Nach Ansicht der Experten von NMI Online handelt es sich bei Brainpool in Zukunft womöglich um einen der interessantesten Medienwerte.
Die spektakuläre Meldung, dass man zum ersten Mal eine Privatperson ins All schießen wolle, habe fast die gesamte Nation beschäftigt. Die Firma, die hinter dem ganzen stecke, heiße Brainpool, die zudem auch die Show „TV Total“ mit Stefan Raab produziere. Aber nicht nur diese Show entstamme den Händen von Brainpool. Daneben würden auch die Formate Die Wochenshow, Voll witzig! oder das Erotik-Magazin liebe Sünde zu den Marktführern ihres jeweiligen Genres gehören. Vor der Kamera würden die in Deutschland nahezu jedem bekannten Stars, wie Anke Engelke, Stefan Raab, Bastian Pastewka, Ingolf Lück, Markus Maria Profitlich, Annette Frier, Mirco Nontschew, Ingo Appelt oder Mo Asumang stehen. Doch nicht nur dieser Bereich sei für Brainpool interessant.
Am 24. Januar solle das Magazin zur erfolgreichen TV-Show von Stefan Raab –das TV total Magazin – auf dem Markt erscheinen. Wöchentlich würde damit eine junge Illustrierte erscheinen, die sich mit der Mischung aus Comedy, Entertainment und einem Service-Magazinteil direkt an dem Lebensgefühl und der Sprache ihrer Kernzielgruppe der 14- 29-Jährigen orientieren solle. Als mittelfristig verkaufte Zielauflage des Magazins mit raabscher Lifestyle-Färbung würden nach Einführung 250.000 -300.000 Exemplare angestrebt.
Für Vertrieb, Anzeigenvermarktung, Druck- und Serviceleistungen sei eine kooperative Zusammenarbeit mit dem Axel Springer Verlag eingegangen worden. Der Preis für eine Anzeigenseite belaufe sich auf 9000 Euro. Schon für das kommende Jahr seien schwarze Zahlen vorgesehen. Das stattliche Ziel von 300.000 verkauften Exemplaren scheine zwar für so manchen Verleger und Branchenkenner ziemlich hoch gegriffen, jedoch habe Stefan Raab seinem Namen bisher alle Ehre gemacht, denn was er angefasst habe sei (sprichwörtlich) zu Gold geworden.
Zwar müsse man die Gefahr einer Raab-Übersättigung berücksichtigen, so der Chef Jörg, Grabosch, doch schließlich verdiene man ja an Raab und dieser ebenso. Während Brainpool für 2001 mit 161 Millionen DM Umsatz rechne, dürfte kaum weniger als die Hälfte sozusagen durch Raab generiert werden. Es müsse sich aber noch zeigen, ob das Format Raab beziehungsweise TV total auch im alltäglichen Rhythmus bestehen könne.
Mit dem Plan, Flüge in die ISS-Raumstation weltweit in Fernsehshows zu vermarkten, könne der Aktie jedoch, sollte dies gelingen, Aufschwung verliehen werden. Auch die Marke Raab scheine jedenfalls noch Potenzial zu bieten. Ein erfolgreicher Start des TV total Magazins, welches Format einschließlich CDs wie Hits total an Bravo erinnern könne, sollte ebenfalls positiv aufgefasst werden. Dies müsse sich jedoch noch beweisen. Zehn Millionen DM Umsatz habe die Produktionsfirma Brainpool im Jahr 2000 allein mit der Show TV total gemacht.
Mit der täglichen Show sollen es 2001 etwa 30 Millionen DM Umsatz werden. Bei Brainpool stehe sicherlich noch vieles im Unklaren, dennoch habe sich das Konzept bisweilen gut geschlagen. Bei einer Bewertung auf 2001er Basis mit einem KUV von 4 und einem KGV von 23 (2002er KGV von 16) zähle man vielleicht nicht zu den günstigsten Medienwerten, aber vielleicht in Zukunft zu einem der interessantesten.