Brauche Eure Mithilfe.


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Sitting Bull:

Brauche Eure Mithilfe.

 
08.09.03 13:59
Da die Rohstoffe (CRB-Index) seit 20 Jahren seitwärts tendieren (siehe letzten Aktionär), plane ich ein Rohstoff-Investment. Nun die Frage: Wo kann man ein 1:1 Zertifikat (kein Wave) auf den CRB kaufen??? Bis jetzt nix gefunden.
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altmeister:

schau mal

 
08.09.03 14:32
Rohstoffpreise nehmen Fahrt auf
(Instock) Immer wieder warnen Experten vor einer Deflation. Von den fallenden Preisen ist bislang jedoch wenig zu spüren - im Gegenteil. Nicht nur deutsche Verbraucher müssen an der Supermarktkasse teilweise mehr bezahlen. Auch in den USA bekommen die Konsumenten und Unternehmen steigende Resourcen- und Rohstoffpreise zu spüren. Seit sechs Monaten klettern die Preise an den US-Tankstellen fast kontinuierlich. Aber nicht nur der rasant steigende Benzinverbrauch und die historisch niedrigen Rohölvorräte der USA geben Anlass für steigende Preise. Die Gasvorräte sind ebenfalls knapp und sorgen für Preisauftrieb.

Anerkanntes Barometer für die Entwicklung der Preise für Industrie- und Agrarrohstoffe ist der CRB-Index, der vom Commodity Research Bureau (CRB) ermittelt wird. Der Index bildet unter anderem die Preise vom Rohöl, Erdgas, Kupfer, Kautschuk aber auch von Getreide, Kakao, Mais und Baumwolle ab.

Neben steigender Nachfrage in traditionellen Industrieländern verzeichnet man aus China und den aufstrebenden Schwellenländer Südostasien eine stabile Nachfrage. Deren Wachstumsraten liegen weit über denen der USA und Europa und heizen die Nachfrage an. China richtet 2008 die Olympischen Spiele aus und investiert vorab in Industrie und Infrastruktur. Mit ihren 1,4 Milliarden Menschen sind die Asiaten bereits jetzt zu einem der größten Rohstoffverbraucher der Welt aufgestiegen. 2003 wird man Japan als den weltweit zweitgrößten Konsumenten von Erdöl abgelöst haben. Das Realwachstum der Volksrepublik zeigt sich mit durchschnittlich 8 bis 9 Prozent pro Jahr sehr robust.

China konsumierte 2002 rund 17 Prozent des Weltverbrauchs an Kupfer und löste die USA an der Spitze der Verbraucherländer ab. Auch beim Aluminium konstatieren Marktbeobachter eine stark wachsende Nachfrage. Die Stahlimporte der Chinesen stiegen seit Jahresanfang um 80 Prozent. Für den Edelstahlmarkt werden Zuwächse von 8 bis 10 Prozent prognostiziert. Der Pro-Kopf-Konsum in China liegt gegenwärtig bei etwa 1,8 Kilogramm pro Jahr, der Weltdurchschnitt dagegen pro Kopf bei 3,7 Kilogramm. Die erhöhte Nachfrage trifft jedoch auf vergleichsweise wenig Angebot, denn in den vergangenen Jahren wurden Abbauflächen für Erze nicht vergrößert, sondern teilweise aufgegeben. Die Produzenten reagierten damit auf die jahrelang fallenden Preise. Die Bereitstellung neuer Kapazitäten dürfte erneut Jahre brauchen. Daher könnte es nun mittelfristig zu Engpässen kommen.

Am CRB-Index ist diese Konstellation bereits abzulesen: Seinen Hochpunkt markierte der Rohstoff-Index im Jahre 1979 zum Zeitpunkt der Ölkrise. Erst mit dem Platzen der Aktienblase Anfang 2000 gelang eine Bodenbildung bei 185 Punkten. Seither hat das Rohstoffbarometer um ein Drittel zugelegt - Tendenz steigend. Inzwischen hat der CRB-Index die 240-Punkte-Marke überschritten und steuert auf das Mehrjahreshoch bei 250 Punkten zu. Längerfristiges Kursziel sind 300 Punkte.

Die Möglichkeiten an dieser Entwicklung teilzuhaben sind für Anleger recht begrenzt. Neben dem Kauf einzelner Rohstoffwerte, wie beispielsweise BHP Billiton oder Rio Tinto, bieten sich Rohstoff-Fonds an. An erster Stelle ist hier der Merrill Lynch World Mining Fonds (WKN 986 932) zu nennen, der seit Jahren eine hervorragende Wertentwicklung aufweist. Der Fonds mit einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent und einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent investiert weltweit in Aktien von Minen (Eisen, Erz, Kohle) und metallproduzierenden Unternehmen. Euro-Anleger haben jedoch einen Nachteil, da die Fondsanteile in US-Dollar notieren. Eventuelle Zugewinne könnten daher von einer neuen Dollarschwäche geschmälert werden. Während US-Investoren in den vergangenen drei Jahren auf ein Plus von 75 Prozent kamen, mussten sich europäische Fondseigner mit rund 44 Prozent begnügen.

Index-Zertifikate auf den CRB-Index sucht man indes vergeblich. Hingegen können Investoren auf den Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) mit entsprechenden Zertifikaten setzen. In diesem Index sind die 25 wichtigsten Rohstoffe aus den Bereichen Edelmetalle, Industriemetalle, Landwirtschaft und Viehzucht notiert. Zwei Drittel machen jedoch Öl, Benzin und Erdgas aus.

Die DZ Bank bietet beispielsweise ein Garantie-Zertifikat namens Waren & Rohstoff Garant (WKN 758 503) an, das den GSCI nachbildet. Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit am 4. Juni 2009 den vollen Emissionsbetrag von 100 Euro zurück. Von möglichen Zugewinnen des Garantiezertifikates zahlt die Bank allerdings nur etwa 70 Prozent aus. Das Produkt ist also nur etwas für sehr risikoscheue Menschen, denen das Auf und Ab der Märkte schlaflose Nächte bereitet.

Ein weitaus attraktiveres Investment-Vehikel für den Rohstoffsektor ist ein Index-Zertifikat (WKN 954 546) auf den Goldman Sachs Commodity Index. Das Produkt von Goldman Sachs bildet den GSCI im Verhältnis 1 zu 100 nach. Zahltag für Zertifikate-Inhaber ist am 18.12.2006.

Fazit: Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat eine Rohstoff-Hausse eingesetzt, die noch in den Kinderschuhen steckt. Investments in wirtschaftlich unverzichtbare Rohstoffe sollten daher in einem langfristig ausgerichteten Depot nicht fehlen. Vor allem Anleger mit einem langen Atem finden darin eine ideale Depotbeimischung ohne große Risiken.


Frank Szillat ist unabhängiger Finanzanalyst.


[ Mittwoch, 03.09.2003, 13:43 ]
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Sitting Bull:

Alti, ich dank Dir!

 
08.09.03 16:34
Übrigens: Heute der große Handelsblatt-Aufmacher auf Seite 1:

"Experten sind sich einig - die Baisse ist vorüber!"

Halleluja - hier wird wieder mal zum risikolosen Einstieg geblasen! Der Dax hat zwar mal eben 66% Gewinn hinter sich - aber egal! Jetzt muss man einsteigen! Ich erinnere mich an die Artikel Anfang März im HB: Finger weg von Aktien, etc.

Selbst einem Sitting Bull wird bei so viel Getöse mulmig.
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