Ich kümmere mich bei Aktien wie der Coba recht wenig um Charttechnik: Die Erfahrung zeigt, dass diese nur in ruhigen Gewässern funktioniert, diese aber für die Coba (zumindest war es in der Vergangenheit so) nicht existieren. Die Coba zeichnete sich bisher dadurch aus, dass sie auf positive Entwicklungen im Dax mehr oder weniger gut mitging, aber auf schlechte Entwicklungen/Ereignisse nach Süden überreagiert hat. Eine Art assymetrischer Volatilität.
Vielleicht ändert sich das nun - es ist ja eine überraschende Stärke, die sich derzeit zeigt - ich weiss es nicht.
Für meine persönliche Anlagestrategie gehe ich aber wegen der weltwirtschaftlichen und lokaleuropäischen Gegebenheiten noch vom alten Muster aus. Ich richte mich z.B. nach den "fairen Werten", die hier im Forum diskutiert werden, und kaufe, solange die Coba möglichst weit darunter gehandelt wird. Und verkaufe, sowie wir uns den fairen Werten (sollen derzeit etwas um die 8,30? sein (RPM und Kleinviech wissen es genauer)) annähern. Damit bin ich sehr gut gefahren und konnte ohne den Einsatz neuen Kapitals die Zahl meiner Coba-Shares um mehr als 40% steigern..
Derzeit sitze ich ohne Coba-Aktien da (die habe ich, leider etwas zu früh, bei einem Kurs von 7,66 verkauft mit 13% Gewinn) und warte auf Kurse unter 7.30, um wieder einzusteigen.
Was könnte der Grund sein, solch ein niedriges Kursniveau wieder zu erreichen?
Vor dem Hintergrund der amerikanischen Schuldenkrise, nämlich dass inzwischen Japan und China als größte Gläubigerländer Dollaranleihen in grossem Maße verkaufen (dasselbe gilt für große institutionelle Anleger wie Pimco/Allianz) und nur noch die amerikanische FED als Käufer (ihrer eigenen Papiere!) auftritt, existieren große weltwirtschaftliche Risiken.
Dass die Politik der FED, mit dem Drucken von Geld (neuhochdeusch QE - Qantitative Easing = Fluten der Märkte mit neuem Geld) das Zinsnivea niedrig zu halten, immer weniger gelingt (derzeit steigt das langfristige Zinsniveau trotzdem), wird Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben: ein Steigen der langfristigen Zinsen ist fast immer mit einem Sinken von Akteinkursen gekoppelt.
Dazu kommt noch die offene Flanke Europa, wo noch vieles im Argen liegt und täglich Überraschungen drohen.
Für mich heisst das, einfach zu warten, bis irgendein singuläres Ereignis auf den Weltmärkten alle Ängste zum Vorschein bringen wird, mit der Folge einer Neubewertung z.B. der Bad-Bank-Risiken der CB, oder z.B. der Ertragestärke der CB im Mittelstandsbereich, welche ja durch eine neue Krise stark gedrückt würde und damit die Gewinnprognosen der CB Makulatur werden ließe. Mit entsprechenden Folgen für den Coba-Kurs.
Ob meine Rechnung realistisch ist, wird sich zeigen. Wenn nicht, werde ich mich auf jeden Fall sehr ärgen und die anderen, die ihre Aktien gehalten haben, beglückwünschen.