Neuer Trend: Kiteboarding
Der Kiteboarding-Stand des Ex-Surfweltmeisters Robby Naish platzt aus allen Nähten. Eine Traube Fans buhlt beim Meister um Autogramme. Das Surfen, mit dem er einst über die Strände von Hawaii hinaus bekannt wurde, ist dagegen kein Selbstläufer mehr.
Beim neuen Surftrend Kiteboarding hebt man unweigerlich ab. An einem kleinen Gleitschirm hängend wird der Kiteboarder mit rasender Geschwindigkeit über das Wasser gezogen. Der besondere Kick sind zwischenzeitliche Flugphasen von bis zu 12 Sekunden.
Naish stellt auf der Boot, der weltgrößten Boot- und Wassersportausstellung in Düsseldorf auch sein neues Surfbrett vor. "Robby, was ist neu an diesem Brett?", fragt der Moderator. Naish nimmt das Brett in die Hand und deutet auf die blauen Flammen auf der Unterseite. "Hier haben wir blau", erläutert er in gebrochenem Deutsch. Das Publikum lacht. Lustlos preist er das neue Design an und erklärt noch schnell, dass es sich bei den Brettern jetzt um absolut profitaugliches Material handele. Zwei Minuten später steht das neue Modell wieder in der Ecke.
Surfsport schwimmt nicht mehr auf der Erfolgswelle
So ergeht es heute vielen Surfbrettern. Nach Angaben von Christoph Morize, Marketing-Experte bei Boards and More ist der jährliche Verkauf in den letzten fünfzehn Jahren von 500 000 auf 100 000 Brettern kontinuierlich gesunken.
Boards and More hat zwar mit den Marken Mistral, F2, Fanatic, North Sails, Arrows und Duotone beim Surfbrettverkauf einen Marktanteil von 45 Prozent und bei Segeln von 33 Prozent. Doch mit einer weiteren Erhöhung des Anteils komme man einfach nicht mehr weiter, erklärt Morize. Man müsse die breite Masse wieder erreichen.
"Komischerweise ist Windsurfen bei Befragungen immer noch eine der begehrtesten Wassersportarten", begründet der Marketing Officer seine Hoffnungen auf eine Surf-Renaissance. Er vermutet lediglich ein Kommunikationsproblem und meint: "Wir haben unseren Blick in den letzten Jahren zu sehr auf Experten fokussiert."
Statt der bislang üblichen Segmentierung geht Mistral daher wieder zurück zur Idee "Ein Brett für alle". In den letzten Jahren habe man mit immer neuen Spezialmodellen die breite Masse einfach überfordert. Als Konsequenz daraus präsentiert Boards and More auf der diesjährigen Boot nur zwei Produkte von Mistral.
Masse statt Profis - Gummiboot statt Ferrari
Mit dem Windglider, einem aufblasbaren Brett, sollen Anfänger und Familien angesprochen werden. Sein Vorteil: Er ist nicht nur zum Surfen geeignet. Das Gerät lässt sich mit wenigen Handgriffen zum Paddel- oder Segelboot umfunktionieren. Wer lieber langsam schippern will, kann einen sogar einen kleinen Motor erstehen. Mit Hilfe eines Covers kann der Windglider auch an ein Motorboot gehängt und hinterhergezogen werden. "Das Gerät ist multifunktional und nimmt beim Transport wenig Platz weg", erklärt Morize. Der Windglider sei ideal für Urlauber, die "nicht nur in der Sonne rumliegen wollen".
Den Windglider gibt es zwar schon seit 1998, doch mit der erweiterten Segelversion wird das Produkt erst jetzt konsequent vermarktet.
Auch im reinen Surf-Bereich hat Mistral mit dem Brett Prodigy ein differenzierbares Produkt entwickelt. Je nach Zubehör ist das Brett für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis geeignet. So will man dem Kunden teurer Investitionen ersparen. "Das Brett kann von einer Familie mit unterschiedlichen Leistungsstärken gefahren werden", betont Morize.
"Die Masse liebt Windsurfen", meint der Marketing Officer, aber man müsse ihnen auch massentaugliche Produkte bieten und diese kommunizieren. "Deshalb haben wir unsere Ferraris zu Hause gelassen".
Während Robby Naish und seine Funsportler mit ihren Kiteboards abheben, bleibt die Surf-Branche auf dem Boden. "Wir gehen Back to the Future", beschreibt Christoph Morize die Strategie.
Der Kiteboarding-Stand des Ex-Surfweltmeisters Robby Naish platzt aus allen Nähten. Eine Traube Fans buhlt beim Meister um Autogramme. Das Surfen, mit dem er einst über die Strände von Hawaii hinaus bekannt wurde, ist dagegen kein Selbstläufer mehr.
Beim neuen Surftrend Kiteboarding hebt man unweigerlich ab. An einem kleinen Gleitschirm hängend wird der Kiteboarder mit rasender Geschwindigkeit über das Wasser gezogen. Der besondere Kick sind zwischenzeitliche Flugphasen von bis zu 12 Sekunden.
Naish stellt auf der Boot, der weltgrößten Boot- und Wassersportausstellung in Düsseldorf auch sein neues Surfbrett vor. "Robby, was ist neu an diesem Brett?", fragt der Moderator. Naish nimmt das Brett in die Hand und deutet auf die blauen Flammen auf der Unterseite. "Hier haben wir blau", erläutert er in gebrochenem Deutsch. Das Publikum lacht. Lustlos preist er das neue Design an und erklärt noch schnell, dass es sich bei den Brettern jetzt um absolut profitaugliches Material handele. Zwei Minuten später steht das neue Modell wieder in der Ecke.
Surfsport schwimmt nicht mehr auf der Erfolgswelle
So ergeht es heute vielen Surfbrettern. Nach Angaben von Christoph Morize, Marketing-Experte bei Boards and More ist der jährliche Verkauf in den letzten fünfzehn Jahren von 500 000 auf 100 000 Brettern kontinuierlich gesunken.
Boards and More hat zwar mit den Marken Mistral, F2, Fanatic, North Sails, Arrows und Duotone beim Surfbrettverkauf einen Marktanteil von 45 Prozent und bei Segeln von 33 Prozent. Doch mit einer weiteren Erhöhung des Anteils komme man einfach nicht mehr weiter, erklärt Morize. Man müsse die breite Masse wieder erreichen.
"Komischerweise ist Windsurfen bei Befragungen immer noch eine der begehrtesten Wassersportarten", begründet der Marketing Officer seine Hoffnungen auf eine Surf-Renaissance. Er vermutet lediglich ein Kommunikationsproblem und meint: "Wir haben unseren Blick in den letzten Jahren zu sehr auf Experten fokussiert."
Statt der bislang üblichen Segmentierung geht Mistral daher wieder zurück zur Idee "Ein Brett für alle". In den letzten Jahren habe man mit immer neuen Spezialmodellen die breite Masse einfach überfordert. Als Konsequenz daraus präsentiert Boards and More auf der diesjährigen Boot nur zwei Produkte von Mistral.
Masse statt Profis - Gummiboot statt Ferrari
Mit dem Windglider, einem aufblasbaren Brett, sollen Anfänger und Familien angesprochen werden. Sein Vorteil: Er ist nicht nur zum Surfen geeignet. Das Gerät lässt sich mit wenigen Handgriffen zum Paddel- oder Segelboot umfunktionieren. Wer lieber langsam schippern will, kann einen sogar einen kleinen Motor erstehen. Mit Hilfe eines Covers kann der Windglider auch an ein Motorboot gehängt und hinterhergezogen werden. "Das Gerät ist multifunktional und nimmt beim Transport wenig Platz weg", erklärt Morize. Der Windglider sei ideal für Urlauber, die "nicht nur in der Sonne rumliegen wollen".
Den Windglider gibt es zwar schon seit 1998, doch mit der erweiterten Segelversion wird das Produkt erst jetzt konsequent vermarktet.
Auch im reinen Surf-Bereich hat Mistral mit dem Brett Prodigy ein differenzierbares Produkt entwickelt. Je nach Zubehör ist das Brett für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis geeignet. So will man dem Kunden teurer Investitionen ersparen. "Das Brett kann von einer Familie mit unterschiedlichen Leistungsstärken gefahren werden", betont Morize.
"Die Masse liebt Windsurfen", meint der Marketing Officer, aber man müsse ihnen auch massentaugliche Produkte bieten und diese kommunizieren. "Deshalb haben wir unsere Ferraris zu Hause gelassen".
Während Robby Naish und seine Funsportler mit ihren Kiteboards abheben, bleibt die Surf-Branche auf dem Boden. "Wir gehen Back to the Future", beschreibt Christoph Morize die Strategie.