centrotherm Blaubeuren
Licht am Ende des Tunnels
Die Solarpark Blautal GmbH soll neuer Haupteigentümer von centrotherm in Blaubeuren werden. Nach Angaben des Solarunternehmens ist der Kaufvertrag bereits unterschrieben.
Mann steht in Solarpark Die Solarpark Blautal GmbH ist potenzieller neuer Investor von Centrotherm (Sujetbild)
Die Solarpark Blautal GmbH übernimmt den kompletten Anteil der Verwaltungsgesellschaft Sol Futura. Diese hielt zuletzt 80 Prozent der centrotherm-Aktien im Wert von knapp 17 Millionen Euro. Der Kaufvertrag über das Aktienpaket war am Donnerstag geschlossen worden.
Firmenmitgründer will Krise beenden
Der Mitbegründer des Blaubeurer Solarunternehmens will die centrotherm photovoltaics AG selbst aus der Krise führen. Robert M. Hartung ist auch Geschäftsführer des Solarpark Blautal GmbH. Ein weiterer Gesellschafter ist ein nicht näher genannter internationaler Investor. Die Gesellschaft würde nach Vollzug des Kaufvertrages insgesamt 90 Prozent der centrotherm-Aktien halten. Am Montag wurden die centrotherm-Beschäftigten bei einer Mitarbeiterversammlung über die Transaktion informiert.
Gläubiger sollen ihr Geld erhalten
Bis spätestens Ende des ersten Quartals 2016 werde mit dem Vollzug des Kaufvertrags gerechnet, heißt es weiter. Das sei aber an Bedingungen geknüpft, betonte eine Sprecherin. So müsse unter anderem der Gläubigerausschuss noch zustimmen. Außerdem sei der Deal abhängig vom Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung. Restliche Forderungen von Gläubigern sollen bald bezahlt werden.
Monatsfrist für Zahlungen
Denn sobald die Transaktion der Aktien vollzogen ist, muss das Blaubeurer Solarunternehmen nämlich innerhalb von einem Monat noch anstehenden Insolvenzforderungen nachkommen. Einen Teil der Forderungen hatten Gläubiger bis längstens Ende 2017 gestundet. Aber erst wenn alle Insolvenzforderungen bedient sind, kann die Erfüllung des Insolvenzplanes auch gerichtlich festgestellt werden. Und erst dann sei die centrotherm-Insolvenz beendet, sagte eine Unternehmenssprecherin dem SWR.
Centrotherm war 2012 insolvent gegangen. Nach dem Neustart wurden 2014 erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. In dem Jahr machte der Anlagenbauer mit rund 700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 189 Millionen Euro. Der harte Wettbewerb in der Solarbranche macht dem Unternehmen aber weiter zu schaffen. In diesem Jahr peilt centrotherm dennoch einen Gewinn von 150 Millionen Euro bis 200 Millionen Euro an.
Stand: 15.12.2015, 11.31 Uhr