Nix ist passiert (die Inflation fleddert mich allerdings).
200,-€ Startkapital, ich lege 1 Stück VW Vz in mein Depot
1. "Dividende" 8% (ich erhalte 7,56€ Dividende)
2. "Dividende" 8% (ich erhalte 8,76€ Dividende)
3. "Dividende" 8% (ich erhalte 9,06€ Dividende)
Meine Aktie steht (im Dividendenmonat) ähh, vielleicht bei 120,-€ und ich habe satte 25,38€ Dividende abgegriffen. Ich halte natürlich, weil das eine Top-Aktie mit Top-Dividendenrendite ist.
200,-€ Startkapital, ich lege 2 Stück SAP in mein Depot (günstig geschossen, es wären eher 1,75 Stück)
1. "Dividende" 1,5%% (ich erhalte 3,90€ Dividende)
2. "Dividende" 2% (ich erhalte 4,10€ Dividende)
3. "Dividende" 1,6% (ich erhalte 4,40€ Dividende)
Meine 2 Aktien stehen (im Dividendenmonat) ähh, vielleicht zusammen bei 350,-€, ich habe magere 12,40€ Dividende erhalten. (Zwischendurch mußte ich September '22 bei 88,-€ ganz schön die Backen zusammenkneifen um nicht zu meckern "Schon 2% im Minus, was für eine Schrottaktie! Ich steig' jetzt aus!")
Da kann ich mich dann noch lange ärgern und mit dem Fuß aufstampfen, weil niemand außer mir begriffen hat, daß SAP zu teuer ist und Insider schon lieber bei 138,-/Stück verkauft haben und nur Trottel wie ich bei 200,- immernoch halten (der Crash / die Korrektur kommt bestimmt, wir werden alle sterben!)
Den Buchwert (und Cashflow) von VW und SAP guck' ich mir dann vielleicht morgen mal an, aber erstmal muß ich morgen früh schnell zur Sparkasse gehen und die Verkaufsorder für den überteuerten Titel erteilen.