Die japanische Notenbank druckt rund um die Uhr Geld, um eine die Exportindustrie schädigende Aufwertung des Yen zu verhindern, und auch die USA sind nicht tatenlos. Dort gibt es den "Exchange Stabilization Fund" und die 1988 von Reagan geschaffene "President's Working Group on Financial Markets" ("Plunge Protection Team"). Beide haben die Aufgabe, durch gezielte Interventionen heftige Ausschläge an den Aktien- und Devisenmärkten zu verhindern.
Die US-Zinsen machten im Juli einen Hüpfer. Daraufhin kam es am Rentenmarkt zu Verwüstungen, und zehn- bis zwanzigtausend Kunden verloren über Nacht ihre Baufinanzierung, nachdem die Hypothekenbank Capitol Commerce ihre Geschäftstätigkeit hatte einstellen müssen. Dasselbe Schicksal kann auch die beiden großen Wettbewerber Fannie Mae und Freddie Mac treffen. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen ehemaligen Fannie-Mae-Angestellten von hohen Verlusten, die dieser Konzern als Folge des Zinsanstiegs habe verbuchen müssen. Laut Bloomberg TV hat die Europäische Zentralbank sämtliche Anleihen der beiden Baufinanzierer verkauft und den nationalen Notenbanken geraten, das gleiche zu tun.
Durch den Zinsanstieg gingen die Refinanzierungen von Hypotheken um 80 Prozent zurück, die Konsumenten dürften als Folge mit dem Geldausgeben zurückhaltender werden. Nun beginnt der Oktober, und es stellt sich die Frage, welche Zielsetzungen vordergründig im Raum stehen.
Ich bleibe dabei, oder vielleicht noch deutlicher: den USA ist ihr Defizit von der Höhe her offenbar gleichgültig, solange es finanziert werden kann. Das kann aber nie und nimmmer über einen permanent schwachen Dollar geschehen. Insofern werden m. E. Maßnahmen getroffen werden müssen, die zur Stabilisierung des Dollars mittelfristig führen werden.