AktienCheck: CENTROSOLAR Group-Aktie eine heiße Solar-Wette
07.09.12 14:00
aktiencheck.de EXKLUSIV
München (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von AC Research, Sven Krupp, hat heute eine Analyse zur CENTROSOLAR Group-Aktie veröffentlicht und sieht in dem Titel nach wie vor einen hochspekulativen Turnaroundkandidaten. Lesen Sie hier die Originalfassung der Analyse:
Die CENTROSOLAR AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der CENTROSOLAR Group AG. Der internationale Konzern beschäftigt weltweit über 1.000 Mitarbeiter und das Angebot umfasst alle Bereiche der Solartechnik. Über 60 Prozent des Umsatzes wird im Ausland erzielt. Es gibt Niederlassungen in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, den USA und Kanada.
Die Gesellschaft präsentierte kürzlich ihre Zahlen für das zweite Quartal 2012. Der Absatz nahm um 5% gg. VJ auf 38,6 MWp zu. Dagegen hat sich der Umsatz um 20% auf 119,9 Mio. Euro reduziert, was primär dem starken Preisverfall bei Modulen und auch Solarglas geschuldet war. Das EBITDA wurde dennoch von -3,0 Mio. Euro auf -1,9 Mio. Euro verbessert, was u.a. Vorzieheffekten in Italien zu verdanken war.
Die Umsatz-Guidance von gut 250 Mio. Euro wurde bekräftigt. Zwar erwartet der Vorstand weiterhin eine Ergebnisverbesserung gegenüber 2011, jedoch sieht dieser von einer konkreten Ergebnisprognose vor dem Hintergrund der instabilen Rahmenbedingungen ab.
Wie erwartet sind die publizierten Quartalszahlen schwach ausgefallen. Nach den positiven Vorzieheffekten des ersten Quartals schlugen nun wieder die schwachen Rahmenbedingungen durch. Der Preisverfall für Solarmodule hält unvermindert an, so dass die Umsätze der CENTROSOLAR Group deutlich geschrumpft sind. Positiv ist hervorzuheben, dass es dem Management gelungen ist, die operativen Kosten weiter zu senken. Auch die gute Absatzentwicklung im Ausland (USA, Griechenland und Großbritannien) ist vor dem Hintergrund des anhaltenden Preisverfalls in Deutschland positiv zu erwähnen. Den Auslandsanteil am Umsatz konnte die Firma inzwischen auf 69% spürbar ausweiten.
Doch die Rahmenbedingungen für die Solarbranche bleiben sehr hart und daher erscheint uns die Guidance (vor allem ergebnisseitig) auf Basis der aktuellen Datenlage weiterhin sehr ambitioniert. In Deutschland und Italien sind weitere Förderkürzungen zu erwarten, es ist kein Ende des Preisverfalls auszumachen und es könnte immer wieder zu Insolvenzen von Vertragspartnern der CENTROSOLAR Group kommen, so dass vermutlich die zweite Jahreshälfte sehr herausfordernd werden dürfte. Positiv ist anzumerken, dass sich das Unternehmen auf das vergleichsweise etwas besser geförderte Segment der kleineren Solaranlagen für Dächer sowie Schlüsselkomponenten konzentriert hat und auch bei den immer stärker nachgefragten Eigenverbrauchslösungen eine führende Stellung einnimmt. Zudem will das Unternehmen die Vertriebsaktivitäten steigern, um weitere Marktanteile hinzuzugewinnen.
Per 30.06.2012 betrugen die liquiden Mittel und freien Kreditlinien der Gesellschaft 22,4 Mio. Euro, wobei die freie Kreditlinien von 46,3 Mio. Euro auf 26,3 Mio. Euro reduziert wurden. Die Eigenkapitalquote lag per Ende Juni 2012 bei 31,4% und hat sich damit gegenüber Ende 2011 um 5,2 Prozentpunkte reduziert. Damit steht die CENTROSOLAR Group im Branchenvergleich noch relativ gut da und könnte tatsächlich aus der zu erwartenden Branchenkonsolidierung gestärkt hervorgehen. Doch kommt es auf dem Solarmarkt nicht bald zu einer Stabilisierung, dürfte sich auch die Lage für die CENTROSOLAR Group weiter eintrüben.
Für uns bleibt die CENTROSOLAR Group-Aktie ein sehr spekulatives Investment. Sollte sich aber die Lage für die Solarunternehmen entspannen, kann sich der Aktienkurs schnell vervielfachen. (Originalfassung der Analyse vom 07.09.2012) (07.09.2012/ac/e/a)
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CIAO