Highlight wieder auf Erfolgspfad
Zum Halbjahr wird Gewinn ausgewiesen - Jahresziel bestätigt - Aktie gibt nach
ds Frankfurt - Der Schweizer Filmrechtehändler Highlight Communications hat nach dem Katastrophenjahr 2001 den Weg zurück auf den Erfolgspfad gefunden. Bei praktisch konstantem Umsatz weist der im Nemax 50 enthaltene Medienwert im ersten Halbjahr wieder einen Gewinn aus und sieht sich im Plan, die angekündigten Jahresziele zu erreichen.
Die Highlight-Aktie konnte von den - erwarteten - guten Nachrichten am Mittwoch nicht nachhaltig profitieren. Das Papier notierte zwar zunächst 5 % im Plus, gab dann die Gewinne jedoch wieder ab und drehte ins Minus. Am Abend lag die Aktie 6 % unter Vortagesschluss bei 2,21 Euro.
Umsatz konstant
Im ersten Halbjahr 2002 hat die Highlight-Gruppe den Konzernumsatz mit 78,3 (i. V. 79,9) Mill. sfr praktisch konstant gehalten. Der Konzerngewinn nach Steuern erreichte 7,8 Mill. sfr und drehte damit deutlich ins Plus. In der ersten Hälfte des Vorjahres war wegen horrender Sonderabschreibungen noch ein Verlust von 169,3 Mill. sfr ausgewiesen worden. Das operative Ergebnis stieg auf 16,4 Mill. sfr nach - 162,8 Mill. sfr in der Vorjahreszeit.
Mit den Halbjahresergebnissen liege man im Rahmen der Planungen, die für das Gesamtjahr 2002 Erlöse von 145 Mill. sfr (ohne TV-Verkäufe) sowie einen Konzerngewinn nach Steuern von rund 14 bis 17 Mill. sfr vorsehen, teilt Highlight ad hoc mit - was angesichts der vorgelegten Zahlen nicht überrascht. Nach den ersten sechs Monaten ist bei Umsatz und Ergebnis schon die Hälfte des Plansolls erreicht. Das Jahr 2002 verlaufe für Highlight trotz der anhaltenden Marktbereinigung im Mediensektor weiterhin positiv, hieß es.
100 Mill. Euro schwer
Das Eigenkapital per 30. Juni wird ad hoc mit 109,0 Mill. sfr (74,2 Mill. Euro) angegeben. An der Börse wird Highlight mit gut 100 Mill. Euro bewertet. Damit notiert das Papier nicht weit von seinem Buchwert entfernt. Die Liquiditätsreserven sind per 30. Juni auf 60,9 Mill. sfr zusammengeschmolzen, sechs Monate zuvor waren es noch 90,4 Mill. sfr. Die Bankverbindlichkeiten werden mit 32,0 Mill. sfr angegeben.
Der Mittelabfluss von knapp 30 Mill. sfr ergibt sich durch den Kauf des 23 %-Pakets an der ebenfalls am Neuen Markt notierten Constantin Film AG, das größtenteils bar bezahlt wurde. 22,7 Mill. Euro flossen an die Verkäufer. Außerdem wurden bis zum 1. August 174 500 eigene Aktien zurückgekauft.
Nicht nur von Kino abhängig
Im Vergleich zu den anderen am Neuen Markt notierten Medienunternehmen hat Highlight einen großen Vorteil. Durch die Sportrechtetochter Team, die die Champions League vermarktet, haben die Schweizer ein starkes zweites Standbein. So sind sie nicht nur von Erfolg und Misserfolg ihrer Kinofilme abhängig.
Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Kirch-Gruppe ist bilanziell schon 2001 alles bereinigt worden. Im vergangenen Jahr hatte Highlight die ausstehenden Forderungen aus Filmverkäufen an Kirch komplett abgeschrieben und so 45,3 Mill. sfr wertberichtigt. Zusammen mit dem bilanziellen Großputz ergab sich 2001 ein dramatischer Konzernverlust von 274,2 Mill. sfr. Highlight hatte Filmrechte und Tochtergesellschaften, vor allem die Team Holding, drastisch abgeschrieben.