Energie: Die Bekundung Saudi-Arabiens, die August-Exporte um rund 600 Tsd. auf 6,6 Mio. Barrel täglich zu reduzieren, ließ die Ölpreise gestern und heute steigen. Vor allem dürfte Saudi-Arabien die Exporte in die USA und nach Europa reduzieren, aber zugleich mehr Rohöl nach Asien liefern. Dies macht zwar kurz- bis mittelfristig Sinn, wird aber längerfristig keinen bleibenden Preiseffekt haben. Es ist vielmehr ein doppelseitiges Schwert. Nehmen wir z.B. die USA: Erhält das Land weniger Rohöl aus Saudi-Arabien und möglicherweise aus dem krisengeschüttelten Venezuela, würde dies zwar die Preise unterstützen. Den Preisanstieg würden aber die US-Schieferölunternehmen, die sich zuletzt mit der Ausweitung der Bohrungen und der Investitionen etwas zurückgehalten haben, sofort zu Absicherungszwecken nutzen und den Produktionsanstieg mittelfristig erneut beschleunigen. Auf den asiatischen Märkten könnte Saudi-Arabien zwar Marktanteile zurückgewinnen. So hat China im Juni den vierten Monat in Folge mehr Rohöl aus Russland als aus Saudi-Arabien importiert. Doch höhere saudische Ölexporte nach China werden kaum langfristig zur Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Ölmarkt beitragen. So dürfte sich das Ölnachfragewachstum Chinas laut Sinopec von 5,5% p.a. von 2010-15 auf lediglich 2,5% p.a. in den Jahren 2016-20 verlangsamen. Deshalb wird sich der Kraftstoffüberschuss weiter stark erhöhen, wobei das Land letztendlich zum wichtigsten Ölverarbeiter und Kraftstoffexporteur wird. In der ersten Jahreshälfte hat China mit fast 330 Tsd. Barrel Diesel und über 220 Tsd. Barrel Benzin täglich bereits 21% bzw. 8% mehr als im Vorjahr exportiert.
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www.onvista.de/news/...ch-goldpreis-auf-4-wochenhoch-68041237