Chemiesektor uebergewichten??


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Chemiesektor uebergewichten??

 
27.01.02 09:41
Dax: Investoren favorisieren den Chemie-Sektor
Eine vom Fehlen aussagekräftiger Impulse und nur geringen Umsätzen gekennzeichnete Börsenwoche beenden die deutschen Standardwerte doch noch im grünen Bereich. Der Dax legt um mehr als 30 Punkte zu und beendet die vergangene Woche auf einem Stand von 5.156 Zählern. Die Inhaber von Papieren der 30 Blue-Chips können sich über einen durchschnittlichen Gewinn von immerhin 0,7 Prozent freuen.

Der schleppende Handel in der vorigen Woche und das nur geringe Engagement der Optimisten am Markt überraschen ein wenig, denn spätestens mit der jüngsten Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan verdichten sich die Anzeichen für eine Wiederbelebung der auch für Europa so wichtigen amerikanischen Wirtschaft. Zudem gelingt es bereits einer Reihe von wichtigen Unternehmen, wie etwa dem Siemens-Konzern, die pessimistischen Erwartungen der Analysten zu übertreffen und wieder bessere Ergebnisse vorzulegen. Insgesamt jedoch fehlt den Anlegern weiterhin das unverzichtbare Vertrauen in die Tragfähigkeit der Erholungstendenzen, so dass deutliche Kurssteigerungen auf breiter Front zumindest in der vergangenen Woche erneut ausgeblieben sind.



Die Chemiewerte im Dax besetzen in der vergangenen Woche nahezu geschlossen die Spitze der Kursliste. Angeführt wird der Gewinnerreigen vom Düsseldorfer Degussa-Konzern, dessen Papiere binnen Wochenfrist um fast 8 Prozent zulegen. Mit einem Preis von aktuell 32,56 Euro nähert sich die Aktie damit dem Kursziel von 35 Euro, das die holländische Bank ABN Amro erst vor wenigen Wochen für den Spezialchemie-Produzenten ausgegeben hatte .

Auf einen allen Unkenrufen zum Trotz gelungenen Börsenstart an der New Yorker Wall Street kann die Führung des Leverkusener Chemieriesen Bayer am Ende dieser Woche zurückblicken. Obwohl speziell vor amerikanischen Gerichten eine Serie von Sammelklagen von Geschädigten des Bayer-Präperats Lipobay anhängig ist, nahmen die Amerikaner die Anteilsscheine des auch in den USA allgemein bekannten Unternehmens gut auf . Langfristig kommt der Notierung in New York große Bedeutung zu, verfügt das Bayer-Management doch nun auch mit den eigenen Aktien über eine Akquisitionswährung für Übernahmen in den Vereinigten Staaten. Bayer legt um fast 6 Prozent zu, während die Konkurrenz von BASF ihren Unternehmenswert im Verlauf der vorigen Woche um ebenfalls beachtliche 4,5 Prozent steigert.

Verkehrte Welt dagegen bei den Unternehmen der einstigen Siemens-Familie. Der Halbleiter-Ableger Infineon präsentiert den Börsianern am Montag eine mit tiefroten Zahlen gespickte Quartalsbilanz, die einen Fehlbetrag von mehr als 500 Mio. Euro ausweist . Zugleich verdichten sich die Hinweise auf einen Jahresverlust von mehr als einer Milliarde Euro . Dennoch steigt die Aktie des angeschlagenen Chip-Produzenten bis zum Wochenende wieder um rund 2 Prozent. Die ehemalige Konzernmutter Siemens dagegen, die es zur Überraschung vieler Analysten geschafft hat, wieder deutlich in die Gewinnzone zurückzukehren , findet sich mit einem Wochenverlust von 1,7 Prozent im unteren Drittel der Kursliste wieder.

Ein kalter Wind bläst derzeit der Lufthansa ins Gesicht. Dass die deutsche Fluggesellschaft das von den dramatischen Verwerfungen durch die Terroranschläge gekennzeichnete vergangene Jahr mit einem Verlust abschließen wird , fällt angesichts des Zusammenbruchs einiger Mitbewerber kaum ins Gewicht. Zu schaffen macht der Airline vielmehr das zunehmend aggressiver werdende Drängen der irischen Billig-Fluglinie Ryanair auf den deutschen Markt. Mochte man die Aktivitäten der Iren in Frankfurt bislang als lediglich propagandistisch aufgebauschte Nadelstiche abtun, so bekommt die Herausforderung durch den Discountflieger durch dessen Bestellung von 100 neuen Boeing-Flugzeugen eine beklemmend neue Dimension . Der Versuch der Lufthansa, ebenfalls mit Dumpingpreisen verlorenes Terrain zurückzugewinnen, wurde in der vorigen Woche zudem vom Bundeskartellamt abgeblockt. Lufthansa-Papiere geben daraufhin um 3,5 Prozent nach und gehören damit zu den Verlierern der Woche.



Dax im Wochenvergleich Indexname Indexstand aktuell Indexstand Vorwoche Veränderung Punkte Veränderung Prozent Höchststand Tiefststand Dax 5.156,63 5.122,23 + 34,40 + 0,7 % 5.219,85 5.021,21



Gewinner/Verlierer der WocheGewinner Kurs Differenz Verlierer Kurs Differenz 1. Degussa 32,56 Euro + 7,9 % 1. Metro 39,00 Euro - 5,3 % 2. Schering 64,00 Euro + 6,3 % 2. Deutsche Bank 75,15 Euro - 3,7 % 3. Bayer 37,62 Euro + 5,8 % 3. Lufthansa 17,07 Euro - 3,5 %
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