GEWINNER:
- MCDONALD'S: Die weltgrößte Fast-Food-Kette zählte in diesem Jahr zu den wenigen Profiteuren der wirtschaftlichen Turbulenzen. Im dritten Quartal sprang der Gewinn um elf Prozent hoch. Die Lust der Verbraucher, außerhalb zu essen, ist auch in der Wirtschaftskrise ungebrochen - aber sie mögen es lieber billiger. Besonders zur Jahresmitte, als die Lebensmittelpreise Rekordstände erklommen, bekamen die Fast-Food-Ketten noch mehr Zulauf. Sein Unternehmen sei «rezessionsfest», schwärmte McDonald's-Chef Jim Skinner im Herbst.
- ACER: Der Trend zu günstigen Mini-Notebooks hat dem taiwanesischen Computerhersteller einen rasanten Aufstieg beschert. Allein im dritten Quartal schoss der Absatz um 47,3 Prozent auf gut zehn Millionen Geräte hoch. Acer wurde damit auf einen Schlag die Nummer drei im weltweiten Computermarkt - und holte den einst weltgrößten PC-Bauer Dell praktisch ein. Eine andere Frage ist, ob sich sich mit den oft nur 300 Euro teuren Mini-Notebooks wirklich Geld verdienen lässt - viele Konkurrenten bezweifeln dies.
- WARREN BUFFETT: Das «Orakel von Omaha» gilt schon seit Jahrzehnten als die Investoren-Legende schlechthin. Mit einem geschätzten Vermögen von rund 60 Milliarden Dollar ist Buffett (78) der reichste Mann der Welt. Zweifler rechnen zwar vor, dass er bei seiner Milliarden-Investition bei Goldman Sachs mitten in der Finanzkrise immer noch zuviel bezahlte, weil die Aktie weiter fiel. Aber: Insgesamt legten die Finanzaktien im Portfolio von Buffetts Holding Berkshire Hathaway im krisenhaften dritten Quartal um 36 Prozent zu.
- JOHN THAIN: Man kann darüber streiten, ob der Chef von Merrill Lynch fair gespielt hat - aber die Investmentbank hat er gerettet. An dem schicksalhaften Wochenende Mitte September war Thain unter den Topmanagern der Wall Street, die berieten, wie der Konkurrent Lehman Brothers gerettet werden kann. Als aussichtsreichster Retter galt die Bank of America, die aber vergeblich Staatsgarantien forderte. Thain bot der Bank of America stattdessen Merrill zum Kauf an, die deutlich gesünder war. Der Deal stand in 48 Stunden. Lehman ging unter.
- JAPANISCHE BANKEN: Jahrelang waren sie nur mit der eigenen Rettung beschäftigt, doch in der Krise der Wall Street wurden Japans Banken auf einmal zu einem Pol der Stabilität. Die Schwäche der großen Rivalen aus den USA und Großbritannien nutzten sie für eine Einkaufstour zu Schnäppchenpreisen. So sicherte sich Nomura das Geschäft der zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers in Asien und Europa, Mitsubishi UFJ stieg mit 20 Prozent bei Morgan Stanley ein und Mizuho baute den Anteil an der Bank of America aus.