So verdienen die Banken also ihr Geld...und ein Insider wie John Paulson kann 400 Millionen an Harvard Spenden...unglaublich...
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Griechenland – Eine Satire
Geschrieben am 12. Juli 2015 von Stefan Undorf
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Die folgende Satire gibt eine ganz andere Sicht zur Entwicklung der Griechenlandkrise wieder als normalerweise zu lesen ist. Der Text ist aus dem Blog „Wahrheit und Satire“ (Truth and Satire) übersetzt. Die Sichtweise stellt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar – keine Angst, wir sind nicht unter die Verschwörungstheoretiker gegangen – gibt aber eine bereichernde Perspektive und bietet eine mögliche, wenn auch extreme, Erklärung für das regelrechte Überschwemmen Paraguays mit Geldern durch die Weltbank.
Jedes Mainstream-Medium hat folgende Erklärung für die wirtschaftliche Krise in Griechenland: Die Regierung hat zu viel Geld ausgegeben und ging Pleite, die großzügigen Banken gaben ihr Geld, trotzdem kann Griechenland seine Schulden wegen seiner Misswirtschaft nicht bedienen. Das klingt ziemlich logisch, oder?
Außer, dass es eine große fette Lüge ist… nicht nur über Griechenland, auch über andere Länder wie Spanien, Portugal, Italien und Irland, die alle unterschiedliche Grade von auferlegter Sparsamkeit erleben. Es war die gleiche fette Lüge, die Banken und Unternehmen benutzten, um Lateinamerika, Asien und afrikanische Länder über Jahrzehnte auszubeuten.
Griechenland fiel nicht aus eigener Verschuldung, es wurde dazu gebracht.
Auf einen Nenner gebracht, haben die Banken die griechische Wirtschaft demoliert und dann zielgerichtet in unerträgliche Schulden getrieben… während profitable öffentliche Aktivposten an Oligarchen und internationale Investoren verkauft wurden. Der Rest des Artikels handelt von dem wie und warum.
Wenn Sie ein Fan von Mafia-Videos sind, wissen Sie, wie die Mafias ein Restaurant übernehmen. Zuerst unternehmen sie etwas, um das Geschäft einbrechen zu lassen, wie ein Mord im Restaurant oder ein Feuer. Wenn das Geschäft am Boden liegt, bietet der „gute Padre“ großzügig etwas Geld als Zeichen seiner Freundschaft. Im Gegenzug übernimmt der „schmierige Daumen“ die Buchhaltung, Big Joe wird für die Beschaffung eingestellt und so weiter. Überflüssig zu sagen, dass diese Spirale den ehemaligen Besitzer in den Ruin treibt und wenn er Glück hat, überlebt er.
Nun, bilden wir diese Mafia-Geschichte in vier Schritten auf das internationale Finanzwesen ab.
Phase 1: Der Hauptereignis, das Griechenland in Probleme brachte war die „große Finanzkrise“ von 2008, die auf einer Idee von Wall Street und der internationalen Banker gründet. Falls Sie sich erinnern, Banken kamen auf die wunderbare Idee, Subprime-Kredite an jedermann zu verteilen, der in der Lage war, einen Spiegel anzuhauchen. Dann packten sie alle diese tickenden Zeitbomben zusammen und verkauften sie als „Pfandverbriefte Sicherheiten“ (mortgage-backed securities) mit einem hohen Profit an zahlreiche Finanzinstitute über den Globus verteilt.
Ein großer Komplize dieser Aktivität war ein anderer Zweig des Banksystems, eine Gruppe von Ratingagenturen – S&P, Fitch und Moody’s – die astronomische Bewertungen für diese dem sicheren Verfall gewidmeten Produkte vergaben. Skrupellose Politiker wie Tony Blair schlossen sich Goldmann Sachs an und verdealten diese gefährlichen Sicherheiten an Rentenfonds, Kommunen und Länder in Europa. Banken und Gurus der Wall Street verdienten mit diesem Schema hunderte Millionen von Dollar.
Aber das war nur Phase 1 bei diesem Mega-Betrug, da war noch viel mehr herauszukitzeln.
Phase 2: Hier explodierte die Finanz-Bombe. Kommerzielle- und Investment-Banken der ganzen Welt brachen innerhalb von Wochen zusammen. Lokale und kommunale Regierungen sahen ihre Vermögenswerte verdampfen. Chaos überall!
Geier wie Goldman Sachs und andere große Bankhäuser profitierten auf dreierlei Weise: Sie konnten andere Banken wie Lehman Brothers and Washington Mutual zu einem Bruchteil ihres vorherigen Wertes aufkaufen. Zweitens, etwas hinterhältiger, Goldman Sachs und Insider wie John Paulson, der kürzlich 400 Millionen USD an Harvard spendete, wetteten an der Börse gegen diese Sicherheiten. Paulson machte Milliarden und die Presse feierte seinen Scharfsinn (eine Analogie wären 9/11-Terroristen, die durch Aktienoptionen Gewinne machen). Schließlich rieben die Banken Sand in die Wunden, indem sie Rettungsaktionen von den Bürgern verlangen, deren Leben sie vorher zerstörten. Banker sind kühn! In den USA bekamen sie hunderte von Milliarden aus Steuermitteln und Billiarden von der Zentralbank, die nichts anderes als eine Vorhut der Banker ist.
In Griechenland bekamen die lokalen Banken mehr als 30 Milliarden Euro vom griechischen Volk. Lassen Sie das für einen Moment sinken, die vermeintlich unverantwortliche griechische Regierung musste die Banker sanieren.
In Phase 3 zwangen die Banken die Regierungen zur Annahme von massiven Schulden. Als biologischer Vergleich kann ein Virus oder ein Bakterium dienen. Gemeinsam sind ihnen Strategien um das Immunsystem des Wirts zu schwächen. Eine der bewährten Techniken parasitärer internationaler Banker ist das Absenken von Bewertungen für Anleihen eines Landes. Und genau das taten sie ab Ende 2009. Dies treibt unmittelbar die Zinsen (Gewinne) auf die Anleihen in die Höhe und verteuert jede weitere Kreditaufnahme und Kreditverlängerung.
Zwischen 2009 und 2010 haben sich die Zinsen auf 10-jährige griechische Staatsanleihen fast verdreifacht. Dieser gnadenlose finanzielle Anschlag brachte die griechische Regierung auf die Knie und die Banker gewannen ihre erste Schuldenrunde mit ansehnlichen 110 Milliarden Euro Gewinn.
Die Banken kontrollieren ebenfalls die Politik von Ländern. In 2011, als der griechische Premierminister keine weitere Rettungsaktion für die Banken durchführen wollte, jagten ihn die Banker aus dem Amt und ersetzten ihn durch den Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank, eine Wahl war gar nicht nötig. Und was machte dieser neue Typ? Er setzte seine Unterschrift auf jede gepunktete Linie jedes Schreibens, das die Banker in sein Büro schleppten.
(Randnote: Das gleiche passierte einen Tag später in Italien, als der Premierminister abdankte und durch eine ökonomische Marionette ersetzt wurde. Zehn Tage später fanden vorgezogene Wahlen in Spanien statt, die ein „technokratischer“ Banker gewann.)
November 2011 war der Super-Monat für die Puppenspieler.
Einige Monate später, in 2012, wiederholte sich drei Manipulation des Anleihemarktes und die griechischen Anleihen stiegen um bis zu 50%!!! Dieser finanzielle Terrorismus hatte unmittelbar den gewünschten Effekt: Das griechische Parlament stimmte einer zweiten massiven Rettungsaktion zu, sogar größer als die erste.
Hier kommt ein weiterer Umstand ins Spiel, der von vielen nicht verstanden wird. Die Darlehen sind nicht einfache Geldschulden wie bei einer Kreditkarte oder einem normalen Bankkredit. Diese Darlehen kommen mit verbundenen Bedingungen, die eine Privatisierung der nationalen Vermögenswerte fordern. Falls Sie den Film Godfather III gesehen haben, erinnern Sie sich an Hyman Roth, der Kuba stückweise an seine Freunde verschacherte. Wenn Sie Hyman Roth durch Goldman Sachs, den Internationalen Währungsfond oder die Europäische Zentralbank ersetzen, verstehen Sie das Bild.
Phase 4: Nun beginnt die Zeit der Vergewaltigung und Erniedrigung. Für die Schulden, die Griechenland aufgezwungen wurden, musste das Land zahlreiche gewinnbringende Betriebe an Oligarchen und internationale Konzerne verkaufen. Diese Form von Privatisierung ist unbarmherzig, sie schließt alles ein, was Geld bringt. In Griechenland beinhaltete dies Wasser, Elektrizität, die Post, Flughafendienstleistungen, die staatlichen Banken, Telekommunikation, die Hafenverwaltung (letzteres bedeutet eine Menge in einem Land, das die weltweit größte Schiffsflotte unterhält), etc.
Darüber hinaus, bekommen Banker das Recht, jeden Haushaltsposten der Regierung zu diktieren. Sie wollen das Militärbudget zurückfahren? Nein! Sie wollen die Unternehmenssteuern erhöhen? Nein! Diese Form des Mikro-Managements ist in Geldgeber-Schuldner-Beziehungen bislang ungesehen.
Was passiert also nach der Privatisierung und Ausbeutung durch die Banker? Selbstverständlich gehen die Staatseinnahmen zurück und die Schulden steigen unaufhaltsam. Wie löst man das Problem? Natürlich, man muss die Ausgaben kürzen. Staatsbedienstete werden entlassen, Mindestgehälter werden gekürzt, Renten werden gekürzt, öffentliche Dienstleistungen werden zusammengestrichen und die Steuern werden erhöht, die 99% betreffen, aber nicht die 1%. Zum Beispiel wurden die Rentenbeträge halbiert und die Umsatzsteuer auf über 20% angehoben. Die Misere hat die Griechen härter getroffen als die Wirtschaftskrise von 1930 die USA.
Selbstverständlich fordern die Banker auch die sofortige Privatisierung aller öffentlichen Medien, was dem Land fotogene TV-Moderatoren beschert, die bucklige und gierige Banker täglich zu Rettern hochstilisiert und die Vorzüge von genügsamer Sklaverei als die bessere Alternative anpreisen.
Hätten die Griechen die komplette Wahrheit über die Sparmaßnahmen gewusst, wären sie nicht auf dieses Argument hereingefallen. Das Gleiche gilt für Spanien, Italien, Portugal und Irland und andere Staaten, die Sparmaßnahmen aussitzen müssen. Die traurige Wahrheit ist, dass dies keine neuartigen Strategien sind. Seit dem 2. Weltkrieg, hat der Internationale Währungsfond dies Praktiken unzählige Male in Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas eingesetzt.
Dies ist die Essenz der neuen Weltordnung, eine Welt im Besitz von einer Handvoll von Firmen und Banken. Es wird Zeit für das griechische Volk sich wie Zeus (oder Phönix) zu erheben und Nein zu sagen („Oxi“ auf Griechisch) zu den gierigen Puppenspielern, rücksichtslosen Oligarchen, parasitischen Bankern und korrupten Politikern.
Liebes Griechenland, die Welt betet für Euch. Sagt „Nein“ zur Sparpolitik. Sagt „Ja“ zu Freiheit, Unabhängigkeit, eigener Regierung und Demokratie. Ja „Demokratie“, das Wort, welches Ihr erfunden habt!
Hier endet die Übersetzung und Griechenland hat „Oxi“ gewählt, die Zukunft wird zeigen, wohin dies führt. Der Artikel ist satirisch und wir hoffen, stark überzogen. Paraguay ist eines der Länder, in dem die Reichen reicher und die Armen ärmer werden und es ist traurig, wenn Menschen in einem Land mit weniger als 10 Millionen Einwohnern hungern während gleichzeitig Lebensmittel für 80 Millionen Personen produziert und größtenteils exportiert werden. Die aktuelle Regierung verfolgt eine Politik der massiven Verschuldung im Namen der Bekämpfung der Armut. Aber was wenn an der Satire doch ein Funken Wahrheit ist, wenn die Satire eine Realsatire ist?
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