Börsengang ohne Show


Thema
abonnieren
Beiträge: 5
Zugriffe: 2.186 / Heute: 1
permanent:

Börsengang ohne Show

6
21.06.05 08:26
Frimag und RCM gehen in den Freiverkehr

Kleine Immobilienfirmen bieten Aktien an

Von Marcus Pfeil, Handelsblatt

Die Aktien der Frankfurter Immobilien AG werden heute zum ersten Mal im Freiverkehr der Frankfurter Börse gehandelt. Damit ist das Unternehmen bereits das zweite, das sich aus "Kostengründen" für eine Notiz im Freiverkehr entscheidet.

BERLIN. Nach der RCM Beteiligungs AG ist Frimag (Frimag, ISIN DE0006372626) in diesem Monat bereits das zweite Immobilienunternehmen, das sich für eine Börsennotiz im Freiverkehr entscheidet – „aus Kostengründen“, sagt Vorstand Christian Wolf, der mit Carsten Siegert vor fünf Jahren die Firma gegründet hat.

Anleger dürfen einen Punkt nicht übersehen: Frimag ist sehr klein. Bei einem Umsatz von nur 4,56 Mill. Euro verdienten Wolf und Siegert im Jahr 2004 vor Zinsen und Steuern 760 000 Euro. Das Geschäftsmodell ist überschaubar: Frimag kauft Frankfurter Häuser in guten Lagen und verkauft die Wohnungen einzeln weiter. Das Unternehmen mit dem Börsenkürzel FFM strebe dabei eine Marge von 25 Prozent an, sagt Wolf.

Das Geld für den Zukauf neuer Objekte hofft er sich nun über die Börse beschaffen zu können. Weil Frimag neue Objekte in der Regel zu 80 Prozent fremd finanziert, kann die Firma mit jedem Euro des frischen Eigenkapitals Immobilien für fünf Euro einkaufen. Der Emissionserlös in Höhe von 6,5 Mill. Euro verschafft Frimag damit einen Ausgabenspielraum von 32,5 Mill. Euro.

Durch die Zukäufe soll der Gewinn den Analysten der Axxon Wertpapierhandelsbank zufolge auf 1,92 Mill. Euro im Jahr 2006 und 3,26 Mill. Euro in 2007 steigen. Die Analysten rechnen im Jahr 2006 mit einem Ergebnis von 48 Cent je Aktie und 2007 von 82 Cent. Das entspricht einen KGV von 13,5 bzw. acht. Axxon begleitet den Börsengang auch als Berater.

Anleger, die gezeichnet haben, erhalten die Aktie zu einem Preis von 6,50 Euro, allerdings nur jede dritte, weil die Emission deutlich überzeichnet gewesen sei, sagt Wolf. Für die knappe Zuteilung könnte in den folgenden Jahren die attraktive Dividende entschädigen. Während die Ausschüttung wegen der Kosten für den Börsengang (0,5 Mill. Euro) nur bei 15 Cent liegt, soll sie in den folgenden Jahren wie schon 2003 und 2004 bei 50 Cent liegen. Die Dividendenrendite würde damit üppige sechs Prozent betragen.

Wolf und Siegert erfüllen Kriterien, die die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger aufgestellt hat. Sie haben sich für eine Haltefrist von vier Jahren für ihre Aktien verpflichtet. Wolf: „Wir wollen ja nicht auf die Seychellen auswandern.“

Auch die Firma RCM (DE0005117204), die Immobilien ausschließlich in Dresden aus Zwangsversteigerungen erwirbt, hat sich für die Börse als Refinanzierungsquelle entschieden – damit „wir in einem Dreivierteljahr eine Kapitalerhöhung durchführen können“, sagt Martin Schmitt. Er ist Aufsichtsrat der RCM AG und Chef der Mutterfirma SM Wirtschaftsberatungs AG, die noch 50,1 Prozent der RCM-Anteile – und damit das Sagen – behält. Bis zum Herbst 2006 will RCM die Anzahl der vermieteten Objekte von heute acht auf über 40 steigern. Das Ergebnis je Aktie soll sich von zehn Cent in diesem auf 20 im nächsten Jahr verdoppeln.


HANDELSBLATT, Dienstag, 21. Juni 2005, 07:39 Uhr

Antworten
permanent:

Frimag

 
21.06.05 09:52
Kurs 6,95€

gruss

permanent
Antworten
permanent:

Freiverkehr weckt zunehmend das Interesse

 
23.06.05 08:52
 

Bereits sechs neue Börsennotierungen in diesem Jahr – Erste Details zur Reform des Segments

Junge Unternehmen setzen auf den Freiverkehr für Emissionen

Von Christian Schnell, Handelsblatt

Der Freiverkehr weckt zunehmend das Interesse für junge aufstrebende Unternehmen als Emissionsplattform. Für spekulativ interessierte Anleger stellen sie jungen Firmen ein interessantes Investment dar.

FRANKFURT/M. Mit dem Studio Babelsberg, Medical Columbus, Nanostart, Xerius Bioscience und den beiden Immobilien-Unternehmen RCM und Frimag ließen sich in diesem Jahr bereits sechs Unternehmen an dem wenig reglementierten Segment listen, die letzten fünf sogar erst im Juni. Mit IFA Systems, einem IT-Unternehmen mit Schwerpunkt auf Software für Augenärzte, soll Anfang Juli bereits der nächste Kandidat folgen.

Gemeinsam ist all den Unternehmen, dass sie für ein Listing in den oberhalb des Freiverkehrs angesiedelten Segmenten General Standard und Prime Standard noch zu klein sind, gleichzeitig aber für spekulativ interessierte Anleger ein interessantes Investment darstellen. So hat beispielsweise die seit dem 29. April notierte Aktie des Filmstudios Babelsberg seit der Emission knapp 70 Prozent an Wert gewonnen.

Positiv sollen die Aussichten nun auch für IFA Systems sein, glaubt Analyst Rüdiger Holzammer von Concord Effekten, die die Emission begleitet. Den fairen Wert der insgesamt 160 000 Aktien, die zwischen dem 27. Juni und dem 4. Juli gezeichnet werden können, sieht er bei 31,24 Euro. In Marktkreisen wird davon ausgegangen, dass die Aktien zu einem Preis von etwa 28 Euro platziert werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete IFA Systems einen Umsatz von 4,6 Mill. Euro und erzielte dabei einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,3 Mill. Euro. In diesem Jahr sollen der Umsatz nach Holzammers Berechnungen auf 5,4 Mill. Euro und das Ebit auf 1,7 Mill. Euro steigen.

Für die Aktie spricht seiner Ansicht nach, dass die monatlich anfallenden Gebühren für so genannte Runtime-Lizenzen bereits 80 Prozent der Fixkosten abdeckt. Risiken sind wie bei Freiverkehrswerten üblich die gewöhnlich niedrigen Aktienumsätze sowie die geringen Regularien, weshalb es beispielsweise auch vielen Fondsmanagern in ihren Bestimmungen verboten ist, in Werte dieses Segments zu investieren. Guido Niemann, Vorstandschef von IFA Systems, betont jedoch, dass sich sein Unternehmen unabhängig davon zusätzliche Verpflichtungen auferlegt hat. So soll ein Unternehmenskalender und ein Unternehmensprofil im Internet veröffentlicht werden. Zusätzlich werden die testierten Jahresabschlüsse innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Geschäftsjahres bekannt gegeben. Außerdem sollen wichtige Unternehmensmeldungen ähnlich wie Adhoc-Mitteilungen am Geregelten Markt, veröffentlicht werden.

Marktkreise gehen deshalb davon aus, dass es sich bei diesen Punkten bereits um die neuen Regeln handelt, mit denen die Deutsche Börse in Kürze den lange Zeit vernachlässigten Freiverkehr aufwerten will. In den vergangenen Wochen war vor allem durch den Erfolg des britischen Alternative Investment Market (AIM) der Ruf nach einem Fenster im Freiverkehr für junge aufstrebende Unternehmen laut geworden. Vor zwei Jahren wurde der Neue Markt als eigentliche Plattform dafür abgeschafft. Seither fehlte eine Alternative. Berater wie Volker Fitzner von Pricewaterhouse Coopers hatten dies stets gefordert, weil sie starkes Interesse bei ihren Kunden spürten. Geringe Regeln, ein leichter Zugang und überschaubare Kosten sollten die Kriterien sein.

Die Deutsche Börse hatte zuletzt mit Marktteilnehmern über Vor- und Nachteile diskutiert. Nach Auskunft einer Sprecherin gibt es aber noch keine abschließende Entscheidung. Zumindest im Juni sei nicht mehr damit zu rechnen, hieß es.

Offensiver gehen indes die Unternehmen, die bald im neuen Freiverkehrsfenster vertreten sein könnten, damit um. „Wir haben die zusätzlichen Verpflichtungen bewusst auf uns genommen, um dort vertreten zu sein“, sagt Guido Niemann.


HANDELSBLATT, Donnerstag, 23. Juni 2005, 07:50 Uhr

Antworten
permanent:

Der Realität voraus

 
06.07.05 10:09
Kleine Werte sehen den Freiverkehr als Chance


HB FRANKFURT. Nimmt da der Markt eine Entwicklung vorweg? Sieben Börsengänge gab es im bislang weitgehend unbeachteten Freiverkehrssegment der Deutschen Börse bereits in diesem Jahr, und mit dem Softwarehaus Ifa Systems steht die Nummer acht bereits vor der Tür. Die Zahl von einem Dutzend neuer Unternehmen aus dem vergangenen Jahr dürfte so mit großer Wahrscheinlichkeit übertroffen werden. Doch das von Anlegern wie Emittenten mit großer Spannung erwartete „Fenster im Freiverkehr“, das seit Wochen im Raum steht und mit dem jungen, aufstrebenden Unternehmen eine eigene Plattform gegeben werden soll, lässt weiter auf sich warten. In den nächsten ein bis zwei Wochen werde es dazu keine Entscheidung geben, hieß es gestern von der Deutschen Börse.

Am Markt selbst gibt man sich weniger geheimniskrämerisch. Guido Niemann und Christoph Reinartz, die beiden Chefs von Ifa Systems, gaben bei der Präsentation ihres Unternehmens zum Erstaunen der anwesenden Investoren, Analysten und Journalisten schon mal bekannt, dass sie die Regeln, die das neu zu schaffende Fenster vorschreibt, auf alle Fälle einhalten werden. Diese sind: Bekanntgabe eines testierten Jahresabschlusses spätestens ein halbes Jahr nach Ende des Geschäftsjahres sowie die Veröffentlichung wichtiger Unternehmensmeldungen, auch Quasi-ad-hoc-Pflicht genannt, als wichtigste Merkmale. Zusätzlich sollen ein Unternehmenskalender und ein Unternehmensprofil veröffentlicht werden. Und abschließend soll ein so genannter „Market Maker“ den Börsengang begleiten und auf die Einhaltung der Folgepflichten achten.

Damit war offiziell raus, worüber in Frankfurter Finanzkreisen bereits seit Wochen hinter vorgehaltener Hand spekuliert wurde. Da war stets von einem „reformierten Freiverkehr“ die Rede, der mit etwas strengeren Regeln für mehr Transparenz als bislang sorgen soll und dabei gleichzeitig den Start-Ups eine interessante und kostengünstige Alternative für den Gang an den Kapitalmarkt geben soll.

Endgültig vom Tisch ist damit das Gerede, dass es zu einer Neuauflage des Neuen Marktes kommen könne. Daran hatten insgeheim zwar ohnehin nur die Wenigsten gedacht. Dennoch machte der Begriff seit geraumer Zeit die Runde. Eine Re-Animation des vor über zwei Jahren eingestellten Segments stand von vornherein deswegen nicht im Raum, weil es sich damals um das strengste Börsenregelwerk weltweit gehandelt hat. Angestachelt durch den immensen Erfolg des Alternative Investment Markets (AIM) in London sollte es stattdessen eher ein Weniger an Regeln werden.

Zwei Fragen stehen nun noch im Raum: Wann wird die Deutsche Börse ihr Freiverkehrsfenster endlich vorstellen und wie wird man es künftig vermarkten? Da Gerüchten zufolge der Start im Herbst erfolgen soll, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in den nächsten Wochen endlich Konkretes bekannt wird. Eines steht indes jetzt schon fest: Große Überraschungen wird es dabei nicht mehr geben. Viel spannender wird es im Anschluss. Bislang wurde in Deutschland lediglich eine Emission im Geregelten Markt offiziell als Börsengang gewertet. Die AIM verzeichnete hingegen sogar auch Zweitlisting und Segmentwechsel dorthin als Börsengänge. Die teilweise dreistellige Zahl von Börsengängen dort ist deshalb vor diesem Hintergrund zu relativieren.

Würde in Deutschland künftig ähnlich gezählt, so würde dies den gesamten Emissionsmarkt in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Deutschland wäre plötzlich wieder ganz vorne mit dabei in Europa. Das neue Fenster im Freiverkehr birgt also in jeder Hinsicht neue Chancen. Es müsste nur endlich kommen.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 06. Juli 2005, 07:00 Uhr

Antworten
permanent:

Biodieselanbieter

 
06.09.05 12:37
Biodieselanbieter EOP plant Börsengang am 14. September

FALKENHAGEN (dpa-AFX) - Der Hersteller alternativer Kraftstoffe EOP Biodiesel plant sein Börsendebüt im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse für den 14. September. Das Unternehmen biete rund drei Millionen neue Aktien und 373.000 Aktien aus Altbesitz im Rahmen einer Privatplatzierung institutionellen Anlegern aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland zum Kauf an, teilte EOP am Dienstag in Falkenhagen mit. Das Transaktionsvolumen soll rund 20 Millionen Euro betragen. Nach dem Börsengang werde der Streubesitz bei Ausübung des Greenshoes (400.000 Aktien) bei rund 77 Prozent liegen. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang will das Unternehmen seine Produktionskapazität auf jährlich 65.000 Tonnen Biodiesel verdoppeln. EOP Biodiesel wurde im Jahr 2000 gegründet und hat im vergangenen Jahr die Produktion aufgenommen. Mit 30 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im ersten vollen Geschäftsjahr 2004/2005 (bis Ende Juni) einen Umsatz von 30 Millionen Euro und einen positiven Jahresüberschuss./sb/mur/

Quelle: dpa-AFX
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--