Gnadenfrist für Cargo Lifter - Aktionäre sind die letzte Hoffnung [27.09.2002 - 19:33]
Wenn schon MobilCom eine dritte Chance erhält, muss sie auch für den Luftschfiffbauer Cargo Lifter (540261) drin sein. Beides Kinder der Boomzeit, beide abgestürzt an den eigenen Träumen. MobilCom zerbrochen am Traum vom grenzenlosen Internet, dem UMTS, Cargo Lifter am grenzenlosen Kapitalbedarf und der fehlenden Umsetzung von Träumereien in marktfähige Produkte.
Das sofortige und endgültige Aus ist auch bei Cargo Lifter erstmal abgewendet: Die Gläubiger der zahlungsunfähigen Cargolifter haben dem Luftschiffbauer einen weiteren Monat zur Umsetzung des Sanierungskonzeptes eingeräumt. Größter Gläubiger der Cargolifter ist das Land Brandenburg über seine Investitionsbank (ILB). Auf sie entfallen etwa 52 der 75,8 Mio. Euro Forderungen der knapp 200 Gläubiger. Die Gnadenfrist ist allerdings nur bis 31. Oktober verlängert. Bis dahin muss absehbar sein, ob die Reorganisation gelingt. Andernfalls gehen die Lichter endgültig aus.
Während es bei MobilCom (662240) noch Bereitschaft finanzieller Unterstützung gibt, öffnen die Politiker für den angeschlagenen Luftschiffbauer die Kassen schon längst nicht mehr. Daher bleiben als letzte Hoffnung nur noch die bereits mehrfach angepumpten 72.000 Aktionäre.
Da der Bund zuletzt öffentliche Hilfen abgelehnt hatte, setzt Mönning auf die Aktionäre, um mit ihrer Hilfe die Überschuldung zu beseitigen. Die Anleger sollen bis zu 45 Millionen Euro bereitstellen und vom 1. bis 15. Oktober bis zu 180.000 besicherte Teilschuldverschreibungen zum Stückpreis von 250 Euro zeichnen.
Um aus der Insolvenz herauszukommen, müssten mindestens 20 Millionen Euro zusammenkommen, sagte Mönning. Er könne die Stimmung bei den Anlegern derzeit nicht einschätzen. In den ersten acht Tagen nach der Ausgabe werde sich jedoch das Schicksal von Cargo Lifter entscheiden.
Die Anleger sollen bis zu 45 Millionen Euro locker machen und vom 1. bis 15. Oktober bis zu 180.000 besicherte Teilschuldverschreibungen zum Stückpreis von 250 Euro zeichnen.
Um aus der Insolvenz herauszukommen, müssten mindestens 20 Millionen Euro zusammenkommen. Im Zuge der Reorganisation soll Cargo Lifter als Produktionsgesellschaft fortgeführt werden und gemeinsam mit der englischen Advanced Technologies Group (ATG) Luftschiffe bauen. Das Konzept sieht zudem die Gründung einer Transfergesellschaft zur Schulung der etwa 500 gekündigten und freigesetzten Mitarbeiter vor.
Die nach Firmenangaben 72.000 Aktionäre geben dem Luftschiffbauer offensichtlich wenig Chancen an die notwendigen 20 Mio Euro zu kommen und verabschieden sich aus dem Wert. Die Aktie liegt kurz vor Börsenschluss mit 11,11 % auf 0,64 Euro im Minus.
Gruß