Eine der wenigen ordentlichen Darstellungen zu diesem Thema, über das man in der Presse und auf Aktienboards nur unausgegorenen Schwachsinn lesen kann - meist wohl wegen Ahnungslosigkeit, Dummheit und und von keiner Sachkenntnis getrübten Dampfplauderei, aus dem Handelsblatt vom letzten Mittwoch:
Hohe Aufschläge – kleine Risiken
Von Andrea Cünnen
Die Unsicherheit über die Entwicklung der Bankbilanzen macht Investoren nervös. Die Prämien für Kreditausfallversicherungen – sogenannte Credit Default Swaps – die Investoren verlangen, um potenzielle Ausfälle von Banken abzusichern, sind seit Ausbruch der Subprime-Krise dramatisch gestiegen. Unter einem Aspekt ist das besonders brisant.
Großes Wachstum: Weltweites Nominalvolumen von Credit Default Swaps. Grafik: Handelsblatt
FRANKFURT. Banken sind am insgesamt gut 45 Bill. Dollar schweren CDS-Markt die größten Akteure. CDS gibt es auf fast alle Unternehmen und Staaten. Das Marktvolumen hat sich in den vergangenen drei Jahren fast versechzehnfacht. Die Derivate sind eine Art Ausfallschutz auf Anleihen oder Kredite. Sie machen Risiken handelbar, ohne dass die zugrunde liegenden Anleihen oder Kredite den Besitzer wechseln. Wer den Schutz kauft, muss dafür eine Prämie an den Vertragspartner (Kontrahent) zahlen.
Einer Studie der Ratingagentur Fitch aus dem vergangenen Jahr zufolge haben die zehn größten Investmentbanken einen Anteil von 66 Prozent am CDS-Markt. Damit hängt zumindest auf den ersten Blick die Stabilität des Kreditderivatemarktes von der Stabilität der geringen Zahl sehr großer Finanzinstitutionen ab. „Investoren kaufen Ausfallschutz von Investmentbanken, die selbst in den Schlagzeilen stehen, das ist ein nicht unbedeutender Punkt“, sagt Philip Gisdakis, Kreditstratege bei Unicredit.
Dennoch fürchtet Gisdakis, wie viele andere Strategen, keinen Zusammenbruch des CDS-Marktes. „Selbst wenn eine Bank insolvent wird – was aktuell nicht abzusehen ist – wären die Kreditausfallversicherungen nicht wertlos“, erklärt Gunnar Regier, der bei JP Morgan institutionelle Investoren im Anleihe- und Derivatebereich betreut. Das sogenannte Kontrahentenrisiko sei gering, weil die meisten CDS mittels sogenannter Collateral Agreements besichert seien.
„Die Vertragspartner müssen ihre ausstehenden CDS täglich zu Marktpreisen bewerten, Gewinne und Verluste sofort ausgleichen“, erklärt auch Marco Ryll, Kreditstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg. Da dies für den Großteil der gehandelten CDS gelte, sei der Wert der Kontrakte unabhängig von der Bonität der Finanzinstitute sichergestellt.
Anders als am Markt für mit Forderungen unterlegten Anleihen (ABS), „sei der Markt für Credit Default Swaps ist sehr viel transparenter, homogener und größer als der für ABS“, betont Regier von JP Morgan. Von daher seien Liquiditätsprobleme nicht abzusehen.
„Im Handel mit CDS sind die Spannen zwischen An- und Verkaufskursen zwar etwas größer geworden, der Handel ist aber immer noch liquide“, sagt Maik Laske, der als Managing Director das Kapitalmarktgeschäfts bei der Société Générale in Frankfurt leitet.
Die allgemeine Liquidität des CDS-Marktes würde laut Schüler auch durch den – unwahrscheinlichen – Ausfall eines großen Händlers nicht nachhaltig beeinträchtigt. Andere Banken würden dann die CDS-Portfolios übernehmen.
Hohe Aufschläge – kleine Risiken
Von Andrea Cünnen
Die Unsicherheit über die Entwicklung der Bankbilanzen macht Investoren nervös. Die Prämien für Kreditausfallversicherungen – sogenannte Credit Default Swaps – die Investoren verlangen, um potenzielle Ausfälle von Banken abzusichern, sind seit Ausbruch der Subprime-Krise dramatisch gestiegen. Unter einem Aspekt ist das besonders brisant.
Großes Wachstum: Weltweites Nominalvolumen von Credit Default Swaps. Grafik: Handelsblatt
FRANKFURT. Banken sind am insgesamt gut 45 Bill. Dollar schweren CDS-Markt die größten Akteure. CDS gibt es auf fast alle Unternehmen und Staaten. Das Marktvolumen hat sich in den vergangenen drei Jahren fast versechzehnfacht. Die Derivate sind eine Art Ausfallschutz auf Anleihen oder Kredite. Sie machen Risiken handelbar, ohne dass die zugrunde liegenden Anleihen oder Kredite den Besitzer wechseln. Wer den Schutz kauft, muss dafür eine Prämie an den Vertragspartner (Kontrahent) zahlen.
Einer Studie der Ratingagentur Fitch aus dem vergangenen Jahr zufolge haben die zehn größten Investmentbanken einen Anteil von 66 Prozent am CDS-Markt. Damit hängt zumindest auf den ersten Blick die Stabilität des Kreditderivatemarktes von der Stabilität der geringen Zahl sehr großer Finanzinstitutionen ab. „Investoren kaufen Ausfallschutz von Investmentbanken, die selbst in den Schlagzeilen stehen, das ist ein nicht unbedeutender Punkt“, sagt Philip Gisdakis, Kreditstratege bei Unicredit.
Dennoch fürchtet Gisdakis, wie viele andere Strategen, keinen Zusammenbruch des CDS-Marktes. „Selbst wenn eine Bank insolvent wird – was aktuell nicht abzusehen ist – wären die Kreditausfallversicherungen nicht wertlos“, erklärt Gunnar Regier, der bei JP Morgan institutionelle Investoren im Anleihe- und Derivatebereich betreut. Das sogenannte Kontrahentenrisiko sei gering, weil die meisten CDS mittels sogenannter Collateral Agreements besichert seien.
„Die Vertragspartner müssen ihre ausstehenden CDS täglich zu Marktpreisen bewerten, Gewinne und Verluste sofort ausgleichen“, erklärt auch Marco Ryll, Kreditstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg. Da dies für den Großteil der gehandelten CDS gelte, sei der Wert der Kontrakte unabhängig von der Bonität der Finanzinstitute sichergestellt.
Anders als am Markt für mit Forderungen unterlegten Anleihen (ABS), „sei der Markt für Credit Default Swaps ist sehr viel transparenter, homogener und größer als der für ABS“, betont Regier von JP Morgan. Von daher seien Liquiditätsprobleme nicht abzusehen.
„Im Handel mit CDS sind die Spannen zwischen An- und Verkaufskursen zwar etwas größer geworden, der Handel ist aber immer noch liquide“, sagt Maik Laske, der als Managing Director das Kapitalmarktgeschäfts bei der Société Générale in Frankfurt leitet.
Die allgemeine Liquidität des CDS-Marktes würde laut Schüler auch durch den – unwahrscheinlichen – Ausfall eines großen Händlers nicht nachhaltig beeinträchtigt. Andere Banken würden dann die CDS-Portfolios übernehmen.