USA scheitert mit Aufruf, Russlands Märkte zu schwächen
11:15 27.03.14
Von Markus Fugmann, www.finanzmarktwelt.de
Die USA scheinen mit der Absicht, die russischen Finanzmärkte zu schwächen, wenig erfolgreich zu sein. Am 18.März hatte der Pressesprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, Investoren unmissverständlich dazu aufgefordert, nicht in Russland zu investieren: "Wenn ich Sie wäre, würde ich keine russischen Aktien kaufen. Außer Sie gehen short." (=setzen auf fallende Kurse).
Doch mittlerweile zeichnet sich ab, dass die Investoren der Aufforderung Carneys nicht Folge leisten. Wie Bloomberg.com berichtet, sind die Wetten von US-Investoren auf fallende Kurse an Moskaus Börse inzwischen deutlich zurück gegangen - sichtbar in den Umsätzen sogenannter ETFs (Exchange Traded Funds), die in den USA gehandelt werden und Profite erzielen, wenn russische Aktien fallen. Lag der Anteil von Wetten auf fallende Kurse am Tage der Äußerung Carneys noch bei 17%, sind es derzeit nur noch 14% - am 3.März hatte der Anteil noch 21% betragen.
Hauptgrund für den Rückgang dürfte die Erholung an den russischen Aktienmärkten sein, die unmittelbar auf Putins Rede zur Annexion der Krim folgte - seitdem hat sich der russische Leitindex Micex um über 9% erholt. Auch der Rubel konnte sich seitdem deutlich erholen.
Russische Aktien sind - insbesondere im Vergleich zu US-Werten - ohnehin sehr günstig bewertet. So hatten die russischen Aktien im Leitindex Micex am 14.März ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 2,85 - das heißt, Investoren "zahlen" für ein Investment nur den 2,85-Jahresgewinn der Unternehmen. Davon können US-Anleger nur träumen: das durchschnittliche KGV von Unternehmen des amerikanischen Leitindex S&P500 liegt derzeit bei 17. Amerikanische Unternehmen sind also gewissermaßen 6-mal teuer als russische..