$-Crash befürchtet


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54reab:

$-Crash befürchtet

 
06.10.03 09:54
Aus der FTD vom 6.10.2003
Duisenberg fürchtet Dollar-Crash
Von Carmen Vela, Frankfurt, und Andreas Krosta, Lissabon

EZB-Chef Wim Duisenberg hat vor einer zu schnellen und zu starken Abwertung des US-Dollar im Vergleich zum Euro gewarnt. Seine Aussagen kommen einer verbalen Intervention an den Währungsmärkten gleich.


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ZoomWim Duisenberg
"Wir hoffen und beten, dass die Berichtigung (des Dollar-Kurses), die unvermeidbar ist, langsam und schrittweise vonstatten geht", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) der spanischen FTD-Schwesterzeitung Expansión. "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um es langsam und schrittweise geschehen zu lassen."

Duisenbergs Aussagen kommen einer verbalen Intervention an den Währungsmärkten gleich. Notenbanker äußern sich in der Regel selten zu Wechselkursen. Die Warnung ist die erste eines Zentralbankchefs seit der Erklärung der Finanzminister der sieben größten Wirtschaftsnationen (G7) in Dubai vor zwei Wochen. Dort hatten die G7 ostasiatische Staaten wie China und Japan aufgefordert, die Bindung ihrer Währungen an den Dollar schrittweise aufzugeben und damit der US-Währung Raum für Abwertungen zu schaffen.

Nach Ansicht Duisenbergs, der Ende Oktober aus dem Amt scheidet, hat der Dollar eine Abwertung nötig: "Der Dollar ist die Währung eines Staats mit einem hohen Zahlungsbilanzdefizit von rund fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Man kann sich das ein bis zwei Jahre leisten, vielleicht auch fünf Jahre, aber irgendwann muss es zu einer Korrektur der Währung kommen." Nach Einschätzung von Ökonomen könnten die USA so ihr Defizit ausgleichen. Ein schwächerer Dollar würde die USA wettbewerbsfähiger im Ausland machen. Zugleich würden die Importe sinken.

Zu schnelle Bewegung des Euro

Seit Dubai legte der Euro von 1,1370 $ auf 1,1767 $ in der Spitze zu. Die Bewegung geht Duisenberg zu schnell. Bei einer rasanten und heftigen Aufwertung fürchtet der Zentralbankchef, dass die Wirtschaft der Euro-Zone inmitten einer ersten Phase des Wachstums einen Rückschlag erleiden könnte und die Hauptlast der Dollar-Abwertung tragen muss. Erst vergangene Woche hatten Ökonomen Duisenberg aufgefordert, sich zum Euro zu äußern.

Erste Zeichen sprechen dafür, dass der Dollar seit Dubai stärker gegen den Euro abwertet als gegen die asiatischen Währungen. Dieser Entwicklung wollten die G7-Finanzminister aber vorbeugen. Duisenberg sagte nun: "Bisher läuft die Berichtigung nur gegen den Euro." Damit fordert er die Zentralbanken in Asien auf, nicht zu stark in die Währungsmärkte einzugreifen. Nach Schätzungen der HypoVereinsbank haben die Ostasiaten bisher durch Verkäufe ihrer eigenen Währungen im Gegenwert von rund 250 Mrd. $ an den Devisenmärkten interveniert, um ihre Währungen vor einer zu starken Aufwertung zu schützen. Allein Japan habe für rund 110 Mrd. $ Dollaranleihen aufgekauft, zuletzt in der vergangen Woche.

EZB-Intervention offen

Die EZB dagegen hielt sich bisher mit Eingriffen zurück. Ob sie bei einer zu starken Aufwertung des Euro ebenfalls interveniert, ließ Duisenberg offen. Nach Ansicht von Ökonomen müsste die Zentralbank zumindest mit weiteren Zinssenkungen reagieren. Sie rechnen damit, falls der Euro die Marke von 1,20 $ durchbricht und sich dort stabilisiert. Für die kurzfristige Zinspolitik spielt dies keine Rolle. Nach der EZB-Ratssitzung am Donnerstag sagte Duisenberg, Tagesschwankungen hätten keinen Einfluss auf Zinsentscheidungen. Die Zentralbanker hatten den Leitzins für die Euro-Zone bei 2,0 Prozent belassen und angedeutet, dass sie für längere Zeit keinen Änderungsbedarf sehen.

Zudem wächst bei Duisenberg das Vertrauen in die Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone. Der Aufschwung habe bereits begonnen, aber sehr langsam, sagte Duisenberg Expansión. In der Erklärung vom Donnerstag hatte die EZB die Risiken als ausgeglichen bezeichnet. Diese Wortwahl kommt einem leichten Wechsel des Tons gleich. Noch vor vier Wochen hatte die EZB vor Risiken für die Erholung gewarnt.

"Die EZB ist zuversichtlicher über den Aufschwung. Sie hat nun eine neutrale Position", sagte der Europa-Chefvolkswirt von BNP Paribas, Kenneth Wattret. "Die EZB hat den Zinssenkungszyklus vorerst beendet. Es gibt aber auch keine Anzeichen dafür, dass sie die Zinsen erhöhen wird", sagte der Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer. Die meisten Volkswirte gehen von einer längeren Phase niedriger Zinsen aus. Eine Zinserhöhung erwarten viele erst im dritten Quartal 2004.

© 2003 Financial Times Deutschland , © Illustration:  AP

EZB gibt damit zu, dass sie an der Kursmanipulation massiv teilnimmt. Ob sie, bei dem explodierenden Leistungsbilanzdefizit der USA, erfolgreich sein kann?

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estrich:

Ich habe noch einen 5-Dollarschein

 
06.10.03 10:50
von einem USA-besuch von 1993. Soll ich den schnell eintauschen oder noch behalten? Bitte um Tipps.
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Kimmy:

Jetzt wo Du wieder öfter daneben liegst

 
06.10.03 10:52
schreibst Du nur noch solche Sachen.
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Optimal:

Oh Gott !! tausch ihn SOFORT um !!

 
06.10.03 10:52
oder kannst du dir den Totalverlust leisten ??

... andererseits - in ein paar Jahren ist er als Antiquität bei Ebay möglicherweise unbezahlbar ...
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estrich:

Stimmt nicht Kimmy

 
06.10.03 10:55
Erstens schreibe ich ständig "solche Sachen" und zweitens liege ich in den letzten drei Monaten erschreckend oft richtig. ;-)
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54reab:

ich würde den schein

 
06.10.03 10:58
schnellstens in argentinische pesos (?) umtauschen. die volatilität steigt und damit die gewinnchancen.

:o)

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kalle4712:

Was ist die Schlussfolgerung?

 
06.10.03 11:02
Wenn die Europäer sich gegen einen fallenden Dollar stellen, dann liegt doch die Vermutung nahe, dass er erst recht weiter fallen wird, oder?
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cosinus:

@estrich passt schon, weiter so! o. T.

 
06.10.03 11:07
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calexa:

Je schwächer der Dollar, umso besser

 
06.10.03 11:09
zumindest für mich. Denn ich werde ja ab 15. Dezember 3,5 Monate in den USA auf Key West sein - und ein schwächerer Dollar bedeutet mehr Konsum für mich.....;-)

So long,
Calexa
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ecki:

Du sollst doch in Deutschland konsumieren

 
06.10.03 11:10
Und nicht das Geld im Ausland verballern! Wie soll sonst ein Ruck durch Deutschland gehen?

Grüße
ecki  
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54reab:

wenn jetzt alle urlaub

 
06.10.03 11:13
in den usa machen ist es natürlich nix mit dem schwachen $. wir sollten bis zu einem kurs von 1,52 die urlaubspläne zurückstellen.
 
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Schwachmat:

aba estrich

 
06.10.03 11:16
wenn deine us-$ note von '93 ist, also nicht goldgedeckt, handelt es sich hierbei lediglich um ein wertloses stück bedrucktes papier. "...the Fed can do nothing more now than print like crazy... the buck is junk..."

waren das noch zeiten, als es eine deutsche bundesbank gab, die monetäre politik im sinne des volkes betrieb, statt für die mächtige lobby. ein dollar-crash ist längst überfällig, because the buck is junk (a piece of shit).
mein vorschlag für europa: steckt den amis die zunbge raus, laßt den dollar fallen und macht den € zur weltleitwährung.

bei €/$ = 1/2 mache ich auch wieder urlaub in den usa. :)
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calexa:

@ ecki

 
06.10.03 11:25
Aber in USA konsumiert es sich momentan billiger. Das ist ja das, was viele Politiker nicht verstehen: die Menschen, die ihr Gehirn benutzen, werden immer sich dahin begeben, wo es billiger ist. Da helfen auch keine Mehnungen z.B. an Unternehmen, mehr Arbeitsplätze  in Deutschland zu schaffen. Arbeitsplätze werden geschaffen - aber im Ausland!

So long,
Calexa
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54reab:

der grund:

 
06.10.03 11:26
$-Crash befürchtet 1204068

metall ist eben härter als papier. gut dass sich sich die italiener mit dem wunsch nach der 1-euro-papiernote nicht durchsetzen konnten.


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Depothalbierer:

Das mit dem Metall ist ein gutes Argument.

 
06.10.03 20:17
Außerdem klimpert das immer so schön im Portemonnaie oder Portmonai oder Portmonää oder wie das jetzt nach der Rechtschreibreform geschrieben wird.

Warum machen wir nicht gleichzeitig einen schönen Euro-Crash wegen der Chancengleichheit?

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calexa:

Bist Du wahnsinnig???

 
06.10.03 20:30
Bei einem Euro-Crash kann ich mich doch in den USA nicht mehr wie ein König fühlen....und das will ich doch. Also, bleiben wir bei einem Dollar-Crash....;-)

So long,
Calexa
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Müder Joe:

Je schwächer die Währung, desto weniger

 
07.10.03 00:09
Staatsanleihen werden ins Ausland verkauft.

Die Amis werden sich was einfallen lassen, um den Dollar wieder stark zu machen.

Ich halte das für Hysterie im Moment.

Europa hat ein Interesse an einem schwächeren Euro (wegen Export von Gütern) und US ein Interesse an einem stärkeren Dollar (wegen Export ihrer ausufernden Staatsschulden).

Selten so eine harmonische Konstellation gesehen ... die werden das schon in den Griff kriegen.
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54reab:

auf dem weg nach norden ..

 
07.10.03 12:03
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calexa:

@ müder joe

 
07.10.03 12:49
Die Amerikaner haben momentan in Bezug auf den Dollar nur ein Interesse: das er schwach ist!!! Denn nur das hilft das Zwillingsdefizit zu beseitigen und die Unternehmen zu entlasten.

So long,
Calexa
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54reab:

die usa befinden sich in einer

 
07.10.03 13:00
zwickmühle, aus der ein entrinnen kaum noch möglich ist.

ein schwacher $ verteuert die importe. in den usa wird immer weniger gefertigt (falle dienstleistungsgesellschaft). das assembling würde sich erheblich verteuern - das ganze wäre ein nullsummenspiel. die darüber hinausgehenden importe würden die inflation anheizen und damit die zinsen. konsumeinbruch zwangshaft!

der import an fremkapital würde bei einem verfallenen $ laufend zurückgehen. heute gibt es ein befarf von ca. 2 milliarden täglich.

ob der $ schwach ist oder stark, können die usa nicht alleine bestimmen. verlieren diejenigen, die täglich in den usa investieren, die lust, verliert der $ automatisch an wert. das karussel nach unten setzt sich in bewegung. diesen absturz kann dann nur noch Calexa mit seinem floridaurlaub stoppen.

:o)  
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Müder Joe:

Hier noch einige Überlegungen:

 
07.10.03 17:19
Die japanische Notenbank druckt rund um die Uhr Geld, um eine die Exportindustrie schädigende Aufwertung des Yen zu verhindern, und auch die USA sind nicht tatenlos. Dort gibt es den "Exchange Stabilization Fund" und die 1988 von Reagan geschaffene "President's Working Group on Financial Markets" ("Plunge Protection Team"). Beide haben die Aufgabe, durch gezielte Interventionen heftige Ausschläge an den Aktien- und Devisenmärkten zu verhindern.

Die US-Zinsen machten im Juli einen Hüpfer. Daraufhin kam es am Rentenmarkt zu Verwüstungen, und zehn- bis zwanzigtausend Kunden verloren über Nacht ihre Baufinanzierung, nachdem die Hypothekenbank Capitol Commerce ihre Geschäftstätigkeit hatte einstellen müssen. Dasselbe Schicksal kann auch die beiden großen Wettbewerber Fannie Mae und Freddie Mac treffen. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen ehemaligen Fannie-Mae-Angestellten von hohen Verlusten, die dieser Konzern als Folge des Zinsanstiegs habe verbuchen müssen. Laut Bloomberg TV hat die Europäische Zentralbank sämtliche Anleihen der beiden Baufinanzierer verkauft und den nationalen Notenbanken geraten, das gleiche zu tun.

Durch den Zinsanstieg gingen die Refinanzierungen von Hypotheken um 80 Prozent zurück, die Konsumenten dürften als Folge mit dem Geldausgeben zurückhaltender werden. Nun beginnt der Oktober, und es stellt sich die Frage, welche Zielsetzungen vordergründig im Raum stehen.

Ich bleibe dabei, oder vielleicht noch deutlicher: den USA ist ihr Defizit von der Höhe her offenbar gleichgültig, solange es finanziert werden kann. Das kann aber nie und nimmmer über einen permanent schwachen Dollar geschehen. Insofern werden m. E. Maßnahmen getroffen werden müssen, die zur Stabilisierung des Dollars mittelfristig führen werden.
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